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Photovoltaik-Messung mit der eHZ-Zählerplatztechnik

Das Messwesen in Deutschland befindet sich in einem entscheidenden Wandel: Seit dem 1. Januar 2010 schreibt das Energiewirtschaftsgesetz EnWG vor, dass bei Neubauten und umfangreichen Renovierungen Messeinrichtungen einzubauen sind, die dem Anschlussnutzer seinen tatsächlichen Energieverbrauch und seine tatsächlichen Nutzungszeiten widerspiegeln. Zudem verpflichtet der Gesetzgeber den Stromlieferanten, auf Kundenwunsch monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnungen zu vereinbaren. Diese Vorgaben erfordern den Einsatz von intelligenten Zählern wie dem elektronischen Haushaltszähler eHZ, der bereits weit im Markt verbreitet ist – aus gutem Grund: Denn neben den rechtlichen Vorgaben zur Energieeffizienz erfüllt der eHZ alle gesetzlichen und technischen Anforderungen hinsichtlich der Messung regenerativ erzeugter Energie.
Für alle praxisrelevanten Anforderungen ist mittlerweile ein komplettes Programm an MID-konformen, also der Europäischen Richtlinie für Messgeräte entsprechenden elektronischen Haushaltszählern der Genauigkeitsklassen A beziehungsweise B für den Tarifkundenbereich lieferbar: Neben eHZ-Wirkverbrauchszählern für die klassische Standardanwendung in Einfamilienhäusern sind dies unter anderem auch Varianten für Einkunden-Zählerplätze mit Photovoltaikanlage. Generell herrschen in eHZ-Zählerschränken wegen der geringeren Abmessungen des elektronischen Haushaltszählers deutlich großzügigere Raumverhältnisse als in Schränken mit Ferraris-Zählern. Damit ist dort in vielen Fällen Platz zum Einbau eines zusätzlichen Zählers für Photovoltaik-Anlagen vorhanden.

Hersteller wie Hager bieten für alle Formen der Photovoltaik-Messung eHZ-Ausführungen an:

1. Wirklieferzähler ohne Rücklaufsperre zur Messung von Einspeiseenergie bei direkter Einspeisung in das Verteilnetz
2. Wirklieferzähler mit Rücklaufsperre zur Messung von erzeugter Energie bei Überschusseinspeisung
3. Zweienergierichtungszähler mit zwei getrennten Tarifregistern für beide Energieflussrichtungen, die damit sowohl die verbrauchte als auch die eingespeiste Energie zählen (alternativ zu 1. und 2.)
4. sowie eHZ zur Messung von bezogener Energie, z.B. für kundenseitige Verbrauchs-Untermessungen

In dieser Gerätevielfalt liegt ein weiterer, entscheidender Vorteil der Smart Metering Messtechnik mit dem eHZ. Denn aufgrund der staatlichen Förderung alternativer Energieerzeugung gewinnt die Photovoltaik-Energieerzeugung und Messung zunehmend an Bedeutung. Dabei gilt: Mit Solarkraft erzeugte Energie muss man zur Verrechnung zuverlässig und korrekt messen. Die technischen Voraussetzungen dazu bieten Zählerplätze nach TAB 2007 für steckbare elektronische Haushaltszähler (eHZ) entsprechend den Lastenheften des FNN.

Der gesetzliche Hintergrund: das EEG 2009

Das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien EEG 2009 bildet den gesetzlichen Rahmen für die Erzeugung, Einspeisung und Vergütung von regenerativ erzeugtem Strom. §33 EEG zur Nutzung solarer Strahlungsenergie an oder auf Gebäuden definiert unter anderem die beiden grundsätzlich möglichen Arten der Einspeisung:

– Direkteinspeisung in das Verteilnetz
– Überschusseinspeisung: Eigenverbrauch und Einspeisung der überschüssigen Energie in das Verteilnetz

Nutzt ein Anlagenbetreiber die Möglichkeit der Überschusseinspeisung, ist gegenüber PV-Anlagen mit reiner Einspeisung ins öffentliche Stromnetz eine geänderte Verdrahtung des Zählerplatzes erforderlich. Um die modifizierte Verdrahtung für den Elektrotechniker möglichst einfach zu gestalten, hat Hager zwei entsprechende Bestückungspakete mit den erforderlichen technischen Komponenten einschließlich 63A-Hauptschaltern, Hutschienen, Sammelschienen-Isolierprofilen, Hauptleitungsabzweigklemmen und Verbindungsleitungen entwickelt. Die Pakete decken alle gängigen Zählerplatz-Ausführungen ab.

Für Photovoltaik-Messungen gerüstet: eHZ-Neuanlagen

Bei konventionellen Zählerplätzen mit 3-Punktbefestigung für die bisherigen Ferraris-Zähler sind Bezugs- und Lieferzählerplätze zu unterscheiden: Um die eingespeiste Energie messen zu können, sind bei den Lieferzählerplätzen Zählerfelder mit umgedrehten Zu- und Abgangskabelbäumen zu verwenden. Das ist bei eHZ-Zählerplätzen nicht notwendig. Hier entscheidet ausschließlich der eHZ-Zählertyp, ob bezogene oder eingespeiste Energie gemessen wird. Zudem bietet ein Zählerfeld Platz für zwei nebeneinander montierte eHZ, beispielsweise für einen Wirkverbrauchszähler und einen Wirklieferzähler.

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