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Planung ist die halbe Miete

In meinem letzten Editorial in der GEBÄUDEDIGITAL bin ich auf die Frage eingegangen, ab wann das Smart Home beginnt und was Komponenten mitbringen müssen, um diesem Anspruch zu entsprechen. Das Ergebnis: Die Möglichkeit, Komponenten intelligent zu vernetzen und dadurch eine höhere Ebene des Wohnens zu erreichen. Geht man einen Schritt zurück, ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen hierfür eine vorausschauende Planung. Moderne Methoden vereinfachen diesen Schritt und erweitern ihn auf den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes.
Es bringt nichts, ein Haus voller smarter Komponenten zu haben, wenn diese nicht ohne weiteres an die Infrastruktur des Gebäudes angeschlossen werden können, weil im Vorfeld zu wenige Steckdosen (Anschlüsse für Mediaverteiler, Netzwerkverkabelung usw.) eingeplant oder an der falschen Stelle platziert wurden. Und auch wenn mit einer Planung im Vorfeld ein wichtiger Schritt getan ist, darf man nicht den Fehler machen, sich einfach für alle Lebzeiten auf der ersten CAD-Zeichnung auszuruhen. Denn fast jeder Projektverlauf bringt auf verschiedenen Stufen Veränderungen mit sich, auf die reagiert werden muss. Auch für die Digitalisierung unseres Lebensumfeldes ist nunmal der ständige Wandel symptomatisch, der nicht vor Komponenten, Systemen und Schnittstellen halt macht. Damit gehört auch ein ständig aktualisierter Jetzt-Zustand des Gebäudes immer mehr zur soliden und vorausschauenden Planung dazu.

Der digitale Zwilling muss her

Ein dreidimesionaler digitaler Zwilling begleitet unser physisches Gebäude im Idealfall von der ersten Planungsskizze über alle Instandhaltungsmaßnahmen und Erneuerungen bis zum Abriss. Vergleichbar zur Produktherstellung wird somit der gesamte Lebenszyklus aus Sicht aller Gewerke abgedeckt. Die dahinter liegende Methode des Building Information Modeling, kurz BIM, ist derzeit in aller Munde. Immer mehr CAD-Programme bieten entsprechende Schnittstellen an und mit der Light + Building 2020 legt auch die wichtigste Branchenmesse des kommenden Jahres einen Schwerpunkt auf das Trendthema. Ob und wann sich die Methode flächendeckend etablieren wird, wie zuletzt auch stellenweise von Seiten der Politik aus gefordert und gefördert, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: BIM ist ein riesiger Vorteil für alle an der Planung beteiligten Installateure und Planer. Und selbst der Auftraggeber behält mit einer realistischen Kostenkalkulation jederzeit den Überblick über sein Projekt. Mehr zu BIM lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe der GEBÄUDEDIGITAL.

Florian Streitenberger,

Redaktion GEBÄUDEDIGITAL

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