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‚Wir dürfen optimistisch auf das
Jahr 2012 blicken!‘

Interview GEBÄUDEDIGITAL mit Alexander von Schweinitz, Leiter des Geschäftsbereichs Final Installation & Distribution bei Schneider Electric. Dieser Bereich umfasst die Marken Merten by Schneider Electric, Ritto by Schneider Electric sowie Elso by Schneider Electric.
GD Herr von Schweinitz, seit Mai 2011 leiten Sie den Geschäftsbereichs Final Installation & Distribution bei Schneider Electric. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?
Auf diese Frage kann ich doch ernsthaft nur mit ‚Gut!‘ antworten… Ich bin sehr zufrieden. Während meiner Zeit als Leiter des Geschäftsbereichs wurden die Vertriebsteams von Merten und Ritto und Schneider Electric integriert. Dieser Prozess ist mittlerweile abgeschlossen. Für unsere Kunden – Elektrohandwerk, Elektroplanung und Großhandel – hat dies den Vorteil, dass es für alle Bereiche einen einzigen Ansprechpartner gibt. Außerdem kann ich sagen, dass wir mit der Geschäftsentwicklung im letzten Jahr ganz zufrieden sind.
GD Was sind Ihre mittel- und langfristigen Etappenziele für die drei Bereiche Merten, Ritto und Elso?
Selbstverständlich streben wir für die Bereiche ein gesundes Wachstum an. Zusätzlich wollen wir unsere Traditionsmarken weiter stärken. Dabei geht es darum, Merten und Ritto noch besser als Partner für Handel und Handwerk zu positionieren, der komplette Installationslösungen aus einer Hand liefert. Das Lösungsangebot ist sehr innovativ und bietet interessante neue Lösungen für die intelligente Gebäudesteuerung und Gebäudeintegration. Es umfasst Schalter und Steckdosen, Elektronik, Gebäudesystemtechnik, sowie Rufanlagen und die Gebäudekommunikation.

GD Wie soll die geschäftsübergreifende Zusammenarbeit der Bereiche Merten, Ritto und Elso aussehen? Werden die drei Bereiche vornehmlich eigenständig bleiben oder sieht die strategische Ausrichtung so aus, dass es zahlreiche gemeinsame Produktentwicklungen geben wird, um Synergieeffekte zu nutzen?
Eigenständigkeit einerseits und gemeinsame Entwicklungen andererseits schließen sich nicht zwangsläufig aus. Merten, Ritto und Elso gehören – wie viele andere Marken mit hoher lokaler Bedeutung, also beispielsweise Feller in der Schweiz, zum Geschäftsbereich Final Installation & Distribution. Innerhalb dieses Geschäftsbereichs werden selbstverständlich Synergieeffekte genutzt, wo immer sie erkannt werden. Das betrifft die Entwicklung genau so wie die Produktionsstandorte, und es findet natürlich in diesem Geschäftsbereich auch ein internationaler Austausch statt. Das Vertriebsteam für die Marken Merten, Ritto und Elso ist bei Schneider Electric angesiedelt. Unsere Kunden haben also immer Kontakt zu einem Ansprechpartner mit Schneider Electric-Visitenkarte, der mit ihnen über Produkte und Lösungen der Marken ‚Merten by Schneider Electric‘ oder ‚Ritto by Schneider Electric‘ spricht. Gerade die beiden letztgenannten Marken haben auf dem deutschen Markt eine hohe Bedeutung: Sie sind seit Jahrzehnten eingeführt und genießen hohes Ansehen. Das wird auch so bleiben. Die Marke Elso befindet sich zur Zeit im Migrationsprozess. Produkte und Lösungen von Elso werden ab April dieses Jahres unter der Marke Schneider Electric vertrieben. Was unter der Marke Elso seit über 100 Jahren gut war, bleibt gut und wird gemeinsam mit Schneider Electric noch stärker: Produkte, Lösungen und der Standort Sondershausen.

GD Stichwort Migration von Elso zu Schneider Electric: Die Migrationsphase soll im Frühjahr mit der Light+Building abgeschlossen sein. Den Namen Elso wird es somit in Zukunft nicht mehr geben. Was waren die Hauptgründe dafür?
Einer der Hauptgründe dieser Migration ist die Komplettierung des Portfolios von Schneider Electric als weltweiter Spezialist für Energiemanagement, der mit dem Slogan ‚From Plant to Plug‘ – also von der Energieerzeugung bis zur Steckdose – als Komplettanbieter für Lösungen antritt. Hier ergänzt das Elso-Sortiment das Produktportfolio von Schneider Electric um funktionale Schalter und Steckdosen, effiziente Gebäudesystemtechnik sowie intelligente Rufanlagen. Elso stellt als deutsche Traditionsmarke eine starke und kompetente Ergänzung der Marke Schneider Electric dar, und hilft dabei, das Markenimage von Schneider um den Aspekt ‚effiziente Installationstechnik mit hoher Qualität und Montagefreundlichkeit‘ zu erweitern. Der Name Elso wird übrigens nicht ganz verschwinden. Er bleibt als Name für Produktlinien – wie beispielsweise Elso Joy – weiter erhalten. Dies betrifft auch die Verpackungen unserer Produkte, auf denen selbstverständlich der Name der Produktlinie zu sehen ist. Was die Produkte angeht, haben Sie Recht: Hier wird zukünftig das Logo von Schneider Electric an Stelle des Elso-Logos zu sehen sein und damit die Marke Schneider Electric repräsentieren.

