Anzeige
Anzeige
Anzeige

Aus alt mach neu: Retrofitting – Wie Sie die Nachhaltigkeit im Gebäude steigern

Jan Ewald, Sales Manager Deutschland & Marine bei der Lutron Electronics GmbH erläutert, wie „Retrofit“-Projekte eine strategische Lösung sein können, um die Nachhaltigkeit in Gebäuden zu verbessern.

Der Juni in Europa steht ganz unter dem Motto Nachhaltigkeit. Zum einem fand Anfang des Monats die europäische Nachhaltigkeitswoche statt, eine europaweite Initiative, die darauf aus ist, Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen zu initiieren, die zu nachhaltiger Entwicklung beitragen. Zum anderen steht in dieser Woche die European Sustainable Energy Week (EUSEW) an. Im Rahmen der EUSEW findet über einen Monat hinweg eine Serie von Veranstaltungen statt. Ziel es ist, eine sichere Zukunft für die Energieversorgung in Europa zu schaffen. Sie vereint öffentliche Stellen, Unternehmen, NGOs und Verbraucher, um Initiativen für den Übergang zu erneuerbarer und sauberer Energie zu fördern. Also ein guter Zeitpunkt sich einen Überblick zu verschaffen, wie sich der ökologische Fußabdruck der internationalen Bauindustrie verändert hat. Denn unter dem Druck, nachhaltiger, energieeffizienter und umweltfreundlicher zu sein, hat die Branche einige Veränderungen durchgemacht. Den finanziellen Mehrwert der Veränderungen stellt heute niemand mehr in Frage. Im Gegenteil: Das Building Research Establishment (BRE), das britische Pendant zum deutschen Privatinstitut für nachhaltige Immobilienwirtschaft GmbH & Co. KG, untersuchte vor kurzem eine Reihe von BREEAM zertifizierter Gebäude. Die Studie ergab, dass die Betreiber und Besitzer von nachhaltigen und zertifizierten Gebäuden, im Vergleich zu nicht-zertifizierten Gebäuden in der gleichen Umgebung, Mietpreis- und Kaufpreisaufschläge von bis zu 19,7 beziehungsweise 14,7 Prozent rechtfertigen können. Vor allem alte Gewerbebauten sind noch immer sehr energieintensiv. Diese „grüner“ zu machen und zu renovieren, sollte der Fokus, vor allem von Immobilienbesitzern, sein. Ich glaube, dass das eigentliche Potenzial für den nachhaltigen Gebäudebetrieb im „Retrofitting“ liegt – und die Lichtsteuerung spielt hier eine große Rolle. 

Der „grüne“ Nutzen von Lichtsteuersystemen

Um ein Gebäude nachhaltiger zu machen und zu renovieren, müssen verschiedene Design-, Management- und Betriebsaspekte im Projekt berücksichtigt werden. Der einfachste Weg führt über die Lichtsteuerung. Sowohl künstliches Licht als auch Tageslicht kann über Lichtsteuersysteme kontrolliert werden. So lässt sich der Energieverbrauch im Gebäude ganz leicht optimieren und Wohlbefinden und Produktivität der Gebäudenutzer positiv beeinflussen. Der effiziente Einsatz von künstlichen und natürlichen Lichtlösungen- und systemen bringt Unternehmen langfristig erhebliche finanzielle Einsparungen. Das anfängliche Investment lohnt sich vor allem dann, wenn man sich vor Augen führt, dass die Kosten für den Lichtverbrauch in Gewerbebauten jährlich fast 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs ausmachen. Unter die Kategorie Lichtsteuersysteme fallen Lösungen wie Dimmer, An- und Abwesenheitsmelder und Tageslichtlösungen wie Rollos und Jalousien. Diese Optionen ermöglichen eine effiziente Nutzung von Licht und minimieren die Betriebskosten mit Blick auf die Lebensdauer der einzelnen Installationen. Das Licht in WC-Räumen von Gewerbebauten, in Krankenhausgängen- und Treppen muss nicht rund um die Uhr brennen. Mit präzisen Bewegungsmeldern lässt sich in diesen Fällen das Licht effizient und effektiv steuern.

