Anzeige
Anzeige

Zahlen belegen die effiziente Energienutzung im Arosa-Hotel

Von Ende 1999 bis Anfang 2004 wurden schrittweise wichtige Teile der Haus- und Regelungstechnik im Best Wes­tern Premier Arosa-Hotel in Paderborn durch GFR-Systeme ersetzt. Eine jetzt von GFR erstellte Auswertung über einen Zeitraum von zehn bzw. fünf Jahren belegt, dass die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen zu einer deutlichen Reduzierung des Strom- und Erdgasverbrauchs geführt haben und der Ausstoß von CO2-Emissionen drastisch gesenkt werden konnte. Außerdem verdeutlicht sie die Wirtschaftlichkeit moderner Anlagen- und Automationssysteme, die für einen rationellen und sicheren Betrieb sorgen und sich durch Einsparpotenziale schnell amortisieren.

Autor: Kurt Steffens, freier Journalist | Bilder: Arosa Hotelgruppe, GFR-Gesellschaft für Regelungstechnik
Das Stadthotel Arosa der Hotelkategorie 4 gehört mit 112 klimatisierten Gästezimmern, einem Wellnessbereich mit Schwimmbad, Sauna und Solarium, einem Restaurant mit 75 Plätzen, einer Hotelbar sowie Konferenz- und Gesellschaftsräumen für bis zu 120 Personen und einem hoteleigenen Parkhaus zum gehobenen Standard. Als Energieträger wird in dem in den 70er Jahren entstandenen Gebäude Erdgas eingesetzt, das über eine ca. 15-20 Jahre alte Gas-Heizungsanlage mit zwei Recitherm-Kesseln (je 465kW) eine Betriebsfläche von 6.000m² nicht nur mit komfortablen Temperaturen von 20°C beheizt, sondern auch für warmes Brauchwasser in Küche und allen sanitären Einrichtungen einschließlich Schwimmbad sorgt.

Sanierungsmaßnahmen

In zwei Stufen (Altbau 1999, Haupthaus 2000) begann man zunächst mit der von GFR konzipierten regelungstechnischen Umrüstung der Lüftungsanlage auf Umluft. Damit verringerten sich nicht nur die überhöhte Luftwechselrate im Gebäude und die Leistungsaufnahme der Lüfter, sondern auch der Geräuschpegel der Anlage. Im Januar 2002 erfolgte der Umbau der Heizzentrale, die einschließlich der druckgeregelten Pumpen über das GFR-Leitsystem Digivision für eine bedarfsabhängige Steuerung geregelt und gemanagt wird. Als dritte und vorerst letzte Maßnahme wurde im Januar 2004 die Druckerhöhung der Brauchwasserversorgung auf eine Druckregelung mittels Druckfühler und Frequenzumrichter mit dem Erfolg umgerüstet, dass die gleichen Pumpen seitdem im Schnitt mit nur noch ca. 25% Nennleistung laufen.

Auswertung Erdgasverbrauch

Eine Analyse der nach VDI3807 witterungsbereinigten Erdgasdaten zeigt einen stetig fallenden Verbrauch. Insbesondere die Umrüstung der Lüftungsanlage hat mit 21% einen deutlichen Anteil an der gestiegenen Energieeffizienz. Umbau und Automation der Heizzentrale im Jahr 2002 weisen eine Einsparungsrate von knapp 8% auf, wobei der ausgewiesene Mehrverbrauch von knapp 6% im Jahr 2005 gegenüber 2004 im Nachhinein nicht erklärbar ist. Insgesamt konnte der Erdgasbezug in den letzten zehn Jahren um über 30% gesenkt werden. Ein erfolgreiches Ergebnis, das sich GFR gern mit dem engagierten Energiebeauftragten des Hotels teilt.

Auswertung Stromverbrauch

Die Analyse der Bezugsdaten für Strom zeigt ebenfalls eine fallende Tendenz. Deutlich erkennbar ist eine Verbrauchsschwankung in Korrelation zu den Sommermonaten. Auffallend warme Jahre wie 2001 und 2003 lassen – durch den Einsatz von Strom zur Kühlung des Gebäudes – den Strombezug insbesondere im Sommer steigen. Im Jahr 2004 wurde die Umrüstung der Druckerhöhung der Brauchwasserversorgung durch die GFR fertig gestellt. Im Vergleich zum Jahr 2000 konnten somit rund 6% des Gesamtstroms reduziert werden.

Auswertung CO2-Emissionen

Auch unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes sind die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen der GFR als positiv anzusehen. So können seit den Umsetzungen der Maßnahmen jährlich insgesamt über 140t CO2-Emissionen eingespart werden. Ein Vergleich zwischen 1996 und 2005 weist sogar eine Verringerung von über 175t aus.

Amortisierung der Sanierungsinvestitionen

Durch eine einfache Betrachtung der statischen Amortisation (Kapitalrücklaufzeit) lässt sich die Wirtschaftlichkeit aller drei durchgeführten Maßnahmen positiv, d.h. unterhalb der Lebensdauer, darstellen. Basis dieser Berechnung sind die zum Zeitpunkt der Durchführung aktuellen Kos­ten und Energiepreise. Auf Grundlage der heutigen Energiepreise würden sich die Amortisationszeiten noch positiver darstellen. So amortisierte sich die Umrüstung der Lüftungsanlage schon innerhalb eines halben Jahres über die eingesparte Heizenergie. Der Um­bau der Heizungsanlage hat eine Kapitalrücklaufzeit von neun Jahren über die eingesparten Energiekosten – wobei sich in diesen Kosten auch konventionelle Sanierungskosten der Heizungsanlage befinden. Die Druckerhöhung in der Brauchwasserversorgung amortisiert sich durch den eingesparten Pumpenstrom schon nach 1,8 Jahren.

Fazit

Die Auswertung der Energiedaten macht deutlich, dass unabhängig von den bisher durchgeführten Sanierungsmaßnahmen, die zu einer deutlichen Kosteneinsparung geführt haben, weitere Energieeffizienzpotenziale für den Hotelbetrieb vorhanden sind – so z.B. durch den Einsatz eines elektronischen, zeitnahen Energiecontrollings und den Aufbau eines Energiemanagementsystems. Hierbei werden die Energieverbräuche einzelner Verbrauchsgruppen über separate Messgeräte und Zwischenzähler erfasst und analysiert, so dass bei erhöhtem Verbrauch eine gezielte Optimierungsmaßnahme eingeleitet werden kann. Bereits eine vergleichsweise einfache Einzelmaßnahme (separate Wasseruhr vor der Spülmaschine) konnte den Betreiber von den Vorteilen einer verbrauchsorientierten Datenerfassung überzeugen. Bei einem Abgleich der Messdaten mit dem Personalplan konnten unwirtschaftliche Spülgewohnheiten erkannt und abgestellt werden.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Der Markt für Energiemanagement wächst aktuell rasant. Bedingt durch den Trend zur Digitalisierung und staatlichen Förderprogrammen, wie besondere Ausgleichsregelungen und den Spitzenausgleich, steigen immer mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland ins Energiemanagement ein. Die Lösungsansätze reichen von einer einfachen Visualisierung der Energieverbräuche über die Automatisierung bis hin zu einem zertifizierten Energiemanagementsystem.‣ weiterlesen

Smappee hat ein neues System für das Energie-Management auf der E-World in Essen vorgestellt. Smappee Infinity richtet sich an Energiedienstleistungsunternehmen sowie OEM-Kunden, die an der Einbindung von smarten Energietechnologien interessiert sind. Die Lösung bietet detaillierte Echtzeiteinblicke in Energiedaten als relevante Entscheidungsgrundlage für die bewusste Nutzung von Energie.‣ weiterlesen

Ein systematisches Energiedatenmanagement spielt in zunehmend automatisierten, intelligenten Gebäuden eine zentrale Rolle. Eine Voraussetzung dafür sind Energiemonitoringsysteme, die Energieflüsse transparent machen. Daraus entsteht wertvolles Wissen - Wissen, mit dem sich die Energieeffizienz und der gesamte Gebäudebetrieb optimieren lassen.‣ weiterlesen

Anzeige

Das aus den 1980ern stammende Gebäude des zell- und molekularbiologischen Labors (ZMF) des Universitätsklinikums Tübingen sollte instandgesetzt und die für die aktuelle Nutzung nicht mehr zugeschnittene Anlagentechnik an neue Anforderungen angepasst werden. Zu diesem Zweck entschieden sich die Verantwortlichen für die Erstellung einer Gebäudeanalyse und eines Modernisierungskonzepts. Die Analyse ergab bei den Energiekosten ein deutliches Einsparpotenzial von 27 Prozent sowie von bis zu 172t beim CO2-Verbrauch.‣ weiterlesen

Die Digitalisierung der technischen Ausstattung gewinnt in Gebäuden kleiner und mittlerer Größe immer mehr an Bedeutung. Sie bietet Anwendern gute Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Kostenoptimierung. Die Einbindung der Heiz- und Klimatechnik bietet hier großes Potenzial, um Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit zu erhöhen und ein optimales Raumklima bei geringem Energieaufwand zu schaffen. Das Unternehmen Reuko hat ihr neues Bürogebäude dementsprechend ausgerüstet. ‣ weiterlesen

Das digitale Zeitalter verändert Industrie und Gewerbe – bis in die Heizprozesse hinein. Diesen Weg eröffnet Kübler mit seiner neuen Heizstrategie: Wärme 4.0. Der Name steht für eine ganzheitliche Sicht auf die Wärmeversorgung in Hallengebäuden. Ein Programm, mit dem das Unternehmen Vernetzungen schaffen möchte, Heizprozesse digitalisiert und damit neue Möglichkeiten für Energieeffizienz im Hallensektor bietet. ‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige