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Vom Schaltapparat zum Systemanbieter

100 Jahre Theben

Unter dem Motto ‚100 Jahre Building Automation‘ feiert die Theben AG in diesem Jahr ihr 100-jähriges Firmenbestehen. 1921 von Paul Schwenk unter dem Namen ‚Spezialfabrikation elektr. Schaltapparate‘ gegründet, hat sich das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte zu einem der führenden Hersteller in den Bereichen Zeit- und Lichtsteuerung, Klimaregelung, KNX-Gebäudesystemtechnik, Smart Home und Lösungen zur Digitalisierung der Energiewende entwickelt. Zeit also, sich die bewegte Firmengeschichte einmal genauer anzuschauen.

(v.l.n.r.) Die Vorstände der Theben AG: Thomas Sell (Vorstand Vertrieb), Paul Sebastian Schwenk (Vorstandsvorsitzender) und Michael Matthesius (Vorstand Technik) (Bild: Theben AG)

(v.l.n.r.) Die Vorstände der Theben AG: Thomas Sell (Vorstand Vertrieb), Paul Sebastian Schwenk (Vorstandsvorsitzender) und Michael Matthesius (Vorstand Technik) (Bild: Theben AG)

„Das exakte Geburtstadum ist der 22. Februar 1921 mit der Eintragung im Stuttgarter Handelsregister. Paul Schwenk war gelernter Uhrmacher, der schließlich in einer Schaltuhrenfabrik gearbeitet hat. Seine Vorgehensweise zieht sich mehr oder weniger bis heute durch: Er hat das Produkt perfektioniert und den sogenannten Treppenlicht-Zeitschalter entwickelt. Auch beim Thema Schaufensterbeleuchtung war er aktiv“, berichtet Paul Sebastian Schwenk, seit 2005 Vorstandsvorsitzender von Theben und Urenkel des Firmengründers, anlässlich des Jubiläums.

1918: Mit einer Schaltuhr für Treppenhäuser liefert Paul Schwenk 1918 sein Meisterstück ab. (Bild: Theben AG)

1918: Mit einer Schaltuhr für Treppenhäuser liefert Paul Schwenk 1918 sein Meisterstück ab. (Bild: Theben AG)

 

1927 erblickte mit dem Elpa Treppenlicht-Zeitschalter bereits ein erstes Produkt zur Gebäudeautomatisierung das Licht der Welt. Die robusten Uhren wogen damals noch bis zu 4kg – im Vergleich zu wenigen hundert Gramm heutiger Modelle. In den 1920ern konnte der Betrieb weiter wachsen: „Mit 30 Mitarbeitern wurden Schaltuhren hergestellt, bis schließlich ein großes Haus in Stuttgart gekauft wurde als erstes Fabrikgebäude. Um sich den Unruhen des Zweiten Weltkrieges ein Stück weit zu entziehen, folgte der Umzug aufs Land, nach Haigerloch. Nach dem frühen Tod meines Urgroßvaters 1944 übernahm mein Großvater Paul Eberhard Schwenk mit nur 19 Jahren den Betrieb. Dieser war nach dem Krieg auf eine minimale Größe geschrumpft und ging mit drei Personen wieder in Produktion. Beim wirtschaftlichen Aufschwung rund um die 1950er-Jahre waren wir zur richtigen Zeit mit den richtigen Produkten am richtigen Ort“, skizziert Schwenk die Unternehmensgeschichte weiter.

