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Zappenduster – oder doch nicht?

Für manchen deutschen Satellitenhaushalt könnte am 1. Mai der Fernsehbildschirm dunkel bleiben. In der Nacht zum Mai-Feiertag schaltet Astra die analoge Satellitenübertragung ab und sendet alle TV- und Radioprogramme nur noch digital. Dieser schon vor mehreren Jahren auf einem politisch gefassten Beschluss basierende Schritt hat in den letzten Monaten bei Handel und Handwerk zu verstärkten Aktivitäten geführt und der Industrie volle Auftragsbücher beschert.
Doch alle Aktivitäten dürften kaum ausreichen. Bis November gab es noch rund 1,5Mio. Haushalte, die ihre Fernsehprogramme noch immer analog empfangen haben. Noch dramatischer allerdings war und ist die Situation bei den Anlagen, die durch Kopfstationen versorgt werden. Das sind in der Regel kleinere Wohnungsgesellschaften, Hotels, Pensionen, Seniorenheime, Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen. Waren es ursprünglich um die 50.000 solcher Anlagen, ist eine Schätzung des noch vorhandenen Bedarfs außerordentlich schwierig. Unterstellt man für die letzten beiden Monate vor der Abschaltung noch einen Bedarf von nur 15.000 solcher Anlagen, so entfallen auf die verbleibende Zeit rund 330 Anlagen pro Tag. Diese in diesem Zeitraum von den entsprechenden Fachbetrieben umzurüsten, ist schon eine mehr als anspruchsvolle Aufgabe, zumal ja auch ein paar 100.000 Privathaushalte vom Handwerk mit neuen oder umgerüsteten Empfangsanlagen bedient werden müssen.

Was ist zu tun?

In Privathaushalten wird in der Regel die Sat-ZF-Verteiltechnik eingesetzt. Die überwiegende Zahl der rund 17Mio. Sat-Haushalte ist mit Empfangsanlagen – auch älteren – ausgerüstet, die problemlos digitale Signale empfangen können. Hier müssen allerdings die alten analogen Sat-Receiver gegen neue digitale Ausführungen ausgetauscht werden. Es empfiehlt sich, dem Kunden gleich ein HD-taugliches Gerät anzubieten. Hat er noch keinen Flachbildfernseher, dann steht dessen Anschaffung über kurz oder lang ohnehin an. Und HD-Qualität überzeugt mit seiner guten Bildqualität durch bloßes Hinschauen von Anfang an. Übrigens wird die Anzahl der öffentlich-rechtlichen HD-Programme mit Abschaltung der analogen Übertragung drastisch gesteigert werden, weil die Fernsehsender die frei werdenden Kanäle künftig durch HDTV nutzen werden. Haushalte mit ‚Uralt‘-Anlagen müssen nahezu komplett umgerüstet werden. Hier sind der LNB, meist auch der Multischalter und natürlich der oder die Receiver auszutauschen. Zudem sollte man bei Einzelempfangsanlagen den Kunden auch von der Möglichkeit, mehrere Geräte einsetzen zu können, überzeugen. Schon ein einziger Twin-Receiver kann nicht verwendet werden, wenn das Empfangsnetz nicht dafür ausgelegt ist. Es empfiehlt sich darüber hinaus, das vorhandene Verteilnetz auf Digitaltauglichkeit zu überprüfen. Solche Netze haben zum Teil mehr als 15 Jahre auf dem Buckel. Die damals installierten Kabel zeigen heute zumeist deutliche Alterserscheinungen, sodass auch sie ggf. zu ersetzen sind. Die Prüfung geht allerdings nur mit einem modernen Antennenmessempfänger, der aber im Digitalzeitalter den vorhandenen analogen ohnehin ersetzen muss.

Multischaltertechnik

Die Multischaltertechnik ist ausgereift, relativ einfach zu installieren und wird von vielen Herstellern angeboten. Der Qualitätsstandard ist bei Markenprodukten durchwegs hoch. In vielen privaten Gebäuden, aber auch in öffentlichen Einrichtungen werden die Empfänger durch sogenannte Einkabelempfangsanlagen versorgt. Die ’normale‘ Sat-ZF-Verteiltechnik, wie sie in Millionen Gebäuden eingesetzt wird, setzt ein sternförmig strukturiertes Verteilnetz voraus. Das ist in älteren Gebäuden, wie sie bis Mitte der 1990er-Jahre gebaut wurden, bei weitem nicht überall der Fall. Hier findet man die bis dahin für Antennenanlagen eingesetzte Baumstruktur. Die Hersteller von Sat-Empfangsanlagen waren daher immer bemüht, Lösungen zu schaffen, mit denen Sat-Empfang auch in solchen Netzen möglich ist. Das ist ihnen auch so recht und schlecht gelungen. Für modernen digitalen Empfang sind solche Netze eigentlich nur sehr bedingt geeignet, zumal sich viele schon aus Altersgründen den modernen Bedürfnissen gar nicht mehr anpassen lassen.

Unicable-Systeme

Heutige Einkabelanlagen, die in Baumstrukturen eingesetzt werden können, sehen daher völlig anders aus. So genannte Unicable-Systeme arbeiten nach einem anderen technischen Prinzip als Sat-ZF-Multischalteranlagen, auch wenn die eingesetzten Komponenten optisch sehr ähnlich aussehen. Bei den Receivern ist eine spezielle, allerdings seit einigen Jahren in allen neuen Geräten vorhandene, spezielle Steuerung erforderlich. Mittlerweile lassen sich mit Unicable-Produkten auch mittlere Anlagengrößen bedienen. Allerdings ist die Handhabung relativ kompliziert. Auch die Auswahl der Produkte will in jedem Einzelfall wohl bedacht sein.

Eine hochwertige komfortable Lösung

In vielen Anlagen legen die Teilnehmer auf die nahezu unbegrenzte Vielfalt von Satellitenprogrammen, wie sie vorrangig Multischaltersysteme bieten, keinen Wert. Wer mit der Bereitstellung der Programme von 21 Transpondern – das sind rund 80 HD-Programme oder 160 SD-Programme – auskommt, für den bietet sich eine ganz andere, gleichwohl komfortable und hochwertige Lösung an. Sie vermeidet zudem die Nachteile anderer Einkabellösungen: eingeschränkte Teilnehmerzahl, spezielle Antennendosen und manipulierbare Empfangstechnik. Die Kopfstation EKU 825 von Schwaiger ist speziell für die baumförmige Einkabel-Struktur ausgelegt. Somit ist auch der Empfang von Satellitenprogrammen über einfache Hausverkabelungen, wie man sie gerade in Altbauten (allerdings soweit die Leitungen für die Sat-Frequenzen geeignet sind), aber auch in Hotels und Pensionen sowie öffentlichen Einrichtungen findet, möglich. Darüber hinaus kann das Gerät auch ergänzend in klassischen Sat-Verkabelungen zur Versorgung weiterer Teilnehmer eingesetzt werden. Das Empfangssystem EKU 825 hat Eingänge für sechs beliebige Satellitenpolarisationsebenen, einen Eingang für terrestrische TV-Programme (CATV, DVB-T, Video usw.) und einen weiteren für Hörfunksignale (UKW-FM). Ausgangsseitig verfügt es über den Anschluss an das Hausnetz, einen Steckplatz für ein USB-Stick und ein Netzteil. Die EKU 825 selektiert aus den über die sechs Eingänge anliegenden Signalen die Senderdaten von bis zu 21 Transpondern und stellt sie am Ausgang zusammen mit den FM-Hörfunk- und den terrestrischen TV-Signalen für das Hausnetz zur Verfügung. Die Selektion der Transponder erfolgt über eine Konfigurationsdatei, die über den USB-Stick in das Gerät geladen wird. Die Konfigurationsdatei wiederum wird am PC, mithilfe der mitgelieferten Software, erstellt.

Vereinfachte Installation

Zur Unterstützung der Installationsbetriebe stellt Schwaiger programmierte Listen zum Download auf der Schwaiger-Website zu Verfügung. Im Auslieferungszustand ist die EKU 825 bereits so programmiert, das über zehn Transponder von Astra 19,2° bereits funktionieren und jeder Receiver bei Erstinbetriebnahme bereits Programme empfängt. Die Signale der selektierten und über das Hausnetz verteilten Transponder werden dann, wie beim Satellitenfernsehen üblich, von DVB-S(2)-Receiver empfangen und für das angeschlossene TV-Gerät aufbereitet. Für den Empfang sind keine Spezialempfänger erforderlich; es lassen sich vielmehr alle handelsüblichen Receiver einsetzen. Empfänger mit vorprogrammierten Transponderfrequenzlisten erleichtern jedoch die Einstellung der Receiver.

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