Anzeige
Anzeige

Stromausfall durch
Kabelbrand – Datenverlust kann Existenz bedrohen

Wenn in deutschen Büros plötzlich die Computer stillstehen und nichts mehr läuft, dann liegt das meist an defekten Stromleitungen und fehlerhaften Elektroinstallationen. Computerviren sind nur in 7% der Fälle am Blackout schuld. In 60% der Fälle heißt die Ursache: Mängel in der Infrastruktur und überalterte Installationen. Aus diesem Grund drehte sich bei den Sicherheits- und Energiespartagen der Deutschen Elektrohandwerke vom 2. bis 27. Oktober 2006 alles um das gewerbliche Büro.
Autor: Hans-Werner Baumgärtler, Geschäftsführer ArGe Medien | Bilder: ArGe Medien
Jedem Betrieb droht ein Desaster, wenn die vorhandenen Elektroleitungen aus Kosten- oder Zeitgründen nicht rechtzeitig ersetzt oder erweitert wurden, und dies trotz einer deutlich erhöhten Zahl angeschlossener Geräte. Die Folge solcher Nachlässigkeit: Die überlasteten Leitungen erwärmen sich stark, und es kommt zu einem Hitzestau, der dann in einem Schwelbrand gipfeln kann. Bis die betroffenen Arbeitsplätze wieder intakt sind, vergehen oft Tage. Es entstehen Kosten, die den Unternehmer unnötig belasten – ganz zu schweigen vom möglichen Verlust wertvoller Daten. Mehr als 40% der Unternehmen, die einen schwerwiegenden Datenverlust erleiden, müssen unmittelbar nach dem Schadensfall schließen. Weitere 29% erholen sich nicht mehr davon, so dass sie innerhalb der nächsten beiden Jahre aufgeben müssen.

Sicherheit am Arbeitsplatz

Die Sicherheit am Arbeitsplatz spielte also bei den bundesweiten Aktionen und Beratungsangeboten der Elektro-Innungsfachbetriebe während der Sicherheits- und Energiespartage die zentrale Rolle. Dabei rückte die Aufklärungskampagne der Deutschen Elektrohandwerker, die alljährlich die Verbraucher rund um die Themen Strom und Energie informiert, den E-Check in den Mittelpunkt. Beim E-Check werden alle Elektroinstallationen und elektrische Geräte wie Computer, Drucker, Kopierer, Aktenvernichter und Bildschirme geprüft. Aber auch Kontroll- und Sicherheitssysteme, Arbeitsplatzbeleuchtung, Schutzeinrichtungen gegen Blitzschlag und Überspannung nimmt der E-Check unter die Lupe. Auch Überspannungen z.B. bei Gewittern wirken sich fatal auf die Hardware wie etwa E-Mail-Server aus.

Risikofaktor Datenverlust

Ein Ausfall kann hier zum Verlust der zuletzt gesicherten Daten führen. „Veraltete Sicherungsverteiler, überlastete Stromkreise und Isolationsfehler sind häufig unterschätzte Risikofaktoren“, weiß Walter Tschischka, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke, aus der Praxis. Es können nicht nur enorme finanzielle Schäden entstehen. Vielmehr wird hier auch die Gesundheit der Angestellten leichtfertig aufs Spiel gesetzt, denn bei Schwelbränden entwickeln sich giftige Gase. „Jeder Betriebsinhaber oder GmbH-Geschäftsführer muss sich darüber im Klaren sein“, so Tschischka, „dass er mit seinem Privatvermögen haftet, wenn in seinem Unternehmen Computersysteme ausfallen und es dadurch zu Datenverlusten mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen kommt, die dessen Existenz in Gefahr bringen.“ Im Schadensfall müsse er gegenüber Gewerbeaufsichtsämtern, Berufsgenossenschaften oder Versicherungen nachweisen, dass die Elektroanlage regelmäßig geprüft wurde. Aber obwohl die Wiederholungsprüfung aller Elektrogeräte und -anlagen in einem Betrieb laut der Unfallverhütungsvorschrift Pflicht ist und Betriebsinhaber für Personen- und Sachschäden haften, vernachlässigen viele Firmen die Wartung ihrer elektrischen Anlagen. „Mit den Sicherheits- und Energiespartagen wollen wir den E-Check des deutschen Elektrohandwerks noch bekannter machen“, so Tschischka. Der E-Check ist der von den Berufsgenossenschaften anerkannte, normgerechte Nachweis, dass alles in Ordnung ist. „Daran muss doch jeder Betriebsinhaber ein ureigenes Interesse haben.“

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

1865 gegründet, musste die Gesangbuchfabrik J. Schäfer im pfälzischen Grünstadt 2006 ihre Tore schließen. Der seitdem andauernde Dornröschenschlaf des Gebäudes wird nur hin und wieder durch Ausstellungen des örtlichen Kulturvereins unterbrochen. Anders erging es dem östlich der alten Fabrik gelegenen Gelände: Auf der innerstädtischen Baulücke plante die Bauherrengemeinschaft Gesangbuchfabrik Grünstadt gemeinsam mit dem ABüro P4-Architekten BDA in Frankenthal eine Wohnanlage. Entstanden sind sechs Gebäude, die auf ein nachhaltiges Energiekonzept mit Produkten von Stiebel Eltron setzen. ‣ weiterlesen

Anzeige

Einen Sparkurs, den man gern fährt - das sind die mehr als eine Million Kilowattstunden an Energie, die der Hersteller von Verbindungstechnik- und Automatisierungslösungen Wago an seinem Produktions- und Logistikstandort im thüringischen Sondershausen nun einspart. Technischer Dreh- und Angelpunkt des Effizienzprojekts ist die kombinierte Bereitstellung von Druckluft, Wärme und Kälte.‣ weiterlesen

Anzeige

Der österreichische Hersteller M-Tec macht aus seinen Wärmepumpen intelligente Zentralen für das ganzheitliche Energiemanagement. Seit 2016 bietet das Unternehmen Erd- und Luftwärmepumpen mit integriertem Energiemanagementsystem für Einfamilienhäuser an. Jetzt bringt der Wärmepumpenspezialist ergänzend leistungsstarke, modulare Pumpen für Gewerbebetriebe, Hallen und Mehrfamilienhäuser auf den Markt. ‣ weiterlesen

Anzeige

Ab März 2021 ist es soweit: Die ersten Geräte mit dem neuen Energielabel sind im Handel erhältlich. Die auffälligste Neuerung ist die geänderte Effizienzklassen-Skala. Statt wie bisher meist von A+++ bis D reicht sie dann von A bis G. Die Initiative Hausgeräte+ erklärt die wichtigsten Änderungen.‣ weiterlesen

Anzeige

Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie fanden die diesjährigen Vorstandswahlen der EEbus Initiative e.V. im Rahmen der 12. Mitgliederversammlung am 30. Oktober virtuell statt. Dabei wurde der bisherige Vorsitzende Peter Kellendonk in seinem Amt bestätigt.  ‣ weiterlesen

Deutschland ist nach wie vor weit von den vereinbarten Klimaschutzzielen für 2020 entfernt. Dies liegt auch an den geringen Fortschritten im Bereich der Energieeffizienz. Laut den Zahlen des aktuellen Fortschrittsberichts zur Energiewende hat sich der Primärenergieverbrauch 2017 gegenüber 2008 lediglich um 5,5 Prozent verringert. Der politisch vorgegebene Zielwert für 2020 liegt bei einem Minus von 20 Prozent, 2050 sollen es 50 Prozent weniger sein.‣ weiterlesen