Anzeige
Anzeige

Überraschende Vielfalt der neuen Generation

Interview mit Christoph Börsch von B.E.G.

Das KNX-System ist eines der weltweit führenden Bus-Systeme. Wir sprachen mit Christoph Börsch, Produktmanager KNX bei B.E.G. über die Weiterentwicklung der KNX-Präsenzmelder.

Herr Börsch, B.E.G. setzt seit Jahren auf KNX, was macht das System so erfolgreich?

Christoph Börsch: Was KNX weltweit so erfolgreich macht, ist der von der KNX-Association vorgegebene Standard, an den sich alle Hersteller des Verbundes halten. Wir von B.E.G. bieten Bewegungs- und Präsenzmelder, Aktoren, Panels, Spannungsversorgungen und Schnittstellen für das KNX-System an. Einmal im Bus integriert, können unsere KNX-Geräte später problemlos mit KNX-Geräten anderer Hersteller verbunden werden. Die Systemintegratoren und Installateure haben so eine einzigartige Auswahl unter einer Vielzahl von Produkten für die unterschiedlichsten Bereiche und können die genau für ihr Projekt passenden Geräte wählen.

Gerade bringt B.E.G. KNX-Präsenzmelder der Generation 6 auf den Markt. Warum war eine neue Version notwendig?

Börsch: Die Technik entwickelt sich permanent weiter, das sieht der Endverbraucher vor allem an PCs, die spätestens nach drei Jahren veraltet sind. Wir bei B.E.G. haben den Anspruch, unseren Kunden immer das Beste anbieten zu können. Was das Beste ist hängt dabei auch sehr stark von den Anforderungen der Kunden ab. Wir haben immer ein offenes Ohr für Feedback von den Kunden und einige Rückmeldungen sind in der Produktentwicklung umgesetzt worden.

Welche Neuerung geht auf ein solches Feedback zurück?

Börsch: Zum Beispiel die Integration eines zweiten Lichtfühlers. In der alten Version haben alle Präsenzmelder einen innenliegenden Lichtfühler. Vorteilhaft ist diese Mittelwertberechnung bei Räumen bei denen das natürliche Licht, also die Sonnenstrahlung, nicht überwiegt. Heute werden aber vermehrt Gebäude mit großen Glasflächen gebaut. Die einzelnen Räume sind lichtdurchflutet. Hier bietet sich eine punktuelle Messung an, wenn möglich an der dunkelsten Stelle vom Raum. Dafür haben die Präsenzmelder nun auch einen außenliegenden Lichtfühler. Den Gedanken haben wir dann noch weitergeführt und bieten zusätzlich einen externen Lichtfühler an, um eine Lichtmessung genau an dem Ort, wo die Lichtstärke benötigt wird, zu ermöglichen.

Wie funktioniert der externe Lichtfühler?

Börsch: Er wird über einen USB-Anschluss betrieben, ist also optimal für die Verwendung auf einem Schreibtisch. Der Kunde kann ihn entweder zum Anlernen oder zum permanenten Regeln des Systems nutzen. Über Infrarot sendet er seine Werte an den Präsenzmelder in der Decke. So kann der Präsenzmelder die Lichtwerte vom Tisch in seine Regelung mit einbeziehen oder auch komplett nach dem externen Lichtfühler ausrichten.

Wie werden die Werte vom externen Lichtfühler in der Software des Deckenmelders gewertet?

Börsch: Die Gewichtung der verschiedenen Lichtwerte für die Lichtregelung kann der Nutzer individuell im System einstellen. Er kann einen Lichtfühler als Referenz nehmen oder auch einen prozentualen Mischwert aus verschiedenen Messwerten. Neben dem innenliegenden, außenliegenden und externen Lichtfühler können die Lichtwerte weiterer Melder genutzt werden. Mit der Funktion ‚wanderndes Tageslicht‘ kann der Referenzmelder über den Tag hinweg auch automatisch wechseln, denn darüber wird immer der niedrigste Helligkeitswert im Raum als Lichtregelungswert genommen.

Neben der Optimierung der Lichtmessung, welche weiteren Softwareentwicklungen bringen die KNX6 Präsenzmelder mit?

Börsch: Neben der Lichtmessung ist natürlich die Bewegungserkennung unser Steckenpferd. Bei KNX6 geben wir dem Nutzer über die ETS die Möglichkeit, die Sensoren in unseren Präsenzmeldern einzeln anzusteuern. Die Empfindlichkeit kann einzeln eingestellt werden, sodass ein Präsenzmelder im Flur auf der einen Seite schneller reagiert als auf der anderen. Außerdem kann für jeden Sensor eine eigene Nachlaufzeit hinterlegt werden, sodass je nach Laufrichtung das Licht länger oder kürzer aktiviert bleibt.

Gibt es auch Änderungen an der ETS?

