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Skanska-Zentrale in Prag: Moderne Gebäudetechnik senkt Betriebskosten

Automatisierte Gebäude, die unter Einsatz moderner Technologien Betriebskosten senken und Umwelteinwirkungen minimieren, werden immer mehr zum Standard. Eines dieser Gebäude ist das Verwaltungszentrum Opatov Park I, der neue Hauptsitz des Bau- und Erschließungsunternehmens Skanska in der tschechischen Metropole Prag. Siemens war maßgeblich an der Konstruktion des Komplexes beteiligt, in dem Heizung, Lüftung, Beleuchtung und Außenjalousien dank neuester Technologien zentral gesteuert werden und damit für eine deutliche Senkung der Betriebskosten sorgen.
Das Verwaltungszentrum Opatov Park I, in unmittelbarer Nähe der gleichnamigen U-Bahn-Station gelegen, wurde in der ersten Phase des Projekts ‚Opatov Boulevard‘ errichtet. Dreh- und Angelpunkt des Boulevards soll ein Verwaltungs- und Wohnkomplex mit einer Gesamtfläche von fast 45.000m² werden. Das Gebäude Opatov Park I besteht aus zwei Flügeln, einem glasüberdachten Atrium mit Empfang und Gehwegen, die alle Teile des Komplexes miteinander verbinden. Das Gebäude wurde von Martin Kotíks Architekturbüro OmikronK entworfen und hat sechs Stockwerke und drei Untergeschosse. In den oberen Etagen befinden sich Großraumbüros und Konferenzräume, während die Untergeschosse eine Tiefgarage, Lagerräume und die gesamten technischen Anlagen des Gebäudes aufweisen. Die komplette Bürofläche des Gebäudes beträgt fast 15.000m² und das bebaute Gelände umfasst rund 4.500m². Fast 700 Skanska-Mitarbeiter sind heute im Gebäude ansässig.

Intelligente Schaltzentrale Desigo

Das ‚Gehirn‘ der Gebäudeautomation ist das intelligente Desigo-System von Siemens, das Heizung, Kühlung, Raumbeleuchtung in gemeinsam genutzten Bereichen, dimmbare Lampen an Arbeitsplätzen und die Position der Außenjalousien steuert und zentral überwacht. Alle diese Subsysteme sind miteinander verbunden, um den Innenraum und den Energieverbrauch des Gebäudes je nach Innen- und Außenbedingungen zu optimieren. Auf dem Dach befinden sich zwei Wetterstationen, die dem Steuersystem alle relevanten Informationen übermitteln, wie aktuelle Lufttemperatur, Lichtbedingungen, Windstärke und Niederschlagsmenge. Das Steuersystem analysiert die erfassten Daten und passt die Heizung bzw. Kühlung im Gebäude entsprechend an, schaltet die Beleuchtung im und um das Gebäude herum ein und aus und verstellt die Fensterjalousien.

Zonensteuerung von Beleuchtung und Heiz-/Kühlsystemen

Die Beleuchtungs- und Heiz-/Kühlsysteme sind zonengesteuert, was zu einer deutlichen Senkung des Energieverbrauchs führt und gleichzeitig den Komfort der Benutzer erhöht. Während des Tages werden Beleuchtung und Heizung bzw. Kühlung je nach Wetterlage und Belegung der Arbeitsbereiche gesteuert; zwischen 18 und 8 Uhr gehen diese Systeme in den Energiesparmodus über, wenn während einer Stunde kein Zonenschalter benutzt wird. Um sie reaktivieren, muss erneut ein Schalter gedrückt werden. Um den individuellen Temperaturanforderungen in den diversen Büros zu entsprechen, sind in den verschiedenen Zonen Ventilatorkonvektoren installiert, die manuell über wandmontierte Regler gesteuert werden können. Rund 750 dimmbare Stehlampen über den Büroschreibtischen helfen beim individuellen Anpassen der Lichtintensität für die einzelnen Mitarbeiter. Die Beleuchtung gemeinsam genutzter Bereiche, wie Gehwege und Flure, wird je nach Tageszeit und Gebäudebelegung angepasst. Bei Reinigungsarbeiten oder Sicherheitspatrouillen wird die Beleuchtung selbstverständlich ebenfalls entsprechend eingestellt.

Automatisierung von Jalousien

An der Gebäudehülle sind insgesamt 435 Jalousien angebracht. Das Steuersystem berechnet ihre Position basierend auf der Tages- und Jahreszeit (je nach Sonnenstand), den aktuellen Wetterbedingungen (wolkenlos, bewölkt oder bedeckt), Außentemperatur (zur Senkung des Wärmeverlusts) und der geografischen Ausrichtung des jeweiligen Fensters (GPS-Koordinaten, Fassadenausrichtung, Gebäudeform). Benutzer können die Jalousien auch manuell betätigen; wenn das Steuersystem allerdings meint, die gewünschte Position sei unvereinbar mit den Wärmeverlusteinstellungen des Gebäudes, wird nach zehn Minuten wieder die ursprüngliche Position eingenommen. Der Zeitraum der individuellen Einstellung der Jalousienposition kann verlängert werden. Die Außenjalousien fungieren nicht nur zur Regulierung der Lichtbedingungen, sondern bilden gleichzeitig auch die Wärmedämmung des Gebäudes. Mithilfe einer einfachen Intranet-Anwendung kann die Jalousienposition direkt am Computer des Benutzers individuell gesteuert werden. Die Installation zusätzlicher Software ist nicht erforderlich – die Einstellung erfolgt über eine Webseite, die in einem Standard-Webbrowser angezeigt wird. Benutzer brauchen keinerlei Login-Daten einzugeben; ihre Identität wurde bereits durch Anmeldung beim Windows-Betriebssystem verifiziert.

Automatische Steuerung aller Schlüsseltechnologien

Das Siemens-Steuersystem Desigo Insight mit fast 10.000 Hardwaredatenpunkten integriert die Daten sämtlicher Systeme: Heizung und Kühlung, Beleuchtung, Jalousien, Klimaanlage und Brandschutz. Das System enthält außerdem zwei Wärmepumpen, die zu einer weiteren Senkung des Energieverbrauchs im Gebäude beitragen. Der Datenaustausch erfolgt via BACnet-, LON-, KNX- und Dali-Kommunikationsbusse. Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung im Kontrollzentrum können vom vollautomatischen Betrieb sämtlicher Teilsysteme in manuellen Betrieb umschalten, etwa zum Reinigen der Fenster oder Jalousien. „Dank der automatischen Steuerungen aller Schlüsseltechnologien können wir unser Gebäude auf wirtschaftliche und umweltfreundliche Weise betreiben“, erklärt Miloslav Rovný, Leiter der Abteilung Property Administration bei Skanska. „Auch die individuellen Bedürfnisse unserer Mitarbeiter kommen dabei nicht zu kurz, denn sie können direkt vom Arbeitsplatz aus Einstellungen vornehmen, um ihren Komfort zu erhöhen.“

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