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Synergien bei Planung und Elektroinstallation

Das Klinikum Bremen Mitte nahm im Frühjahr 2008 nach zweijähriger Bauzeit den Betrieb einer neuen Zentralküche auf. Hier kommt nun moderne Küchentechnik nach dem ‚Cook and Chill Verfahren‘ zum Einsatz. Im Rahmen der Gebäudeautomation waren im Neubau diverse Elektroinstallationen erforderlich. Neben der Energieversorgung betraf das die Ausgestaltung der Verteiler und Stromkreise, die Installation der Daten- und Kommunikationsnetze sowie der Zutrittskontroll- und Brandmeldeeinrichtungen. Bezeichnend für dieses Projekt war, dass das mit der Fachplanung beauftragte Ingenieurbüro und das mit den Installationen betraute Unternehmen sich der gleichen CAD-Planungssoftware bedienten.
Das Klinikum Bremen Mitte zählt zu den größten Allgemeinkrankenhäusern in der Bundesrepublik mit 964 Planbetten, 3.538 Mitarbeitern und 18 Fachkliniken. Um eine hohe Qualität in der Patientenversorgung sicherzustellen, kommt auch der Verpflegung der Patienten ein hoher Stellenwert zu. Da auch drei weitere Krankenhäuser innerhalb des Klinikverbundes Bremen mit zu versorgen sind, entschloss man sich zum Neubau einer modernen zentralen Großküche.

Bemerkenswerte Leistungsdaten

Der Energiebedarf für die neue Zentralküche, welche für die Zubereitung von bis zu 3.600 Essen pro Tag ausgelegt ist, wurde mit ca. 900kW angesetzt, inkl. Reserveleistungen. Die gesamte umbaute Fläche beträgt ca. 3.400m-2. Über das vom Klinikum Bremen Mitte initiierte öffentliche VOF-Verfahren wurde u.a. das Ingenieurbüro Pachaly aus Riede in das Gesamtprojektteam berufen. Bormann Elektrobau aus Weyhe-Dreye gewann die öffentliche Ausschreibung für die Elektroinstallation und Brandmeldetechnik. Das Ingenieurbüro Pachaly und das Elektroinstallationsunternehmen haben langjährige Erfahrungen in derartigen Projekten. Gut entwickelte sich die Zusammenarbeit dieser Unternehmen, weil sie mit dem gleichen Planungswerkzeug, der DDS-CAD Elektro von Data Design System aus Ascheberg, arbeiteten. Kennzeichnend für die Software sind die objektorientierte Programmierung, die bidirektionale Verarbeitung von DXF- und DWG-Dateien, 3D-Funktionen sowie die IFC-Schnittstelle. “Seit 1994 setzen wir die CAD-Planungssoftware für elektrotechnische Fachplanungen erfolgreich ein. Mit dieser Software haben wir eine weitgehende automatische Planungsunterstützung, welche Stromkreise und Verteiler ausweist und entsprechende Verweise in die Pläne einbringt,“ schildert Dipl.-Ing. (FH) Thomas Pachaly, Geschäftsführer und Mitinhaber des Ingenieurbüros Pachaly, und fügt hinzu: “Die gebotene Funktionalität, Transparenz und Durchgängigkeit einer vollständigen Dokumentation sind sehr überzeugend, sodass wir mittlerweile sechs Lizenzen erworben haben.“

Effiziente Fachplanung und Installation

“Über vier Arbeitsplätze wird auf DDS-CAD Elektro zugegriffen. Benötigt wird die gesamte funktionale Bandbreite. Sie erstreckt sich von einer detaillierten Werkplanung mit Nachweisen bezüglich Leitungslängen und Querschnitten bis hin zur Dokumentation von Aufbauplänen von Schaltschränken zur Energieversorgung und von Datenschränken mit den zugehörigen Patchfeldern“, berichtet Thomas Göldner, Fachplaner für Elektro- und Kommunikationstechnik im Hause Bormann Elektrobau.

