Intro Chance für das Elektrohandwerk

Liebe Leserinnen und Leser,
endlich ist es beschlossene Sache: Die Energieversorger sind zukünftig dazu verpflichtet, den Energieverbrauch ihrer Kunden frei verfügbar zu machen. Bisher erhält ein Haushaltskunde normalerweise ein Mal jährlich nach einer manuellen Zählerablesung seine Rechnung für die gesamte Verbrauchsmenge. Dabei weiß er nicht, zu welcher Tageszeit sein Stromverbrauch besonders hoch oder niedrig ist. Das im Juli vom Bundeskabinett beschlossene zweite Paket des Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) sieht vor, dass der Kunde die Messdaten auch anderen Dienstleistern als den zuständigen Energieversorgern zugänglich machen kann. Die Messzugangsverordnung (MessZV) konkretisiert die gesetzliche Regelung. Der Kunde kann künftig seinen Messstellenbetreiber und seinen Messdienstleister selbst auswählen. Schon ab 2010 wird der Einbau intelligenter Stromzähler in Neubauten und bei Totalsanierungen zur Pflicht. Diese müssen vom Messstellenbetreiber bereitgestellt werden. Somit erhält der Haushaltskunde Informationen über den tatsächlichen Energieverbrauch und seine individuelle Nutzungszeit. Das Ziel dieser Maßnahme: Jeder Stromkunde soll seinen Energieverbrauch selbst steuern können. Denn je zeitnaher man über seinen Energieverbrauch informiert ist, desto eher kann man ihn beeinflussen. Viele Energieversorger testen den Einsatz solcher Zähler in Pilotprojekten. Im Herbst diesen Jahres plant die EnBW-Tochter Yello bereits den Start eines bundesweiten Vertriebes von sogenannten ‚Smart Metern‘. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 22. Eine weitere mögliche Lösung für diese Technologie wird auf Seite 25 vorgestellt. Smart Metering Systemen gehört die Zukunft. Erst einmal fallen aber hohe Investitionskosten an. Ist die neue Technologie in die Systeme der Energieversorger und Netzbetreiber integriert, kommen die Vorteile, wie eine verbesserte Wirtschaftlichkeit, zum Tragen – es wird neue, zeit- und lastabhängige, Tarifmodelle geben. Die Gesetzesänderungen sollen nicht nur für eine Liberalisierung des Messstellenbetriebs sorgen, sondern bieten auch eine Chance für das Elektrohandwerk. Elektrohandwerkliche Betriebe können jetzt intensiv in der Energieeffizienzberatung tätig werden. Aber dafür muss sichergestellt sein, dass für die Datenformate der Messwerte ein Standard verbindlich wird. Und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten muss gewährleistet sein. Für die schnelle Umsetzung dieses wichtigen nächsten Schrittes zur praktikablen Handhabbarkeit der Daten ist der politische Einsatz des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) enorm wichtig. Durch das politische Engagement des Verbandes wird der Weg zu mehr Transparenz und Energieeffizienz in Privathaushalten beschleunigt. Denn die Zeit drängt, der deutsche Markt liegt im europäischen Vergleich weit zurück. In Italien beispielsweise wurden bereits 27Mio. Stromzähler gegen ‚Smart Meter‘ umgetauscht.
Viel Spaß beim Lesen
Ihr Henning Schulz

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