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Photo-Thermie auf dem Vormarsch

Abseits der Einspeisevergütung gewinnt die Kopplung von Solarthermie und PV an Gewicht. Es werden Anlagen gebraucht, die die gesamte Ernte einfahren, gleichzeitig Strom und Wärme.
Die drastische Senkung der Einspeisevergütung für die elektrische Energie aus Solarstrom seit 1. April 2012 beschäftigt die Photovoltaik-Branche und die Investoren, die sich mit dem Gedanken tragen, eine PV-Anlage zu errichten. Die Eigenversorgung rückt ab jetzt viel stärker in den Fokus der Investitionsentscheidung. Es geht nun um die Anlagenanpassung an den heutigen und zukünftigen Eigenverbrauch. Diese neuen Prioritäten werfen sofort die Frage auf – welchen Anteil hat der Stromverbrauch im Vergleich zur Wärme, welche Energie produziere ich wirtschaftlicher selbst?

Jedes Photovoltaik-Modul wird ein Hybrid

Mit der Innovation der Firma GeoClimaDesign aus Fürstenwalde bleibt die Installation einer Photovoltaik (PV) für Dachanlagen auch weiterhin interessant, denn sie wird einfach voll- oder teilflächig durch Thermie ergänzt. Das Unternehmen hat für diese Anlagen einen Solarthermie-Kollektor entwickelt. Der Nutzen des Produktes kann für alle zukünftigen PV-Anlagenbetreiber interessant sein, die Wärmebedarf haben. Der so genannte Sunbag nutzt die überschüssige Wärme der PV- Module und sammelt sie auf deren Rückseite ein. Er ist durch seine Beschaffenheit aus Kunststoff der leichteste Thermiekollektor auf dem deutschen Markt und wird einfach hinter den bestehenden oder neu zu installierenden PV-Modulen fixiert. Die Montage kann ohne zusätzliche Arbeits- und Hilfsmittel durch einen fachlich kompetenten Partner direkt auf dem Dach erfolgen.

PV-Modul ohne Sunbag wie BHKW ohne BH

Die Abmessungen des thermischen Absorbers richten sich nach den jeweiligen Maßen des PV- Moduls. Die Vielzahl an handelsüblichen Formen und Bauarten ist kein Problem. Der Sunbag wird nach Auftrag gefertigt und folgt der Entwicklung der Bauarten der PV Branche. Ob für PV-Module mit aufgesetzter Anschlussdose oder für solche mit rahmenintegrierter Anschlusstechnik, die Entwickler des Sunbag haben das Design in Sachen Bauart auf Flexibilität getrimmt. Hinter dieser Entscheidung steht eine Vision: jedes beliebige PV-Modul soll auch Wärme ernten können, nicht wie bis jetzt nur die einzelnen Hybridfabrikate. Antje Vargas, Vorstand der GeoClimaDesign AG fasst diese Vision in wenige Worte: „Ein PV-Modul ohne Sunbag ist wie ein BHKW ohne Wärme.“ Für viele Hausbesitzer kann der Sunbag von GeoClimaDesign die perfekte Lösung zur Optimierung oder zum Austausch der konventionellen Heizungsanlage und damit zur Einsparung von Heizgas und -öl sein. Strom der mit der PV-Anlage produziert wird, kann zum einen in das öffentliche Netz eingespeist werden, zum anderen aber auch als Eigenverbrauch genutzt werden, um beispielsweise eine Wärmepumpe zu betreiben. Die von den gleichen Modulen und dem zusätzlich fixierten Sunbags produzierte Wärme versorgt ganzjährig die Warmwasserbereitung und im Winter die Heizung. Für Bauherren mit Wärmepumpenanlage können die Erträge darüber hinaus außerdem für die Quellenerwärmung genutzt werden. Auf das Niedertemperaturnieveau der solarthermsichen Erträge ausgelegte Speicheranlagen, die die Firma ebenfalls produziert, sorgen dafür, dass die gesamte Wärme auch abgenommen wird.

Win-Win für PV und Thermie

Auch der elektrische Ertrag der PV-Anlage steigt. Dank der innovativen Kollektoren auf der Rückseite der PV-Module arbeiten diese im Sommer effizienter, da sie nicht zu heiß werden. Der Vorteil der PV-Wirkungsgradsteigerung ist abhängig davon ob die Anlage Indach oder Aufdach montiert ist und beträgt zwischen 1 bis 8%. Im Winter steigt der Ertrag, weil der Schnee auf den Modulen abgetaut werden kann. So erhalten die Betreiber einen höheren elektrischen und zusätzlich den thermischen Ertrag über das ganze Jahr. Ein darüber hinaus zu nennender Vorteil für PV-Module ist der Schutz ihrer witterungsempfindlichen Folie auf der Modulrückseite. Der Sunbag deckt die Folie vollflächig ab, sodass die empfindliche Folie nicht der Witterung ausgesetzt ist. Entsprechend bundesweiten Ertragsübersichten des SFV (Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.) über einen Betrachtungszeitraum von 10 Jahren beträgt der Jahresertrag einer PV-Anlage ca. 900kWh/kWp. Der zusätzliche thermische Ertrag vom selben Dach und denselben Modulen beträgt ca. 2.700kWh. Damit ergibt sich ein vierfacher Gesamtertrag, von ca. 3.600kWh el. + th. pro kWp und Jahr. Bei einem Preis für den Sunbag, der an den marktüblicher Kollektoren angelehnt ist, können Hausbesitzer nun mehrfach profitieren.

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