Planung und Fertigungsunterlagen aus einem Guss

Der im DDS-System integrierte und Objekt orientierte DXF/DWG-Konverter bietet die Möglichkeit, im Grundriss bzw. Gebäudeplan einzelne Objekte zu löschen oder zu verändern. Ausgehend von einem Grundriss wird die Raumdefinition generiert. Mit einigen Parametern lassen sich aus 2D-Grundrissen entsprechende 3D-Darstellungen bilden. Die Planung der Elektroinstallation wird sehr vereinfacht. Mit wenigen Mausklicks lassen sich Stromlaufpläne erstellen und elektrotechnische Bauteile komfortabel platzieren. Es folgt die Angabe der Stromkreise und die Festlegung der Leitungen mit Auswahl der Verlegeart. Individuelle Belange bei der Verdrahtung und Generierung des Schaltschrankaufbaus lassen sich leicht einbringen. Nach der Installationsplanung folgt die automatische Verteilerplanung. Diverse Übersichts-, Schalt- und Stromlaufpläne, Verteiler- und Materiallisten, Prüfprotokolle etc. werden bereitgestellt. Zur Verfügung stehen die Leitungsberechnung unter Beachtung der Verlegeart, Kabelhäufung, Temperatur usw., die Leerrohrberechnung sowie Spannungsfallberechnung zur Kontrolle der zulässigen Leitungslängen. Auch Kurzschluss- und Lichtberechnungen können angewandt werden. Über das in der Planung platzierte Symbol erfolgt der Zugriff auf die in der Datenbank hinterlegten Informationen wie Artikelnummer, Bezeichnung und alle technischen Leistungsdaten. Mit der Verknüpfung zu Artikeldatenbanken können Masse-Ermittlungen und Stücklisten bereitgestellt werden. Die Artikeldaten sind gemäß ZVEH-Kalkulationshilfe strukturiert und von allen gängigen Kalkulationsprogrammen verarbeitbar.

Änderungen und Kollisionsprüfungen leicht gemacht

Bei Änderungen werden der Grundriss eingegeben und die betreffenden Modifikation vorgenommen. Durch die intelligente Raumerkennung ändern sich im System automatisch alle betroffenen Raumdaten inkl. der Massen, und es erfolgen alle entsprechenden Berechnungen sowie Plausibilitätsprüfungen erneut. Generell bietet das System auch eine Kollisionsprüfung. Ein Abgleich insbesondere in 3D macht sichtbar, ob z.B. Kabeltrassen im jeweiligen Gewerk bzw. Bauabschnitt kollidieren.

Vorteile für alle Beteiligten

“Sobald die ersten Betonbauten fertig gestellt waren oder eine Decke eingezogen wurde, konnten die erforderlichen Leerrohrinstallationen erfolgen“, erklärt Thomas Göldner. “Das heißt, wir haben sukzessive, je Bauabschnitt teilweise mit bis zu zehn Mitarbeitern, die allgemeinen Installationsarbeiten vorgenommen.“ Zu guter Letzt folgten dann die fachspezifischen Ausführungen, wie die Installation der Daten- und Kommunikationsnetze, Brandmelde- und Zutrittskontrolleinrichtungen sowie die komplexe Stromversorgung für die diversen Küchenaggregate.“ Es ist nicht die Regel, dass die Fachplaner und Installationsbetriebe die gleiche Software nutzen, was sich hier überaus positiv auswirkte. Komplette Projektunterlagen konnten nach der Planung vom Ingenieurbüro an das ausführende Unternehmen zur Umsetzung übergeben werden. So setzt sofort die eigentliche Werkplanung auf, damit z.B. aus den gelieferten einpoligen Darstellungen drei- oder mehrpolige generiert werden, um den Verteileraufbau zu erstellen. Der unmittelbare Austausch intelligenter Daten führt zur absoluten Eindeutigkeit und verzögerungsfreien Bearbeitung. “Nach der elektrotechnischen Ausführungsplanung haben wir die Objektüberwachung übernommen, sodass sichergestellt war, dass die ausgewählten Geräte, Materialien sowie deren Dimensionierung zum Einsatz kommen und eine fachgerechte Positionierung und Vernetzung stattfindet“, resümiert Thomas Pachaly und ergänzt: “Darüber hinaus erfolgte eine permanente Zuarbeitung der Bauleitung im Hinblick auf die Koordination der Installationsarbeiten, Terminplanung, Abrechnungen und Einzelabnahmen.“ Die Eigenschaften der CAD-Planungssoftware liegen auf der Hand: ein gut geplantes Vorhaben in voller Übereinstimmung mit dem Bauherrn und den Planungsteams aus den anderen Gewerken, eindeutige Fertigungsunterlagen für die Monteure, Ausschluss von Fehlern, optimaler Materialverschnitt sowie Zeitgewinn durch Transparenz und passgenaue Arbeitsschritte.

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