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Vorausschauende Planung im Mehrfamilienhaus

In Privathaushalten werden bis zu 75% der Gesamtenergie für die Beheizung benötigt. Dies macht inzwischen den größten Teil der Betriebskosten aus. Grund genug für viele Hausbesitzer und Vermieter, über alternative Heizmöglichkeiten nachzudenken. Immer stärker ins Blickfeld von Handwerksbetrieben rücken Lösungen auf Basis moderner Wärmepumpentechnologie. Sorgfältige Planung und Installation sind dabei Voraussetzung für eine ordentliche Wirkungsweise.
Langfristiges und vorausschauendes Denken begleitet seit jeher den Alltag der Unternehmer Klaus und Erika Grandi aus Herdecke im Ruhrgebiet – sowohl beruflich als auch privat. Die Geschäftsführer der Steinbruchbetriebe Grandi GmbH entschieden sich im Hinblick auf die Altersvorsorge für eine private Immobilie. Zusammen mit einem befreundeten Architekten planten sie ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen zwischen 72 und 140m². Das Penthouse in der oberen Etage werden sie später einmal selbst beziehen. Angesicht der Entwicklungen bei Öl und Gas stellte sich schnell die Frage nach Kosten sparender Heiztechnik. Nach intensiven Beratungen mit dem ortsansässigen Heizungsbetrieb Lüneborg entschieden sich die Bauherren für die Erdwärmepumpe TTF 26 Set. Dabei werden zwei TTF 13 in Kaskade geschaltet.

Wärme aus der Tiefe

Voraussetzung bei der Errichtung eines Sondenfeldes ist der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand zum Nachbargrundstück sowie die Genehmigung der unteren Wasserbehörde bei Arbeiten ab 3m Tiefe. Bei diesem Vorhaben entziehen vier Sonden á 95m dem Erdreich Wärme, die durch Verdichtung im Kältekreis auf ein höheres Temperaturniveau ‚gepumpt‘ und dann an das Heizwasser weitergegeben wird. Dabei erreicht die TTF 26 SET im monovalenten Betrieb eine Leistung von 26,8kW, die ausreicht, um insgesamt 715m² Wohnfläche, inklusive Treppenhaus, mit Wärme zu versorgen. Dies entspricht einer mittleren Heizlast von 37,5W/m2. Wichtig für die einwandfreie Funktion der Wärmepumpe ist das sorgfältige Einbringen der Sonden. Um eine gute Wärmeübertragung sicherzustellen, muss darauf geachtet werden, dass die Rohre danach mit einer Suspension, beispielsweise Bentonit, fachgerecht verpresst werden. Diese bringt nach dem Aushärten eine dauerhaft stabile Einbindung in das umgebende Gestein. Da bereits vor Baubeginn die Wahl des Wärmeerzeugers feststand, ließ Lüneborg unter der Bodenplatte zwei Leerrohre á 10m legen. Durch diese wurden später die Leitungen für den Vor- und Rücklauf der Sole vom Verteilerschacht bis zur TTF geführt. Dies hat den Vorteil, dass die Soleleitungen nicht durch das warme Gebäude geführt werden müssen. Aufgrund vorausschauender Planung konnten zudem auch Heizrohrleitungen unsichtbar in Zwischenwänden oder Deckenunterzügen verlegt werden. Die Wartung der Anlage wird heute ebenfalls vom Fachhandwerksbetrieb Lüneborg übernommen.

Wirtschaftlicher Betrieb

Eine Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb der gesamten Anlage ist die richtige Auslegung. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, je geringer der zu überwindende Temperaturunterschied ist. Aus diesem Grund entschied sich Rudolf Lüneborg für den Einsatz einer Fußbodenheizung, die eine maximale Vorlauftemperatur von nur 35°C benötigt. Mindestens ebenso wichtig wie die Auslegung des Heizsystems ist auch das energetische Niveau des gesamten Gebäudes. So hängen Heizlast und damit auch Energiekosten stark von Transmissionswärmeverlusten ab. Daher legten die Hausbesitzer großen Wert auf eine wärmebrückenfreie Konstruktion sowie sehr gute Dämmung. Das Gebäude erreicht mindestens KfW-60-Standard.

Planung, die sich auszahlt

Seit November 2007 ist das Mehrfamilienhaus vollständig vermietet. Auch für die Bewohner zahlt sich die Investition der Vermieterin im wahrsten Sinne des Wortes aus. So liegen die Verbrauchskos­ten für Heizenergie deutlich unter den errechneten Ausgaben für Öl oder Gas. Und noch viel wichtiger – sie sind langfristig kalkulierbar. Die Abrechnung erfolgt dabei über separate Wärmemengenzähler für jede Wohnung. Geregelt wird die gesamte Anlage witterungsgeführt über den zentralen Wärmepumpenmanager, wobei über eine Einzelraumsteuerung die Teperatur in jeder Wohnung individuell verändert werden kann.

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