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Altersgerechte Assistenzsysteme

Digitalisierte Räume für die Selbstbestimmung

Die durchschnittliche Lebenserwartung von 79 Jahren bei Männern und 84 Jahren bei Frauen wird in Zukunft weiter steigen. Analog dazu spielt Active – oder auch Ambient – Assisted Living, kurz AAL, eine immer größere Rolle. Dahinter verbergen sich digitale und automatisch gesteuerte alltagstaugliche Assistenzsysteme, die zum Ziel haben, Menschen bis ins hohe Alter oder bei Krankheit ein langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Sonepar arbeitet an relevanten Systemlösungen und demonstriert Fachhandwerkern aktuelle Ergebnisse im unternehmenseigenen InnovationLab.

Bild: Sonepar Deutschland GmbH

Bild: Sonepar Deutschland GmbH

Während Smart-Home-Lösungen in erster Linie den Wohnkomfort erhöhen und sowohl Sicherheit als auch Energieeffizienz eines Objektes optimieren, geht es bei AAL um konkrete Hilfestellungen für Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder ihres fortgeschrittenen Alters von zunehmender Immobilität betroffen sind. Mittels Alarmsystemen, Bewegungsmeldern, automatisierten Schaltern und verschiedensten Motorantriebslösungen können Wohnumgebungen geschaffen werden, die gefährliche Situationen reduzieren und im Notfall eigenständig Angehörige oder Ärzte benachrichtigen. Smarte Steuereinheiten und sinnvolle Gebäudevernetzungen sind dabei die Grundlage – stets unter Berücksichtigung einer einfachen Bedienbarkeit.

Smarte Lebenswelten für das selbstbestimmte Leben

Der demografische Wandel führt dazu, dass der Wohnbestand an die immer älter werdende Bevölkerung angepasst werden muss. Ein Großteil der bestehenden Wohnobjekte ist noch auf dem Stand der Elektrotechnik aus den 80er-Jahren. AAL bildet in diesem Rahmen einen der aktuellen Modernisierungsschwerpunkte. Er eröffnet insbesondere für die Elektrobranche neue Forschungsfelder, die sich der Entwicklung langfristiger Lösungen widmen, und schafft bereits heute zusätzliche Tätigkeitsbereiche für das E-Handwerk. Endkunden erwarten, dass ihr Installateur auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Eine fundierte und kompetente Beratung steht und fällt jedoch mit der erforderlichen Expertise. „Der Händler als Schnittschnelle zwischen E-Handwerk und Hersteller kann diese Lücke schließen und bei der Vermittlung des erforderlichen Fachwissens unterstützen“, weiß Oliver Hoffmann, Produktleiter für Gebäudesystemtechnik bei Sonepar. An welchen AAL-Trends derzeit gearbeitet wird, verrät z.B. ein Blick in das InnovationLab. Der Showtruck, der im gesamten Bundesgebiet und weiteren europäischen Ländern auf Tour ist, thematisiert die Zukunftsrelevanz von AAL, Smart Home und Co. und veranschaulicht die elektrotechnischen Zusammenhänge. In den nächsten fünf Jahren ist der Elektrogroßhändler außerdem Teil der Geburtsstätte für Smart-Home-Innovationen und Connected Healthcare im Fraunhofer-Zentrum in Duisburg. „Das Projekt widmet sich smarten Lebensräumen. U.a. entsteht eine exemplarische Wohnumgebung für Demenzerkrankte. Sie soll veranschaulichen, wie digitale Lösungen den Alltag von Betroffenen erleichtern und kann als Schulungs- und Vorführraum für das Fachhandwerk genutzt werden“, erläutert Hoffmann.

Die Haustür einfach per Klick in der Smartphone-App öffnen – AAL-Lösungen können den Nutzer in vielen Alltagssituationen unterstützen. (Bild: Sonepar Deutschland GmbH)

Zusammenspiel aller Komponenten

Schon heute können sich mobilitätseingeschränkte Personen dank sprach- oder gestengesteuerten Anwendungen, Bewegungsmeldern, Melderkontakten und selbstlernenden Systemen länger eigenständig in ihrem Zuhause aufhalten. Ein CO²- und Luftfeuchtesensor misst etwa regelmäßig die Werte der Innenluft und öffnet automatisch die Fenster, um ein ausgewogenes Raumklima aufrechtzuerhalten. Via App lassen sich zudem Türen motorisch öffnen, ohne dass jemand aufstehen muss; dank smarter Schlösser verriegeln sie sich im Anschluss wieder automatisch. „Eines der neusten Beispiele ist ein Smart Speaker, der die Qualität der DECT-Festnetztelefonie und innovative Sprachassistenz miteinander kombiniert“, so Hoffmann. Die Freisprechanlage reagiert auf Zuruf und ermöglicht Telefongespräche, ohne dass Hörer oder Smartphone in die Hand genommen werden müssen. „Damit solche Anwendungen einwandfrei funktionieren und z.B. abweichende Werte erkennen, müssen alle zentralen Steuereinheiten, Sensoren und Aktoren miteinander kompatibel und aufeinander abgestimmt sein.“ Die Expertenteams rund um Hoffmann begegnen den Herausforderungen, die das zukunftsmitgestaltende Thema AAL mit sich bringt, mit gebündeltem Know-how und verweisen auf positive Entwicklungen. „Über die Programmiersoftware ETS arbeiten die verschiedensten KNX-Komponentenhersteller zusammen, das erleichtert die Systemplanung deutlich“, erklärt Hoffmann. „Bei Alternativen zum KNX arbeiten die Anwendungen über eine Cloud-To-Cloud-Kopplung, Gateways oder Software-Schnittstellen auf IP-Ebene zusammen. Dass die Herstellersysteme und Geräte dabei immer mehr zusammenwachsen, ist vorteilhaft.“

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