Zertifizierte Gesamtlösung

An die Gebäudeverkabelung werden im Zuge von Sprach-, Daten- und Videointegration kontinuierlich zunehmende technische Anforderungen gestellt. Mittlerweile müssen die Kabel nicht nur große Datenpakete innerhalb kürzester Zeit transportieren, sondern darüber hinaus auch noch Endgeräte mit Strom versorgen. Zertifizierte Komplett-Verkabelungslösungen sorgen für Zukunftssicherheit und besitzen gute übertragungstechnische Werte.
VoIP-Telefonie, Videoübertragung, Power-over-Ethernet – die Liste von datenintensiven Anwendungen, welche die Gebäudeverkabelung belasten, nimmt immer weiter zu. Durch die zunehmenden Anforderungen haben sich daher mittlerweile 1- und 10-Gigabit-Netzwerke etabliert, wobei letztere vor allem in IT-Umgebungen wie dem firmeninternen Serverraum zum Einsatz kommen. Die Grundstruktur der Gebäudeverkabelung ist dabei seit 1995 in der internationalen Norm ISO/IEC11801 bzw. der deutschen Entsprechung DIN EN50173 festgelegt. Sie beschreibt im Detail eine strukturierte Gebäudeverkabelung unabhängig von der LAN-Technologie sowie der momentanen Nutzung der zu verkabelnden Räume und unterscheidet zwischen drei Arten der Verkabelung: primär, sekundär und tertiär. Über die Primärverkabelung erfolgt der netzwerkseitige Gebäudeanschluss. Hierbei werden typischerweise robuste Outdoorkabel mit Singlemode-Lichtwellenleitern (LWL) verlegt. Diese sind unter anderem mit einem witterungsbeständigen PE-Außenmantel versehen, der den Faserkern gegen Nagetierbisse sowie das Eindringen von Wasser schützt. Selbst auf große Entfernungen bis zu mehreren Kilometern weisen die Singlemode-Lichtwellenleiter nur eine sehr geringe Dämpfungsrate auf. Im Bereich der Sekundärverkabelung, dem so genannten Backbone, kommen ebenfalls Glasfasern zum Einsatz. Allerdings werden hier größtenteils Multimode-Lichtwellenleiter installiert, da diese nur einen sehr geringen Umfang aufweisen und so dazu beitragen, Gewicht und Brandlast der Verkabelung maßgeblich zu reduzieren.

Glasfaser-Backbone als zukunftssichere Basis der Gebäudeverkabelung

Dass in der vertikalen Steigleitung Glasfasern statt Kupferkabel verlegt werden, hat unterschiedliche Gründe. So sind die Lichtwellenleiter unter anderem unanfällig gegenüber Hochfrequenzstörungen oder elektromagnetischen Störsignalen und leiten zudem keine Spannungen weiter. Dadurch können z.B. Erdschleifen effektiv vermieden werden. Aus Gründen der Skalierbarkeit sowie der Zukunftssicherheit wird für fortschrittliche Backbone-Verkabelungen – je nach Länge der zu installierenden Verkabelungsstrecke – der Einsatz von hochwertigen Trunkkabeln der Kategorie OM3 oder OM4 empfohlen. Diese bieten bei einem Durchmesser von 50µm modale Bandbreiten von 1500/500MHz bzw. 3500/500MHz und liefern auf einer Gesamtlänge von 300 (OM3) bzw. 550m (OM4) Datenraten bis zu 10Gbit/s. Lichtwellenleiter der Kategorien OM3 und OM4 genügen somit hohen Qualitätsansprüchen und stellen hinreichende Reserven für zukünftige Entwicklungen bereit. Vorkonfektionierte LWL-Trunkkabel, wie sie z.B. von EFB angeboten werden, ermöglichen zudem einen Plug&Play-Anschluss der Kabel am Patchfeld, erleichtern somit die Installation und machen aufwendige Spleißarbeiten überflüssig.

Modulare Verkabelung

Im Gegensatz zu Primär- und Sekundärverkabelung werden im Bereich der Tertiärverkabelung bis zur Anschlussdose für gewöhnlich S/FTP-Kupferkabel (Screened/Foiled shielded Twisted Pair) der Kategorie 7 eingesetzt. Diese verfügen über ein Bandbreitenspektrum von 600MHz (Cat. 7) bzw. 1000MHz (Cat. 7A) und eignen sich für 10-Gigabit-Ethernet. Innerhalb eines gemeinsamen Schirms verlaufen bei den S/FTP-Kabeln jeweils vier einzeln abgeschirmte Adernpaare, wodurch ein bestmöglicher Schutz vor Fernübersprechen (Alien Crosstalk) – also der frequenzmäßigen Beeinflussung benachbarter Leiterpaare – sichergestellt wird. Durch den Einsatz modularer Verkabelungssysteme, wie z.B. Infralan von EFB, lässt sich der Alien Crosstalk zusätzlich minimieren. Bei diesen Systemen werden jeweils auf die Enden der einzelnen Verlegekabel individuelle Keystones montiert – in der Regel RJ45. Damit wird jedes Kabel auf eine eigene Buchse aufgelegt und muss nur noch am ebenfalls modular gestalteten Verteilfeld eingerastet werden. Die getrennte Anordnung der Module stellt dabei, im Gegensatz zur Platinentechnik, auch am Patchfeld eine gute Abschirmung der Übertragungskanäle sicher.

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