Börsch: Wir haben die Übersichtlichkeit optimiert, in der neuen Version werden nur noch die aktivierten Funktionen in der Gesamtübersicht angezeigt. In Sachen Programmierung hat sich aber vor allem bei den Fernbedienungen etwas getan. Neben der normalen KNX Fernbedienung für die Installateure bieten wir eine spezielle Endnutzerfernbedienung an, die beim Endkunden bleibt. Sie hat fünf frei programmierbare Tasten, die der Installateur für seinen Kunden individuell belegen kann. Außerdem kommt mit KNX6 auch die bidirektionale Fernbedienbarkeit unserer Präsenzmelder.

Was bedeutet das?

Börsch: Das heißt, dass die Präsenzmelder nicht nur programmiert werden können, sie können über das Smartphone außerdem ausgelesen werden. So können direkt vom Präsenzmelder die hinterlegten Werte abgefragt werden. Bei Umprogrammierungen kann der Installateur dann direkt im Raum die Werte ändern und neu hochladen. Um die bidirektionale Programmierung nutzen zu können sind nur unsere kostenlose App, ein kompatibles Smartphone und der B.E.G. IR-Adapter notwendig.

So ein großer Funktionsumfang ist doch sicherlich nicht in jedem Bereich eines Gebäudes notwendig?

Börsch: Genau den Gedanken hatten wir bei der Entwicklung auch. Das ist der Grund, warum wir unser KNX-Präsenzmeldersortiment in drei Varianten aufgeteilt haben. Die Deluxe-Variante bietet alle Funktionen und Möglichkeiten, sie ist für anspruchsvolle Anforderungen wie z.B. in Büros gedacht. Die Standard-Variante erfüllt alle gängigen Anforderungen, mit diesen Meldern können beispielsweise Flure ausgestattet werden. Für die Einbindung von Lager- und Technikräumen, die bisher häufig aus Kostengründen gar nicht in das KNX-System eingebunden wurden, haben wir die günstige Basic-Variante, die als Funktion ausschließlich schaltet.

Wie findet sich der Kunde in diesem umfangreichen Sortiment zurecht?

Börsch: Die Varianten haben wir im Produktnamen mit DX, ST und BA gekennzeichnet. Für die Funktionsvielfalt gibt es natürlich Übersichtslisten, das Einfachste ist aber sicherlich ein Gespräch mit unseren Außendienstkollegen, die gerne bei der Planung weiterhelfen.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

eNet Smart Home zur kabellosen Vernetzung und Steuerung der Haustechnik von Gira eignet sich für die Renovierung oder zur Nachrüstung. Steuern lässt sich das System mobil per App, Handsender oder Funk-Wandsender. Letztere hat das Unternehmen mit dem Release 2.3 um eine 1-fach-Wippe erweitert, um für Nutzer eine präzisere Bedienung sicherzustellen. Außerdem ist die Smart-Home-Lösung jetzt auch mit Conrad Connect verknüpft.‣ weiterlesen

Anzeige

Mit CentronicPlus ergänzt ab sofort eine neue Funkgeneration die beiden Systeme Centronic und B-Tronic. „Bei unserem CentronicPlus-System sind sämtliche eingebundene Geräte untereinander in einer Art Netzwerk verbunden – und dieses erstellen die Geräte vollkommen eigenständig“, erklärt Maik Wiegelmann, Leiter der Becker Academy, das neue System. ‣ weiterlesen

Anzeige

Mithilfe intelligenter Sensorik wird schlechte Luft und ein ungesundes Raumklima vermieden. Gerade in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, wird so die Ansteckungsgefahr durch Grippe- oder Covid19-Viren verringert. Gleichzeitig wird ein Raumklima für besseres und konzentrierteres Arbeiten und Lernen geschaffen. Aerosol-Multisensoren wie die von Steinel sorgen durch eine permanente Analyse für messbar gute Raumluft.‣ weiterlesen

Anzeige

Seit über zwanzig Jahren ist der Gira HomeServer als Bordcomputer für intelligente Gebäude auf Basis einer KNX Installation verfügbar. Nun hat das Unternehmen ein umfangreiches Update veröffentlicht. Mit Release 4.11 werden verschiedene Funktionen verbessert und vereinfacht.‣ weiterlesen

Die Regler und Taster der Serie KNX eTR von Elsner Elektronik können mit oder ohne Schalterdose an der Wand installiert werden. Alle Geräte der Serie werden über die KNX-Busspannung versorgt, damit ist nur die KNX-TP-Leitung zum Anschluss notwendig. ‣ weiterlesen

Das staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac, erzählt von 300.000 Jahren Menschheitsgeschichte. Zeitgleich sind in dem ehemaligen Kaufhaus Schocken das Archäologische Archiv Sachsen und das Landesamt für Archäologie Sachsen beheimatet. Im Jahr 2008 übernahm der SBC-Partner Matthias Kuhn, Inhaber der MSR Gebäudeautomation, mit seiner Firma im Auftrag der Stadt Chemnitz die Sanierung und Installation der Gebäudeautomation in dem entkernten Haus.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige