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Energieeffizienzlabel für Wärmepumpen

Es gibt bisher keinerlei vollziehbare Ansätze auf nationaler oder europäischer Ebene, Leitlinien und Normen zur Energieetikettierung von Wärmepumpen zu schaffen. Doch unter dem Namen ‚Initiative EnergieEffizienz Wärmepumpe‘ wurde eine länderübergreifende Kommission gebildet, die die Kriterien für die Vergabe des Energieeffizienzlabels festlegen soll. Das Label baut auf dem Prüfreglement zum internationalen Gütesiegel für Wärmepumpen auf und erweitert diese Anforderungen um Kriterien, die für die Klassifizierung auf Basis des Energieverbrauchs notwendig sind.
Die existierenden Label zur Energieetikettierung basieren auf Beschlüssen der Kommission. Sie stützen sich auf die Richtlinie 92/75/EWG des Rates vom 22. September 1992 über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch Haushaltsgeräte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen. Die Richtlinie 2002/31/EG der Kommission vom 22. März 2002 definiert die Norm zur Energieetikettierung von Raumklimageräten. Sie kommt den Anforderungen für Wärmepumpen am nächsten, gilt aber explizit nicht für Geräte, die mit anderen Energiequellen als Luft betrieben werden können, so wie beispielsweise Luft/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpengeräte oder Geräte mit einer Leistung (Kühlleistung) über 12kW.

Auf dem Weg zur einheitlichen Etikettierung

Daraus ergibt sich unmissverständlich, dass die in Häusern üblichen Wärmepumpensysteme unter keine der genannten Verordnungen fallen. Somit existiert keine Regelung zum Energieverbrauch und zur Etikettierung von Wärmepumpen, die für den Verbraucher oder seinen beratenden Installateur oder Planer von Vorteil wären. Für den Verbraucher gibt es derzeit keine Möglichkeit zu erkennen, welche Geräte mit welcher Effizienz angeboten werden. Das D-A-CH Gütesiegel verlangt laut Reglementsbestimmungen nur Mindestanforderungen der Leistungsziffer COP (Coeffizient of Performance). Daraus kann nicht auf darüber hinausgehende Leistungen geschlossen werden – das Gütesiegel ist zum Erkennen der tatsächlichen Effizienz ungeeignet. Die einzigen Anhaltspunkte geben die Listen der Prüfinstitute Arsenal Research und Buchs. Diese sind aber einerseits für den Verbraucher nur sehr schwer zu finden und zum anderen erfordert das Verständnis ein gehobenes Maß an Fachwissen. Das WPZ Buchs vergibt Kategorien bei Energieeffizienz und Schallemissionen, im Falle von Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen führt die Vergabe zur Note 1 (beste Kategorie) für nahezu jedes Gerät. Noch verwirrender ist die Tatsache, dass der COP nach zwei verschiedenen Normen, der EN255 und der EN14511 vermessen und benannt werden kann. Da sich die Werte aber deutlich unterscheiden und auf eine Nennung der Norm bisher verzichtet wird, hat der Verbraucher gar nicht die Chance die Leistungsfähigkeit zu vergleichen. Hinzu kommt, dass die EN255 keine praktikablen Werte liefert, die zur Wärmeabgabe mit einer Flächenheizung geeignet wären. Über den europäischen Dachverband EHPA ist es gelungen, ein Ecolabel über die Europäische Kommission zu erreichen. Ein Ecolabel hat aber nur allgemeinen Charakter und sorgt nicht für eine interne Differenzierung. Da die Kriterien noch nicht festgelegt sind, möchte die ‚Initiative EnergieEffizienz Wärmepumpe‘ sich maßgeblich an der Entwicklung beteiligen und praktikable Rahmenbedingungen für ein Label aufzeigen. Größtes Manko der Label der Europäischen Kommission ist, dass diese für den Handel konzipiert sind, der verpflichtet ist, Geräte damit zu kennzeichnen. Händler können die Label z.B. in Deutschland bei der dena bestellen, sie ausfüllen und am Gerät anbringen. Da Wärmepumpen aber nur in den allerseltensten Fällen im Handel angeboten werden und eine Überprüfung auf Richtigkeit der Angaben nicht durchführbar ist, führt auch dieser Ansatz nicht zu den erwünschten Resultaten. Ziel der Initiative EnergieEffizienz ist, für den Verbraucher hinsichtlich der Wärmepumpen und ihrer Energieeffizienz für mehr Transparenz zu sorgen. Dazu muss der Verbraucher in der Lage sein, schon im Vorfeld in direkter Verbindung mit dem Gerät zu erkennen, welche Güte es bezüglich des Energieverbrauchs besitzt.

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