1927: Der elektrische Pendelautomat ELPA schaltet das Licht im Treppenhaus. (Bild: Theben AG)

1927: Der elektrische Pendelautomat ELPA schaltet das Licht im Treppenhaus. (Bild: Theben AG)

Technologie im Wandel

Die ersten Nachkriegsjahre startet das Unternehmen in einer ehemaligen Gaststätte. Doch der wirtschaftliche Aufschwung läst nicht lange auf sich warten und das expandierende Unternehmen erwirbt ein Gelände mit Erweiterungspotenzial. In mehreren Bauabschnitten ab 1958 wird das Werk dort neu aufgebaut. Bereits 1958 wird eine Elektronikabteilung mit eigenem Labor eingerichtet. Der noch im selben Jahr vorgestellte, autonom und individuell arbeitende Dämmerungsschalter Luna markierte einen weiteren Schritt hin zu komplexeren Building-Automation-Lösungen. In den folgenden Jahrzehnten wird das Portfolio entsprechend ausgebaut und zeigt die technologische Entwicklung:

  • • 1976 ermöglicht der Theben-Timer für die Steckdose eine automatische Zeitsteuerung. Er schaltet Geräte zeitgesteuert ein und aus und avanciert damit zum Vorläufer einfacher Smart-Home-Lösungen. Auch heute noch wird der Timer eingesetzt.
  • • 1979 bieten die Ramses Uhrenthermostate der 3er-Serie erstmalig eine drehbare 24-Stunden- bzw. 7-Tages-Programmscheibe. 1982 erscheint der Ramses 722 als Fortsetzung der drehbaren Wochen- und Tagesscheibe im modernem Gehäusedesign. 1994 kommt der erste digitale Uhrenthermostat Ramses 797 auf den Markt. Mit seiner Telefon-Fernsteuerung bietet er die Möglichkeit, über eine Telefonleitung die Heizung einzuschalten. Seit 2021 sind die aktuellen Theben Raumthermostate auch per App bedienbar.
  • • 1983 erscheint die erste digitale Zeitschaltuhr Termina 1000. Hinter dem 257x128mm großen Gehäuse arbeiten satte 2,2 kg Technik. Schon 1989 ist das Modell TR 610 auf nur 35mm Breite geschrumpft und bietet noch sieben Bedienknöpfe für hohen Bedienkomfort. 1999 wird die textorientierte Programmierung der digitalen Zeitschaltuhren eingeführt. Seit 2017 lassen sich digitale Zeitschaltuhren per App und via Bluetooth bedienen.

2004 scheidet Paul Eberhard Schwenk als Aufsichtsratsvorsitzender der Theben AG aus, ein Jahr später verstirbt er 80-jährig. Sein Nachfolger wird der langjährige Theben-Geschäftsführer Gunther Hellberg, den Vorstandsvorsitz hat weiterhin sein Schwiegersohn Thomas Goes inne. Beide treiben die Transformation zum Systemanbieter in der Gebäudeautomation weiter voran, dabei gewinnen Energieeinsparungs- und Umweltschutzaspekte zunehmend an Bedeutung.

1977: Als noch niemand daran dachte, das Zuhause automatisiert und smart zu steuern, bot der theben-timer bereits die Möglichkeit, Schaltvorgänge zeitabhängig zu steuern. (Bild: Theben AG)

1977: Als noch niemand daran dachte, das Zuhause automatisiert und smart zu steuern, bot der Theben-timer bereits die Möglichkeit, Schaltvorgänge zeitabhängig zu steuern. (Bild: Theben AG)