GD Wie sieht es diesbezüglich bei den anderen beiden Bereichen Merten und Ritto aus?
Die Bedeutung dieser beiden Marken auf dem deutschen Markt habe ich gerade bereits erwähnt. Merten by Schneider Electric ist unsere Premium-Marke für designstarke Lösungen, die mehr als 70 Designpreise vorweisen kann, und bei der Designharmonie und Ästhetik für den Innenbereich eine große Rolle spielt. Gleichzeitig stellt sie bei designorientierter und intelligenter Gebäudeinstallation den High End-Bereich unseres Angebots dar. Ritto ist unsere Marke für innovative Gebäudekommunikation – der Name Ritto steht seit Jahrzehnten für Kommunikationssysteme mit hohem Anwendernutzen, modernem Design und zeitsparender Installationstechnik. Ritto IP beispielsweise ist die erste Sprechanlage, die auf modernen digitalen Kommunikationsmedien und -protokollen basiert. Damit ist die nahtlose Integration in vorhandene Ethernet-Netzwerke genau so möglich wie die Realisierung mobiler Anwendungen. Ich denke, Ritto-Produkte beweisen, wie sich Form und Funktion verbinden lassen.

GD Was sind für Sie die wichtigsten Trends in der modernen Elektroinstallations- und Gebäudetechnik?
Die Themen Energieeffizienz und Energiemanagement werden zukünftig eine immer wichtigere Rolle in der Installations- und Gebäudetechnik spielen. Dabei geht es in Zweckbauten, zunehmend aber auch in Wohngebäuden in erster Linie darum, zu erfahren wann wo wie viel Energie verbraucht wird. Wenn wir dies wissen und uns zusätzlich die Frage stellen, warum bzw. wofür diese Energie verbraucht worden ist, können wir Einsparpotentiale erkennen und erschließen. Ein weiterer wichtiger Trend ist das Thema Kommunikation und Vernetzung: Sie ist wichtig für das gerade erwähnte Energiemanagement, spielt aber natürlich auch für das wachsende Bedürfnis nach mehr Komfort eine wesentliche Rolle. Elektroinstallation und Gebäudetechnik bietet durch Vernetzung ein erhebliches Plus an Komfort und wesentlich höhere Gestaltungsspielräume. Für die Renovierung von Wohn- und Geschäftsobjekten spielen zunehmend Funklösungen eine wichtige Rolle, da bei ihrem Einsatz die aufwändige Verlegung neuer oder zusätzlicher Leitungen entfällt. Die mobile Nutzung des Internets, die durch die rasante Verbreitung von Smartphones und Tablets getrieben wird, führt zwangsläufig auch zum Wunsch nach einem Zugriff auf das Gebäude- und Energiemanagement von unterwegs, um ständig über den aktuellen Status von Haus oder Wohnung informiert zu sein oder bei Bedarf auch Einfluss nehmen zu können. Die Frage, die sich sicher jeder schon einmal gestellt hat, nämlich ‚Habe ich beim Verlassen des Hauses das Licht überall ausgeschaltet?‘ gehört dann endgültig der Vergangenheit an.

GD Wie sieht die Umsatzverteilung für die Bereiche Wohnungsbau und Zweckbau sowie Neubau und Renovierungsmarkt aus?
Renovierung ist eindeutig ein stärkerer Umsatzträger als der Wohnungsbau. Beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses gibt es an der bestehenden Installation immer etwas zu verbessern und zu optimieren.

GD Die Light+Building steht vor der Tür, welche Produktbereiche stehen hier bei Schneider Electric im Vordergrund?
Ich möchte hier noch nicht zu viel verraten – Sie können aber davon ausgehen, dass unser Messeauftritt und unser Produkt- und Lösungsangebot vieles von den von mir genannten Trends wie Vernetzung, Komfort und Sicherheit berücksichtigt. Und die Themen Energieeffizienz und Energiemanagement – wichtig für alle Marken – spielt natürlich auch auf dieser Messe eine wichtige Rolle. Schließlich nehmen wir für uns in Anspruch, der weltweite Spezialist für das Energiemanagement zu sein. Speziell in diesem Jahr stimmt also unser eigenes Kernthema mit dem Letthema der Light+Building überein. Alle Leser sind herzlich eingeladen, uns auf unserem Messestand in Halle 11.1, Stand D56 zu besuchen.

GD Wie beurteilen Sie die gesamtwirtschaftliche Lage in Anbetracht der Euro-Banken-Staatskrise und was erwarten Sie für das Jahr 2012 für die Elektrobranche?
Letzte Prognosen gehen – wie beispielsweise die des DIW, die Anfang Januar veröffentlicht wurde – davon aus, dass es Anfang des Jahres eine kurze Konjunkturpause geben wird. Allerdings soll spätestens ab Mitte des Jahres wieder eine kräftigere Entwicklung einsetzen, wenn die Politik die Aufgabenstellungen im Zusammenhang mit der Euro-Krise zufriedenstellend löst. Auf unser Geschäft dürfte sich positiv auswirken, dass viele Menschen gerade wegen der Euro-Krise und des niedrigen Zins-Niveaus verstärkt über den Kauf oder Bau einer Immobilie nachdenken. Dies stärkt die Nachfrage nach Lösungen für die Gebäudeinstallation, sowohl bei Renovierung als auch beim Haus- oder Wohnungsbau. Insofern dürfen wir optimistisch auf das Jahr 2012 blicken.
(hsc)

Vielen Dank für das Gespräch!

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