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‚Smarte‘ Technologie allein macht noch keine Energiewende

Vertrauenswürdige,
sichere Infrastruktur

Die Energiewende ist mittlerweile ein feststehender Begriff in Europa. Für Energienutzer ist sie die Chance zur aktiven Teilnahme am Energiesystem. Die Vision ist das Energie-positive Gebäude – das in Summe mehr Energie produziert als es verbraucht. Dies wird das Stromnetz nicht überflüssig machen, da in Situationen der Überproduktion oder Unterversorgung ein Austausch mit anderen Akteuren und Netzbetreibern notwendig wird.
Dieser Austausch wird z.B. durch Einspeisung von Solarenergie realisiert – der Einsatz von ’smarter‘ IKT findet heute noch nicht statt. So lassen sich etwa lokale Einspeisespitzen im Netz nicht durch intelligentes Umleiten der Energie in gebäudeeigene Speicher oder an die Verbraucher reduzieren. Dieses unkoordinierte Vorgehen will die Bundesregierung für Eigentümer einspeisender Erzeuger und für Verbraucher über 6.000kW/h pro Jahr beenden. Intelligente Messsysteme werden zukünftig den logischen Übergabepunkt zwischen Netzdomäne und Gebäudeebene gestalten. Die Verantwortlichen nehmen die Verpflichtung der EU zum nahezu flächendeckenden Roll-out von Smart Metern zum Anlass, ein nachhaltiges Energiemanagementsystem zu etablieren. Intelligente Messsysteme bestehen aus einem digitalen Zähler, der die Messwerte zum Herzstück des lokalen Systems, dem Smart Meter Gateway (SMGW) sendet. Das SMGW versieht den Messwert mit einem Zeitstempel und verschlüsselt das Datum, um den Schutz vor Hackern und Datenmissbrauch zu erhöhen.

Jederzeit ein sicherer Servicezugang

Allerdings ist der Begriff Smart Metering Gateway etwas zu kurz gegriffen: Durch definierte Schnittstellen in die Gebäudeinfrastruktur ist es auch möglich, dieses sicherheitszertifizierte Gateway als Vertrauenspunkt für weitere Dienstleistungen zu nutzen. Ein potenzieller Betreiber mehrerer dieser Gateways ist somit in der Lage verschiedenen Dienstleistern jederzeit einen sicheren Servicezugang zu den jeweiligen Daten und Applikationen zu ermöglichen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie solche Services aussehen können und welche Geschäftsmodelle im Rahmen der gesetzlichen Regelungen möglich sind.

Wann ist Technologie ’smart‘ und sicher? Eine Frage der Perspektive!

Verteilnetzbetreiber verstehen unter dem Wort ’smart‘ im Wesentlichen ein netzdienliches Verhalten dieser auf Gebäudeebene angeschlossenen Ressourcen – somit sollten die dezentralen Elemente zur Systemstabilität und Versorgungssicherheit beitragen. Für den Gebäudeeigentümer oder den Verbraucher ist ’smart‘ etwas, das unmittelbare Vorteile in Form von Eigenverbrauch oder Einsparungen bringt bzw. zusätzliche Einnahmen generiert. Auch nicht-monetäre Vorteile, wie erhöhte Unabhängigkeit oder die Optimierung des CO2-Footprints, fallen in diese Kategorie. Bei genauerer Untersuchung der Gebäudeebene sind die Zielfunktionen der Akteure nicht immer Deckungsgleich. Die Energienutzer nehmen nur in seltenen Fällen Qualitätsverluste in punkto Verfügbarkeit oder Komfort in Kauf – Eigentümer oder Investoren hingegen möchten ihre Investitionen in ’smarte‘ Technologien unter entsprechenden Renditegesichtspunkten und mit einer gewissen Investitionssicherheit treffen.

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