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Sonnenlicht aus der Deckenlampe

Das System heißt Hybrid Lighting (HSL 3010) und ist an ausgewählten Standorten der USA in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen im Beta-Test. Von einem Parabolspiegel aufgefangenes Sonnenlicht wird gebündelt, gefiltert und in einzelne Fasern hineingeleitet. Diese Lichtleiter bringen die Sonne ins Gebäude. Derzeit reichen etwa zwei dieser Fasern aus, um eine 50W-Glühlampe zu ersetzen.
Bilder: Sunlight Direct, U.S. DOE, (Lynn Freeny)
Angefangen hat alles vor über 30 Jahren in den USA. Wissenschaftler dachten über Möglichkeiten nach, das Sonnenlicht in das Innere von Gebäuden zu bringen. Aber erst die Entwicklung von faseroptischen Kabeln aus wirtschaftlichem Plastik brachte Bewegung in das Projekt. Dieses Hybrid Lighting System steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und hat dementsprechend auch einige Makel. Da nicht überall gleichzeitig die Sonne scheint, ist das System allein nicht ‚lebensfähig‘. Reicht das Sonnenlicht nicht mehr aus – dies wird mit Beleuchtungssensoren gemessen – muss konventioneller elektrischer Strom zugeschaltet werden. Ein weiterer Nachteil ist die begrenzte Reichweite der Leiter. Das Material neigt dazu, einen Anteil des Lichts zu absorbieren. Wegen der hohen Verluste ist derzeit bei einer Gesamtlänge von 10m Schluss. Zur Lösung dieses Problems gibt es zwar schon erste Lösungsansätze, man könnte z.B. gerade Strecken durch Hohlrohre mit verspiegelter Auskleidung überbrücken, bis zur Praxistauglichkeit wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Ein deutsches Wissenschaftler-Team aus Nürnberg arbeitet an einer solchen Lösung.

Hohes Zukunftspotenzial

In erster Linie spart man durch den Einsatz des Systems natürlich elektrischen Strom. Insgesamt bringt HSL 3010 bei voller Sonneneinstrahlung eine Leuchtleistung von 50.000Lux, ausreichend, um eine Fläche von bis zu 90m2 zu beleuchten. Aber es ergeben sich auch sekundäre Einsparungen. Das gefilterte Sonnenlicht gibt weniger Wärme ab. Dadurch fallen die Kühlungskosten geringer aus. Im Moment existiert neben dem von der amerikanischen Firma Sunlight Direct vertriebenen Hybrid Lighting System noch ein vergleichbares Produkt der japanischen Firma La Foret Engineering, das mit echter und darum kostspieligerer und leistungsfähigerer Glasfaser arbeitet. Die Anschaffungskosten der amerikanischen Variante sollen pro Einheit für institutionelle Kunden bei unter 10.000US-$ liegen. Bis ein System für Privatkunden in den Beta-Test geht, soll es 2008 werden. In Anbetracht der Vorzüge dieser Technik ist in Zukunft mit mehr Systemen und Produkten auf dem Markt für Sonnenlicht via Faser zu rechnen.
(hsc)

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