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Smart Metering – Der Zählerplatz im Wandel

Die Zählerplatztechnik befindet sich zurzeit in einem bedeutenden Umbruch. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wird der Ferraris-Zähler sukzessiv abgelöst und durch sogenannte Smart Meter wie dem elektronischen Haushaltszähler eHZ ersetzt. Der Hintergrund: Im Rahmen des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung fordert beispielsweise das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) bei Neuanlagen und umfassenden Renovierungen ab dem 1. Januar 2010, intelligente Zähler (Smart Meter) einzusetzen.
Ziel dieser Smart Meter ist eine Erhöhung der Verbrauchstransparenz, die es dem Kunden ermöglicht, seine Verbräuche im Detail nachzuvollziehen, und die ihm hilft, Energie zu sparen. Bereits zum Jahresende 2009 werden sich Energieversorger und Netzbetreiber für den eHZ entschieden haben oder ihn wahlweise zulassen. Aufgrund seiner Leistungsfähigkeit erfährt der Zählerplatz damit eine deutliche Aufwertung, von der auch der Elektrotechniker in Form von Zusatzgeschäften profitiert. Auch deshalb setzen zahlreiche Netzbetreiber und Stadtwerke auf diese moderne Messtechnik, die dem klassischen Ferraris-Zähler in vielerlei Hinsicht überlegen ist: Z.B bringt die Anschlusstechnik mit der rückseitigen Steckkontaktierung einerseits Inbetriebnahmesicherheit mit sich und andererseits ermöglicht sie einen einfachen und sicheren Zählerwechsel. Denn anders als bei 3-Punkt-Zählern müssen die Anschlüsse nicht einzeln aufgelegt und geschraubt werden – für den kraftschlüssigen Anschluss wird der Smart Meter einfach eingehakt. Anschlussfehler sind damit weitestgehend ausgeschlossen und auch die Berührungssicherheit ist unter allen Betriebsbedingungen sowohl bei nicht installiertem Zähler als auch bei der Montage und Demontage gegeben – ein Kontakt mit spannungsführenden Teilen beim Einsetzen ist nicht möglich. Als positiv für den Endkunden erweist sich die Tatsache, dass der Zählerwechsel durch die neuen eHZ-Zählerplatzlösungen serienmäßig ohne Spannungsunterbrechung erfolgt. Das gewinnt zunehmend an Bedeutung, da heute in jedem Haushalt und Gewerbebetrieb programmierbare Geräte wie Computeranlagen, Steuerungen oder Kommunikationseinrichtungen zu finden sind, die empfindlich auf Spannungsunterbrechungen reagieren.

Angepasste Zählerplatzsysteme

Da der elektronische Haushaltszähler mit einer Größe von 90x135x80mm zudem rund fünfmal kleiner ist als ein elektromechanischer Zähler, fallen auch die neuen Zählerschränke entsprechend kleiner aus. So kann die Bautiefe nur noch etwa 160mm betragen gegenüber vormals mehr als 200mm bei den Schränken für Ferraris-Zähler. Darüber hinaus sind die Zählertragplatten mit 450mm Höhe kompakter gebaut und zwei Zähler auf einer Tragplatte werden nicht mehr übereinander, sondern nebeneinander montiert. Von der verringerten Bauhöhe profitiert der Elektrotechniker durch eine einfache Montage und der Endkunde durch einen Platzvorteil, der im modernen Wohnbau mehr und mehr zu einem gewichtigen Argument wird. Bemerkenswert: Trotz der geringeren Bauhöhe können die bestehenden Rastermaße entsprechend DIN43870 erhalten bleiben. Gleiches gilt für die Ausstattung moderner oberer und unterer Anschlussräume nach TAB 2007. Für Einkunden-Anlagen liegt die Bauhöhe bei 950mm. Die eHZ-Zählertragplatten werden hier serienmäßig mit einer Anschluss-Kassette (BKE-I) ausgerüstet, auf die der Smart Meter gesteckt wird. Zudem ist bei diesen Anlagen ein Leerplatz vorgesehen, der bei Bedarf eine zusätzliche Anschluss-Kassette aufnehmen kann – beispielsweise zur Zählung bei Photovoltaik-Anlagen. Bei Mehrkunden-Anlagen beträgt die Bauhöhe der Zählerschränke 1.100mm. Die Zählertragplatten sind dann mit einer oder zwei Anschluss-Kassetten für eine bzw. zwei Kundenzählungen ausgerüstet. Mit einer reservierten Fläche für zusätzlichen Anschlussraum wahrt die Zählertragplatte alle Optionen für kommende Anwendungen wie Fernablese oder sonstige Datenübertragungsanforderungen und Service-Angebote der Versorgungsnetzbetreiber oder Energievertriebe.

