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Videoüberwachung per WLAN

Ein Schritt in die
Digitalisierung oder Hype?

Auf dem Markt für private Sicherheitstechnik gibt es einen kleinen Hype um Überwachungskameras mit WLAN-Funktion. Denn mit WLAN verbinden viele erst einmal Komfort. Ist Videoüberwachung jetzt noch einfacher, noch unkomplizierter zu realisieren? Ist Videoüberwachung per WLAN das neue Nonplusultra? Fakt ist: Videoüberwachung für Privathaushalte wird immer günstiger und ist längst nicht mehr den großen Villen vorbehalten. Aber die Euphorie sollte man durchaus kritisch betrachten, denn: WLAN macht vieles einfacher – Videoüberwachung aber nur in seltenen Fällen.

 (Bild: ©KB3/Fotolia.com)

(Bild: KB3/Fotolia.com)

Es gibt einige Szenarien, in denen Kabel keine Option sind. Beispiele für derartige Szenarien wären der Einsatz in einem denkmalgeschützten Gebäude oder wenn Wände aus einem sehr hochwertigen Material oder sehr hochwertig beschichtet oder bemalt sind. Dankbar sind solche Lösungen auch bei nachträglichen Installationen, bei denen Handwerker keine Wand mehr öffnen können oder dürfen, etwa bei Kühlhäusern oder Reinräumen. Oder wenn eine einzelne Videoüberwachungskamera ausreicht und zufällig in der Nähe eines Routers positioniert ist. Kurz gesagt: WLAN-Videoüberwachungskameras, wie die INC-4312BW, sind etwas für besondere Projekte und somit eher Ausweichprodukte. Treffen die oben genannten Bedingungen nicht zu, sind Überwachungssysteme mit IP-Technologie oder klassischen Coaxial-Kabeln meist die bessere Wahl. Und zwar aus folgenden Gründen: Die tatsächliche Signalreichweite durch Räume hinweg erfordert oftmals einen hohen technischen Aufwand an Signalverstärkung. Aufgrund der hohen Frequenz des WLAN dämpfen Wände das Signal besonders gut. Kommen dann noch Faktoren wie Fliesen an den Wänden dazu, wird es besonders schwer. Denn Fliesen sind lackiert und der Lack enthält Metallsalze, oft Titandioxid. Das ist eine ähnlich starke Abschirmung wie Aluminiumfolie. Es braucht also eine sehr gute Abdeckung mit WLAN. Das ist aufwendig, denn es bedeutet mehrere Repeater, die wiederum Strom brauchen und ein starkes Signal. Auch verschiedene andere Lacke und Wandbeschichtungen isolieren sehr gut. Die Anzahl der angemeldeten Kameras im WLAN ist theoretisch unbegrenzt. Aber die Bilder von Videoüberwachungskameras sind heutzutage sehr groß und verursachen damit eine große Datenmenge. Es braucht also eine gewisse Bandbreite, um diese Bilder in einer akzeptablen Geschwindigkeit zu übertragen. Schon bei drei oder vier Kameras sind eine große Bandbreite und damit – durch die Wände bedingt – Repeater nötig. Unterm Strich ist der Aufwand dann aber so hoch, dass eine kabelgebundene Lösung z.B. mit den Komponenten der Eco-Line von Monacor meist deutlich günstiger ist. Zudem sind die zu installierenden Kameras in der Regel nicht die einzigen Elemente im WLAN. Streaming und andere Endgeräte beanspruchen fortwährend Datenkapazität. Auch Videoüberwachungskameras, die per WLAN arbeiten, brauchen Kabel. Das liest sich auf den ersten Blick vielleicht selbstverständlich. Im Planungsalltag ist es allerdings ein häufig anzutreffender Denkfehler. WLAN-Videoüberwachung ist kabellos – aber nur in Bezug auf die Daten. Soll eine Videoüberwachung z.B. in einem Garten installiert werden, ist trotzdem noch Strom in Kameranähe notwendig. Es sind folglich sowieso Kabel zu ziehen oder Steckdosen zu setzen. Das ist vor allem in Außenanlagen ein großer Aufwand. So wiegen diese die Vorteile von WLAN-Kameras möglicherweise wieder auf.

Project-Line-MegapixelNetzwerk-Farbkamera (Bild: Monacor International GmbH & Co. KG)

Project-Line-Megapixel-Netzwerk-Farbkamera (Bild: Monacor International GmbH & Co. KG)

Statt WLAN-Überwachungssystemen: Coaxial oder IP-basierte Übertragung

Das klassische Antennenkabel als Signalträger ist für die meisten Installateure eine vertraute Technik, Kabel und Stecker verbinden und crimpen, ansonsten Plug&Play. Kameras und Rekorder der Eco-Line haben in Bezug auf Bildqualität, Auflösung und Bedienkomfort keinerlei Qualitätseinschränkungen zu digitaler Technik. Die Modernisierung bestehender, veralteter Anlagen wird zudem ist sehr einfach. Satelliten- und Antennen-Leitungen sind als Videoleitungen nutzbar, einzig die Anschlussstecker müssen getauscht werden und können Entfernungen bis 300m überbrücken. Die ELAX-Recorder passen fast immer zu vorhandenen alten Kameras mit der gleichen Technologie. Werden die Rekorder dann an einen Router angeschlossen kann im Bedarfsfall mit mobilen Endgeräten auf die Bilddaten zugegriffen werden. Ist im Gebäude eine Netzwerkinfrastruktur vorhanden, kann diese mit den ELIP-Komponenten der Eco-Line genutzt werden. Ein Vorteil der Netzwerktechnik ist, dass keine Punkt-zu-Punkt-Verbindungen benötig werden. Es muss also nicht von jeder Kamera eine einzelne Leitung zum Recorder führen. An jedem beliebigen Punkt im IP-Netzwerk können Kameras oder Rekorder eingebunden werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sämtliche Kameras über das Netzwerk mit benötigter Betriebsspannung über PoE (Power-over-Ethernet) zu versorgen. WLAN für Überwachungskameras ist meistens weniger ökonomisch, als man denkt.

Fazit

Die Kosten für eine Verkabelung liegen häufig deutlich unter denen für eine hochmoderne WLAN-Infrastruktur. Nur bei besonderen Projekten erweist sich WLAN als eine gute Ergänzung für Videoüberwachungskameras. Bei der privaten Videoüberwachung ist eine kabel-basierte Lösung mit modernen, leicht bedienbaren Kameras und Recordern fast immer sinnvoller.

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