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Echtzeit-Monitoring

Wie Aufzüge nachträglich smart werden

Automatisiertes, herstellerunabhängiges Echtzeit-Monitoring von Aufzügen hilft, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen. Dass Gebäudebetreiber das auch portfolioübergreifend nachrüsten können, zeigt ein Wohn-, Forschungs- und Geschäftspark in Singapur – zum Einsatz kommt der Liftmanager von Tüv Süd Advimo.

Der Liftmanager senkt Betriebskosten und steht für effektives Portfoliomanagement. (Bild: Tüv Süd Advimo GmbH)

Der Liftmanager senkt Betriebskosten und steht für effektives Portfoliomanagement. (Bild: Tüv Süd Advimo GmbH)

Je größer die Immobilien, desto wichtiger sind zuverlässige Aufzüge. Doch fehlen vielen Betreibern aufgrund der komplexen Technik und intransparenten Datenlage dafür mitunter das Wissen und die Zeit – gerade, wenn es um die optimale Wartungsstrategie geht. Konventionelle Fehlerdiagnosen vor Ort und ein reaktives Vorgehen stoßen immer mehr an ihre Grenzen. Die Folgen sind eine eingeschränkte Verfügbarkeit, wachsende Kosten oder sogar Sicherheitsrisiken. Verhindern lässt sich das, wenn die richtigen Betriebsparameter überwacht, analysiert und objektiv bewertet werden. Auch Originalausrüster (OEMs) bieten dafür mittlerweile geeignete digitale Lösungen. Doch gerade in Portfolios mit verschiedenen Aufzugstypen hilft das kaum weiter, da jedes System einzeln ausgewertet werden muss. Tüv Süd Advimo stattet Aufzüge deswegen hersteller-, modell- und baujahrunabhängig mit Sensoren aus. Die Daten werden im laufenden Betrieb ausgewertet. Sie laufen dafür auf einer einzigen Plattform zusammen. Aufzugsbetreibern, OEMs und Dienstleistern bietet der Tüv Süd Lifmanager so eine integrierte Lösung, mit der sie auch nachträglich von einem smarten Lebenszyklus profitieren.

Vorhersehbarkeit statt Spontanausfall

Der Liftmanager von Tüv Süd hilft dabei, Betriebskosten effektiv und sicher zu senken. Das System wurde mit Bosch IO (Hardware) entwickelt. Die Algorithmen für das herstellerunabhängige Predictive Maintenance wurden auf Basis von Praxiswissen entwickelt und trainiert. (Bild: Tüv Süd Advimo GmbH)

Auf diesem Weg entsteht auf Seiten der Entscheider nicht nur mehr Transparenz bei fernüberwachten Anlagen, sondern Störungen werden auch frühzeitig erkannt. Für die vorausschauende Wartung werden die Daten über das Predictive-Maintenance-Modul interpretiert. Auf der Basis empfiehlt das Tool individuelle Maßnahmen, die auf der Grundlage der verbleibenden Zeit bis zum Stillstand zu ergreifen sind. So lässt sich der Ausfallzeitpunkt voraussehen und die einzelnen Komponenten können rechtzeitig ersetzt werden. Die Ausfallzeit des Aufzugs wird minimiert und die Lebensdauer der Komponenten maximiert. In der Folge reduziert sich der Bedarf einer routinemäßigen manuellen Inspektion und Wartung des Aufzugs erheblich, was wiederum Arbeits- und Wartungskosten sowie Stillstände senkt. Grundlegend für die Entwicklung des Systems war u.a. das Aufzugswissen von Tüv Süd Advimo und digitales Know-how. Dank KI findet ein Übergang von reaktiver und präventiver zu prädiktiver, also vorhersagbarer, anforderungsgerechter Wartung statt. Zum Erfassen der Verschleißindikationen einzelner Bauteile und zum Bereitstellen der Ursachen sowie empfohlener Instandhaltungsmaßnahmen gleicht die KI Daten mit dem Betrieb ähnlicher Aufzugmodelle ab. Durch den Einsatz von Daten, die über 30 Jahre bei mehr als 300.000 Inspektionen pro Jahr gesammelt wurden, kann das Vorhersagemodell Muster und Fehlerpunkte mit hoher Genauigkeit erkennen und wird dabei mit der Zeit besser. Nach sechs Monaten besteht eine zuverlässige Ausfallprognose von 80 Prozent.