BKE-I für Neuanlagen

Hersteller wie Hager bieten sowohl eine komplette Systemtechnik für die Nachrüstung bestehender Anlagen, als auch eHZ-Zählerplätze für die Neu-Installation an. Als Basis für die Befestigungs- und Kontaktiereinrichtung (BKE) dient die Produktnorm DIN VDE0603 Teil 5. Bei der sogenannten BKE-I für Neuanlagen ist die Kontaktierung in die Zählerplätze integriert. Die Montage der BKE-I erfolgt werksseitig, kann aber auch nach Herstelleranweisung vom Elektrotechniker durchgeführt werden. Bei Neuanlagen mit BKE-I können die eHZ direkt auf Zählerfelder aufgerastet werden.

Umrüstung von Bestandsanlagen

Für die Aufrüstung bestehender Zählerplätze mit elektronischen Haushaltszählern haben verschiedene Hersteller spezielle Adapter entwickelt, sodass sich auch in Bestandsanlagen die Forderungen des Gesetzgebers nach einer intelligenten Zählertechnik umsetzen lassen. Die Adapter übernehmen die Aufgabe der Kontaktierung, die – wie oben beschrieben – bei Neuanlagen zum Einsatz kommt. Ist der Adapter auf der herkömmlichen Zählertragplatte montiert, kann der Smart Meter auch hier aufgerastet werden. Der kraftschlüssige Anschluss des Zählers erfolgt über Steckkontakte im Innern des Adapters – genau so, wie bei den Neuanlagen. Der berührungssichere Adapter lässt sich auf allen Zählerplätzen mit der bisherigen 3-Punkt-Befestigung montieren und darüber hinaus auch auf Montageplatten. Eine besonders komfortable Möglichkeit der Umrüstung bietet der Multifunktionsbaustein BKE-M. Diese Lösung deckt den großen Teil der heute in Betrieb befindlichen Anlagen ab. Der BKE-M-Baustein ist hinsichtlich Abmessungen und Mechanik auf die verbreiteten Zählerplatz-Techniken abgestimmt, sodass er mit nahezu allen anzutreffenden, nach Normen installierten Anlagen kompatibel ist. Das gilt auch für Normzählertafeln und den aktuellen Zählerplätzen nach DIN43870 mit 3-Punkt-Befestigung. Der entscheidende Vorteil des Multifunktionsbausteins gegenüber den herkömmlichen Adapter-Lösungen BKE-A zum Einbau des eHZ in Bestandsanlagen liegt in seinen zusätzlichen Installationsflächen. Trotz seiner zählerplatzkonformen Abmessungen von weniger als 200x300mm bietet er damit ausreichend Platz für die Integration von Zusatzfunktionen wie Tarifsteuergeräten oder einem MUC-Controller zur spartenübergreifenden Erfassung der Verbrauchswerte von Gas, Wasser oder Wärme. Der plombierbare Baustein ist neben einer unterbrechungsfreien Schnellkontaktierung für den eHZ mit einem Klemmbrett analog zum konventionellen Zähler ausgestattet sowie mit zwei Hutschienen mit je fünf Platzeinheiten zur Montage von Zusatzgeräten.

Fazit: Jetzt einsteigen

Da die flächendeckende Verbreitung der intelligenten Zählertechnik auf Basis des eHZ in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit ist, sollte sich der Elektrotechniker schnellstmöglich mit dieser Technik vertraut machen. Als führender Hersteller bietet z.B. Hager eine Vielzahl verschiedener Schulungen, die den Elektrotechniker beim Einstieg in diese und andere Zukunfts-Technologien unterstützen.

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