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Systemintegration 2.0

Das Geschäftsmodell der Systemintegratoren in der Gebäudeautomatisierung verändert sich mit zunehmender ITK-Vernetzung der Gebäude. Die Sicherheitstechnik wird dabei zunehmend von IT-Spezialisten umgesetzt, die dann auch die Gewerke via PC an jedem beliebigen Ort im Gebäude und auch Remote via Internet-Technologien ansteuerbar machen.

Parallel zum Ausbau der Bandbreiten für Internet, IP-TV und Mobiltelefonie vernetzt sich Deutschland in den nächsten Jahren mit Videoüberwachungslösungen: IMS Research sagt voraus, dass CCTV-Systeme (Closed Circuit TV) von knapp 5Mrd. US-$ Jahresumsatz in 2007 bis 2010 auf über 8Mrd. US-$ steigen wird. Hinzu kommt die Prognose, dass digitale Überwachungssysteme dabei in Deutschland von 30 auf 50% anwachsen sollen. Kumuliert ergibt sich daraus ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 38% (CAGR).

Neue Systemintegratoren

Gleichzeitig verändert sich auch die Lieferantenstruktur in diesem Segment: Die ehemalige Domäne für CCTV sind klassische Security-Anbieter. Dieses ‚Gewerk‘ wird durch Webvideo- und PC-Technologie zunehmend in die IT-Landschaft integriert. Mit der Videoüberwachung einhergehend wird auch die Gegensprechanlage und die Schließanlage inklusive konventioneller Zutrittskontrolle integriert. Hinzu kommt die Lichtsteuerung usw. und im Nu ist die gesamte Gebäudeautomatisierung an die IT angeschlossen. Mit der Ausbreitung der IT im Gebäude stoßen auch weitere Dienstleister in das Geschäft der Systemintegratoren für die Gebäudeautomatisierung vor: Diese Unternehmen sind IT-Spezialisten, die sich darauf spezialisiert haben, Gewerketechnologie wie Zutrittskontrollsysteme, Videoüberwachung, Klima- und Lichtsteuerung etc. mit der IT-Welt zu verbinden, um so dem Anwender ganzheitliche Interfaces zur Facility-Elektronik liefern zu können, die an jedem Ort im Haus via PCs angesteuert werden kann. Hierbei geht es nicht mehr um klassische, gewerkeübergeifende Integration, sondern um den Anschluss der elektronisch regelbaren Gewerke an die IT, die damit zur Peripherie von Computern und Servern wird. Systemintegration mit Web 2.0 Ambition könnte man dazu sagen.

Integrierte Videoüberwachung

Eines der Schlüsselgewerke ist dabei aktuell die Videoüberwachung, denn die Kameras bieten dank der Nachfrage nach HD-Videokameras im Consumermarkt günstigen Komfort: Megapixel- anstelle Kilopixelauflösungen, Null-Lux Funktionen, Mikrofone, Zoomfunktionen, Schwenkfunktionen, Bewegungsmelder, Alarmfunktionen, Videoserver und weitere Funktionen eines Videoservers. Mit Ethernet- oder Wireless-LAN Anschluss lassen sie sich für die Gebäudevisualisierung, Videoüberwachung mit Videospeicher und Videosprechanlagen installieren und via PC- und Kommunikations-Technologien viele Komfort- und Sicherheitsfunktionen umsetzen.

EIB, CANopen oder LonWorks werden zur Computerperipherie

Die Gebäudesystemtechnik wird dabei an den zentralen PC-Server angebunden und kommuniziert mit EIB, CANopen oder LonWorks bzw. digitalen oder analogen I/O. An jedem Platz im Haus, an dem ein PC via LAN oder WLAN angeschlossen werden kann, ist durch das Starten der Gebäudeüberwachungssoftware ein Zugang zu der Technik möglich. Darüber hinaus sind an diesen Clients aber auch weitere Funktionen integrierbar, die gerade durch das Entstehen der Internet-Technologien einen Reiz der Systemintegration 2.0 ausmachen: E-Mails abholen. Internetzugang zu Radio- und Fernsehstationen. Webtelefonie. Videotelefonie und mehr. Durch diese Mehrwertfunktionen steigert sich der Nutzwert für den PC an der Gebäudeautomatisierung und führt damit zu Marktpotenzial, als es in der Vergangenheit bei den Visionen über das ‚Intelligente Haus‘ der Fall war. Für ein intelligentes Haus gibt es nur dann einen größeren Nachfragemarkt, wenn es mit Techniken verbunden wird, die Hausbesitzer täglich brauchen. Und das sind heute Telefon, Fernsehen, Radio und Internet. Und Internet ‚Tripple-Play‘ (und mehr) mit ADSL Bandbreiten verändert heute essentiell die bisherigen Distributionswege für die klassischen Funktionen Telefon, Fernsehen und Radio. Einer der Systemintegratoren der Generation 2.0 ist die junge Firma Ites GmbH. Aus den Bereichen IT & Telekommunikation sowie Gebäudesystemtechnik kommend vereint das Unternehmen aus dem Bayrischen Geiersthal beide Wissensbereiche, um seinen Kunden integrierte Gesamtlösungen mit Mehrwert zu bieten.