Ganzheitliche Gebäudesteuerung

2016 übernimmt schließlich Paul Sebastian Schwenk, Enkel von Paul Eberhard Schwenk, in vierter Generation Verantwortung im Familienunternehmen. Als Vorstand ist er zuständig für Digitalisierung, IT, Personal und das neue Geschäftsfeld Smart Energy. Bereits ein Jahr später kann Theben das programmierbare Smart-Home-System Luxorliving präsentieren: „Ab den frühen 1990ern kam das Thema KNX hinzu. Theben war eines der Gründungsmitglieder und hat sehr früh an diesem Standard mitentwickelt. 2003 kam Theben mit der Wohnkomfortsteuerung Luxor auf den Markt (…). Luxor wurde bereits damals mit der Intention entwickelt, es dem Installateur zu vereinfachen, seinen Kunden ein automatisiertes, komfortables System zur Gebäudesteuerung anzubieten. Daraus ging mit Luxorliving vor wenigen Jahren ein einfach bedienbares, KNX-basiertes Smart-Home-System hervor. Der Bereich ‚Detection & Lighting‘ stellte ab den 2000er-Jahren eine schöne Ergänzung und logische Erweiterung unseres Portfolios mit dem Thema Präsenz- und Bewegungsmelder dar“, erklärt Schwenk das neue Produktsortiment. 2009 markiert mit dem Conexa 1.0 außerdem das erste Smart Meter Gateway den Einstieg in intelligente Messysteme bei Theben, das seit 2021 in Version 3.0 Performance für den flächendeckenden Rollout bereitstellt. Das BSI-zertifizierte, interoperable und mandantenfähige Gateway ermöglicht es als Schnittstelle zwischen Energieanbietern und Energieverbrauchern, Energieverbräuche zu bestimmen und abzurechnen. Diese können z.B. auch in Kombination mit den Luxorliving-Lösungen zugeordnet und abgerechnet werden. „Der Kerngedanke und das ursprüngliche Produkt sind noch immer stark verankert in unserem Gedankengut – das Schalten von Zeit und Licht wurde gemäß seinem Leitspruch ‚Energie zur rechten Zeit‘ bereits von meinem Urgroßvater, Paul Schwenk, fokussiert. Das war uns in den letzten 100 Jahren eine stabile, konstante und solide Basis und so sind wir auch heute noch ein modernes, erfolgreiches Familienunternehmen“, resümiert Paul Sebastian Schwenk. Mit weltweit 13 Tochterunternehmen und über 60 Vertretungen zählt die Theben Gruppe heute zu den führenden Herstellern von Lösungen zur Haus- und Gebäudeautomation. Weltweit beschäftigt das Familienunternehmen knapp 750 Mitarbeiter, davon 615 in Deutschland. n ThePixa KNX optimiert Gebäudeautomation DSGVO-konform

(Bild: Theben AG)

(Bild: Theben AG)

Die neueste Entwicklung aus dem Hause Theben ist der ThePixa KNX. Der optische Präsenzmelder erkennt, wie viele Menschen sich in einem Raum befunden und wo sich diese genau aufhalten. Über diese Informationen können dann in der KNX-Gebäudesteuerung definierte Aktionen ausgeführt werden, z.B. das Hochfahren der Lüftungsanlagen in einem belegten Meeting-Raum. Durch die namensgebende pixelbasierte Erfassungstechnologie des Melders ergeben sich zum klassischen Präsenzmelder mit Passiv-Infrarot-Technologie zusätzliche Anwendungsfälle. Diese basiert auf sehr niedrig aufgelösten Bildern und arbeitet DSGVO-konform. Über eine Bildanalyse erkennt das Gerätz Unterschiede in den Zuständen der zu überwachenden Räume. Dabei erkennt ThePixa, wie viele bewegende Objekte sich im Erfassungsbereich befinden und zählt diese. Das Ergebnis wird in einer Heatmap visuell aufgearbeitet und mitsamt einer Belegungsstatistik in der zugehörigen App aufrufbar. Diese Visualisierung bietet für Gebäudebetreiber viele Mehrwerte: so lassen sich z.B. Produktpräsentationen in Kaufhäusern anhand der erfassten Bewegungen optimieren, aber auch in Büroräumen und -flächen ergeben sich wertvolle Informationen, z.B. für ein effizientes Desk-Sharing-Management. Der erfasste Bereich kann in verschiedene Zonen gegliedert werden, was dank der Unterteilung des bis zu 11×15,5m großen Erfassungsbereiches eine genaue Lichtsteuerung in größeren Räumen ermöglicht. Auch das Einrichten von Sperrzonen ist möglich.

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