Nachrüstung in Singapur

In einem Geschäfts-, Forschungs- und Entwicklungspark in Singapur wurde der Tüv Süd Liftmanager portfolioübergreifend eingesetzt. Die insgesamt elf Gebäude mit 117 Aufzügen von fünf verschiedenen Herstellern umfassen neben Büroräumen auch Wissenschafts-, Technologie-, Freizeit und Bildungseinrichtungen. Täglich mussten zuvor Mitarbeiter der Immobilienverwalter vor Ort die Funktionsfähigkeit aller Aufzüge prüfen. Der Rundgang war aufgrund der Anzahl und des weitläufigen Geländes extrem zeitintensiv und die verschiedenen Hersteller der Aufzüge machten zusätzlich viele Wartungstermine nötig. So vervielfachte sich der Zeit- und Dokumentationsaufwand und u.a. wichtige Informationen zu Wartungsarbeiten waren nur schwer nachzuvollziehen – erst recht unter Zeitdruck. Denn fällt ein Aufzug aus, informieren meist die Facility Manager direkt das Wartungsunternehmen bzw. den Hersteller oder der Nutzer tut dies per Notruf. Immobilienverwalter beurteilen dann unter Zeitdruck nur die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen. So entscheiden sie meist in Eile und auf Basis weniger Informationen und Fachkenntnisse, was technisch notwendig sowie angemessen und sinnvoll sein könnte. Zusätzliche Herausforderungen und weitere Kosten brachten ungeplante Stillstände. Eine Warenlieferung blieb z.B. im Aufzug stecken und kam nicht mehr rechtzeitig zum Versand in den Hafen, was eine Strafzahlung nach sich zog. Im Bürobetrieb wirkten sich die Ausfälle nachteilig auf Arbeitsabläufe aus und damit auch auf die bestehenden Mietverhältnisse. Um die Arbeit effizienter zu gestalten und die Probleme in den Griff zu bekommen, wünschten sich die Entscheider vor Ort ein zentralisiertes und herstellerübergreifendes Aufzugsmonitoring für den Gesamtbetrieb. Die vorhandenen Teilsysteme der OEMs hätten erst aufwändig nachgerüstet werden müssen. Auch waren einige noch nicht predictive-maintenance-ready. Von 2018 an wurden alle Anlagen schrittweise mit Tüv Süd Liftmanager ausgestattet. Auch dank des einfachen äußeren Aufbringens der Sensoren gelang das zeitsparend. Nun lassen sich alle Aufzüge über eine zentrale Schnittstelle auf Basis der IoT-Plattform von Bosch.IO überwachen und Daten und Folgerungen schnell über eine grafische Oberfläche einsehen. So senkte die Lösung Ausfallzeiten und Kosten durch vorausschauende Wartung. Die Nachrüstung sorgte für die überfällige Digitalisierung und ein weiterer und leicht zu integrierender Bestandteil für einen smarten Lebenszyklus war geschaffen.

Fazit

Betreibern fehlt mitunter das Wissen, um den optimalen Wartungsbedarf eines Aufzugportfolios zu bestimmen. Einschränkungen der Verfügbarkeit und Sicherheitsrisiken können jedoch verhindert werden. Ein herstellerunabhängiges, automatisiertes Echtzeit-Monitoring unterstützt Aufzugsbetreiber, OEMs und Dienstleister dabei. So entsteht eine umfassende Wartungsstrategie als integraler Bestandteil eines smarten Gebäudekomplexes.

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