Der Anwendungsfall

Ein 2.0 Systemintegrationsprojekt mit EIB-Haustechnik hat Ites jüngst in einem Umbauobjekt geplant und umgesetzt: Der Wunsch des Kunden, war Gebäudesystemtechnik zu bekommen, die leicht zu bedienen und bedarfsgerecht skalierbar ist. Als erste Installation sollte die Gebäudevisualisierung, Videoüberwachung mit Videospeicher und Videosprech- und Türschließanlage installiert werden.

Funktionsumfang im Privathaus

Diese verwandten digitalen Doomkameras liefern heute hochauflösende 30 1-Megapixel Bilder pro Sekunde an drei PC mit 6,5″ großen Bildschirmen und Touchscreen-Steuerung. Die Überwachungskameras können über Soft-Button bis zu vierfach gezoomt und geschwenkt werden. Darüber hinaus kann man zwischen den beiden Objektiven einer Kamera für den Hauseingang und die Garageneinfahrt umschalten. Alternativ sind 180° überwachbar. Hinterlegte Sprachfiles oder Soundfiles sind per Softbuttons über das Touchdisplay auslösbar. Unabhängig davon können diese Files auch bei Ereignissen wie z.B. Bewegungsmeldung ausgelöst werden. So kann ein Sprachfile abgegeben werden, selbst wenn der Hausherr nicht im Hause ist, sodass ein lebensechtes Szenario mit Lichtschaltungen und Hausbesitzertönen Einbrecher effektiv in die Flucht schlagen können. Der Kunde kann die Anlage auch von der Ferne aus über VPN oder einen anderen Fernwartungsdienst über z.B. http-Zugang bedienen. In Verbindung mit EIB sind die Reaktionen auf Ereignisse frei definierbar. Praktisch ist auch, dass das Außenlicht über in der Kamera integrierte PIR-Bewegungsmelder geschaltet werden kann, was konventionelle Bewegungsmelder spart. Eingespart wird auch der physikalische Videorekorder, der aus Software und Festplatte besteht. Aufnahmen sind wahlweise in ganzen Sequenzen oder in Einzelbildern möglich. Bei der Programmierung kann der Anwender zwischen ereignisgesteuerter oder dauernder Aufnahme wählen. Möchte man Sequenzen oder Bilder dauerhaft archivieren, kann man dies über das Display auf einen im Netzwerk hängenden Server exportieren. Die Visualisierungssoftware für das Kameramanagement sowie das übergeordnete Benutzerinferace (Facility Pilot der Firma Jung) laufen auf einem Server, an dem die Panels zur Visualisierung angeschlossen sind. Neben der Schließanlage sind die über USB integrierten EIB-Systeme wie Lichtschalter, Rollosteuerungen, Heizkörperthermostate und Raumsteuerungen sowie Fensterschließkontakte angeschlossen, sodass sich mit dieser integrierten Lösungen alle Ereignisse parametrieren lassen, die man sich wünscht. Ein Panel im Teehaus des Gartens wurde übrigens mit WLAN angebunden. Neben den Panels ist auch die TK-Anlage an die Gegensprechanlage der Türe angeschlossen. Damit ist die Gegensprechanlage und der Türöffner per DECT-Telefone an jedem anderen Ort ansteuerbar.

Mehrwert für Heimanwender

Der Anwender kann sich über zusätzliche Features wie E-Mail abrufen freuen, welche Zusatzprogramme und Internetzugang an den Panels. Der Kunde kann überlegen die Musikanlage (Multiroom), Video- und Musikserver und TK-Anlage für verpasste Anrufe sowie die Alarmanlage anzubinden. Dies ist jederzeit möglich, denn mit Windows als Betriebssystem steht eine offene Systemplattform zur Verfügung, deren Software auch die proprietärsten Lösungen integrieren kann, sofern diese ein Interface zur PC-Welt haben. Und auch hier erkennt man den Clou, der sich aus der Verbreitung von PC-Technologie im Hause ergibt: Die Gebäudesystemtechnik wird zur Peripherie der Computer. Und das ist der Beschleuniger für die Umsetzung der vor wenigen Jahren nach als Visionen anzusehenden ‚Intelligenten Häuser‘, die Ites im Bereich Gebäudesystemtechnik und IT/Telekommunikation umsetzt und so dem Kunden vieles aus einer Hand liefern kann.

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