Die Vorteile des „Retrofitting“

Das besondere am „Retrofitting” als Renovierungsmaßnahme ist, dass es keine Änderungen in der bestehenden Verkabelung eines Gebäudes erfordert und in der Regel komplett kabellose Lösungen implementiert werden. Man muss keine Löcher in Wände bohren oder umfangreiche Baumaßnahmen in Teilen des Gebäudes durchführen. Systeme, die im Rahmen von „Retrofitting“-Maßnahmen integriert werden, können je nach Bedarf und zur Verfügung stehender Fläche angepasst werden. Das bedeutet auch, dass Lösungen nach Bedarf ergänzt oder Module entfernt werden können. In diesem Rahmen, bleiben die Renovierungskosten überschaubar. Ein tolles Beispiel für das „Retrofitting“ mit Lichtsteuersystemen in einem Bürogebäude ist unser Projekt rund um das New Yorker Empire State Building, denn mittlerweile konnte der Stromverbrauch mit effizienten Lichtlösungen um 65 Prozent gesenkt werden. In Großbritannien sind es die historischen Bauten der St. Pauls Kathedrale und des Kensington Palastes, die von dem Einsatz nachhaltiger Lichtsteuersysteme profitiert haben. Der Energieverbrauch konnte nachhaltig reduziert werden und die Installation konnte leicht und unsichtbar für die Besucher integriert werden. In Deutschland haben wir das Marriott Hotel in Frankfurt bei der Modernisierung von fast 600 Zimmern unterstützt. Dank modernster Lichtsteuersystemen spart das Hotel nun Energie und somit Kosten. Und auch der Komfort der Gäste wurde gesteigert: Auf Knopfdruck haben sie die Möglichkeit, in ihrem Zimmer die gewünschte Atmosphäre zu schaffen. Gebäudebetreiber, Designer und Experten müssen noch enger zusammenarbeiten, um bestehende Gewerbebauten nachhaltiger zu machen. Anreize gibt es zur Genüge. Seien es ökologisches oder soziales Bewusstsein oder finanzielle Anreize mit den richtigen technologischen Partnern lassen sich noch so ehrgeizige Projekte umsetzen. Wer nachhaltige Parameter in seinen Renovierungs- und Retrofittingmaßnahmen nicht berücksichtigt, läuft Gefahr, Gebäude zu betreiben, die weder energieeffizient, noch nachhaltig und finanziell belastend sind. Ein paar kleine Schritte in die richtige Richtung können genau dort für langfristige Erfolge sorgen.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Im Zeitalter der Digitalisierung und des IIoTs werden geschlossene Systeme durch offene, frei programmierbare Edge-Computing-Plattformen ersetzt. Zunehmend attraktiv sind hierfür Lösungen auf Basis des Raspberry-Pi Ökosystems, das aus einem gemeinnützigen Projekt der gleichnamigen Foundation heraus entstanden ist. STV Electronic hat diese Prozessortechnologie in einen multifunktionalen und schaltschranktauglichen Hutschienen-PC gepackt, der selbst in Unterputz-Kleinverteilerkästen passt und sich damit gut für die Gebäudeautomatisierung eignet.‣ weiterlesen

Eine Visualisierung fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Haustechnik und Bewohner und bildet alle Smart-Home-Funktionen ab. Mit über 40 zur Auswahl stehenden Systemen fällt die Wahl jedoch schwer. Kein Wunder, ist der Funktionsumfang doch oft sehr ähnlich. Wie also sollen Nutzer die richtige Entscheidung treffen? Jeder hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen davon, wie seine Smart-Home-Steuerung aussehen soll. Peaknx berichtet, welche Fragen sich Anwender und Interessierte vor der Auswahl ihrer KNX-Visualisierung stellen sollten.‣ weiterlesen

Anzeige

Durch den Einsatz einer gut geplanten, fachgerecht integrierten und kontinuierlich überwachten Gebäudeautomation sind erhebliche Einsparungen im Gebäudebetrieb von bis zu 30 Prozent realistisch. Tüv Süd zeigt, wie die wachsenden Herausforderungen bei der Technik und den gesetzlichen Vorgaben zum Erreichen der Klimaziele sicher zu beherrschen sind.‣ weiterlesen

Anzeige

In Smartphones, Tablets, Lautsprechern und Co. ist Bluetooth schon seit Jahren Standard für die schnelle und kabellose Datenübertragung. Auf dem Smart-Home-Markt setzte sich der Funkstandard jedoch bislang noch nicht richtig durch. Das wird sich durch Bluetooth 5 Mesh nun ändern. Uwe Fischbach, Leiter des Bereichs Home Automation bei Kopp, berichtet über die Merkmale und Potenziale für Smart Homes und warum sein Unternehmen auf die Funktechnologie setzt.‣ weiterlesen

Das Funksystem WMS ist eine intelligente Lösung für den smarten Sonnenschutz. Mit ihrer Verbindung von moderner Technik und Design bietet die Steuerung Nutzern Komfort und Flexibilität. Durch das Weitergeben der Befehle von Empfänger zu Empfänger über das Mesh-Netzwerk können auch weit entfernte Produkte erreicht werden. Mit zwei Pro-Versionen des Systems bietet Warema nun weitere Funktionen an.‣ weiterlesen

Das aktuelle Software-Update für die KNX Anzeige- und Bediensysteme Domovea Basic und Expert bietet Erweiterungen und neue Funktionen. Ein Highlight der aktuellen Version 2.4.5 ist die neu geschaffene Möglichkeit des Fernzugriffs auf ETS-Projekte über den Server Domovea Expert TJA470.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige