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Sicherheits- und Notbeleuchtung – Schutzengel Licht

Im Alltag bleibt Sicherheitsbeleuchtung oft unbemerkt. Im Notfall muss sie binnen Sekunden funktionieren, damit dunkle Flure und Treppenhäuser für flüchtende Menschen nicht zur Falle werden. Um auf jede Gefahr vorbereitet zu sein, haben Gebäudeplaner bei der Installation und Wartung eine Fülle von Regeln und technischen Details zu beachten.
Mit der Sicherheitsbeleuchtung ist es wie mit Airbag und Rettungsboot: Im besten Fall wird sie nie gebraucht. Trotzdem sollte sie überall installiert sein, wo Menschen im Unglücksfall zu Schaden kommen können. Beispiel: Stromausfall. Wenn die künstliche Beleuchtung erlischt, werden z.B. Treppenhäuser schnell zur Falle. Und selbst kleine Hindernisse stellen eine gefährliche Barriere dar. Auch bei Bränden und anderen Notfällen helfen die Rettungszeichen der Sicherheitsbeleuchtung, wenn ein Gebäude rasch geräumt werden muss. Zwar ist Deutschland bekannt für hohe Sicherheitsstandards. Für die Notbeleuchtung trifft dieses Image aber nur bedingt zu. Tatsächlich ist das deutsche Recht im europäischen Vergleich in diesem Punkt lockerer gefasst. Z.B. müssen hierzulande Geschäftsgebäude und Kaufhäuser erst ab einer Fläche von 2.000m² mit einer Notbeleuchtung ausgestattet werden. In Belgien, Finnland und Schweden ist sie in Verkaufsstätten dagegen eine generelle Verpflichtung.

Vorschriften variieren von Ort zu Ort

Andererseits setzen sich die deutschen Vorschriften zur Notbeleuchtung aus einer Fülle von Gesetzen und Verordnungen zusammen, sodass sich die Vorgaben für Bauvorhaben von Bundesland zu Bundesland sehr unterscheiden können. Bei der Planung ist es daher ratsam, sich über die örtlichen Regeln zur Not- und Sicherheitsbeleuchtung genau zu informieren. Generell vorgeschrieben ist eine Sicherheitsbeleuchtung etwa für Übernachtungsbetriebe mit mehr als zwölf Betten, für Hochhäuser und Großgaragen. Unabhängig von Gesetzen und Vorschriften gilt allerdings: Wer in Notbeleuchtung investiert, gewinnt Sicherheit. Notbeleuchtung gliedert sich in Sicherheitsbeleuchtung und Ersatzbeleuchtung. Letztere wird z.B. in Betrieben installiert, um auch bei einem Netzausfall weiterproduzieren zu können. Die Sicherheitsbeleuchtung hat dagegen die Aufgabe, Menschen vor Verletzungen zu schützen. Licht geben entweder spezielle Sicherheitsleuchten, oder aber die Leuchten der Allgemeinbeleuchtung werden im Bedarfsfall als Sicherheitsleuchten genutzt. Das Problem: Leuchten für den allgemeinen Gebrauch sind oft nicht ausreichend optimiert, um Aufgaben der Sicherheitsbeleuchtung zu übernehmen. Eine Alternative bieten Notleuchten-Module, die sich in die Allgemeinbeleuchtung integrieren lassen. Betrieben wird die Sicherheitsbeleuchtung bei Bedarf mit Batterien, Stromaggregaten oder über ein speziell gesichertes Stromnetz. In Bereitschaftsschaltung tritt die Sicherheitsbeleuchtung nur bei einem Netzausfall in Aktion. Alternativ kann sie auch ständig aktiviert sein oder mit der Allgemeinbeleuchtung an- und ausgeschaltet werden. Als Lichtquellen dienen in der Regel Leuchtstofflampen, seit einigen Jahren zunehmend auch LEDs.

Dreiklang der Sicherheitsbeleuchtung

Die Sicherheitsbeleuchtung besteht aus drei Kategorien: Beleuchtung von Rettungs­wegen, Antipanikbeleuchtung, Beleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung. Zur Beleuchtung von Rettungswegen gehören sowohl Rettungszeichen als auch Leuchten, die den Fluchtweg mit ausreichend Licht versorgen. Die Richtwer­te dazu liefert DIN EN1838, die wichtigste Norm für alle Fragen der Notbeleuchtung. DIN EN1838 schreibt für Rettungs­wege eine Beleuchtungsstärke von einem Lux auf der Mittel-Achse vor. Zugleich darf das Verhältnis von größter zu kleinster Beleuchtungsstärke den Wert 40:1 nicht überschreiten. Denn wenn die Unterschiede zwischen Hell und Dunkel zu groß sind, kann das Auge Hindernisse auf dem Rettungsweg nur schwer erkennen. Außerdem darf das Licht der Rettungswegeleuchten nicht blenden, die Lichtstärke hat daher bestimmte Grenzwerte zu erfüllen. Der Farbwiedergabeindex Ra (0-100) muss mindestens 40 betragen. Wichtig: Die Beleuchtung der Rettungswege sollte die vorgeschriebene Beleuchtungsstärke möglichst kurz nach dem Ausfall der Allgemeinbeleuchtung erreichen.

Rettungszeichen müssen gut erkennbar sein

Die Fluchtwege lassen sich mit beleuchteten Rettungszeichen oder mit Rettungszeichenleuchten besonders gut kenntlich machen. Die grün-weißen Schilder mit dem Strichmännchen begegnen uns in fast allen größeren Gebäuden. Die lichttechnischen Anforderungen für beide Rettungszeichen fasst DIN4844 zusammen, z.B. schreibt die Norm eine Mindestbeleuchtungsstärke von 50lx vor. Beide Arten der Kennzeichnung haben den Vorteil, dass sie auch bei einem Ausfall der Allgemeinbeleuchtung dauerhaft zu erkennen sind. Nachleuchtende Rettungszeichen verblassen dagegen, sobald sie nicht mehr mit Licht angeregt werden. Eine weitere Unter­gruppe der Sicherheitsbeleuchtung ist die Antipanikbeleuchtung. Sie kommt vor allem in großen Hallen oder Stadien zum Einsatz, die von vielen Menschen genutzt werden. Bei einem Stromausfall sichert sie ein minimales Beleuchtungsniveau, gibt Orientie­rung und verhindert, dass eine Massenpanik entsteht. DIN EN1838 schreibt vor, dass die Antipanikbeleuchtung spätestens nach 60s ihre volle Beleuchtungsstärke von mindestens 0,5lx erreicht haben muss.

Mehr Sicherheit für gefährliche Arbeitsplätze

Die dritte Sparte der Sicherheitsbeleuchtung betrifft Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung. Das können unter anderem Labore sein, in denen mit giftigen Stoffen gearbeitet wird. Aber auch Maschinen, die große Massen an Material bewegen, zählen dazu, etwa Rotationsanlagen in Druckereien. Laut DIN EN1838 muss die Sicherheitsbeleuchtung für solche Arbeitsplätze bei einem Netzausfall noch eine Beleuchtungsstärke von 10% der Allgemeinbeleuchtung, mindestens aber 15lx gewährleisten, damit die Arbeit sicher beendet und der Arbeitsplatz verlassen werden kann. Die geforderte Beleuchtungsstärke muss innerhalb von 0,5s erreicht werden. Die Frage nach einer ausreichenden Sicherheitsbeleuchtung stellt sich nicht nur in besonders gefährdeten Betrieben, sondern in allen Unternehmen. Denn zumindest in Deutschland sind diese als Arbeitgeber gemäß Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, ihre Beschäftigten vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Ob dafür eine Sicherheitsbeleuchtung notwendig ist oder nicht, wird per Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Weitere Details regelt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). 2009 wurden die daraus abgeleiteten Arbeitsstättenregeln (ASR) zur Notbeleuchtung in Betrieben neu gefasst. Sie sehen Folgendes vor: Wenn Arbeitsstätten bei Netzausfall nicht gefahrlos verlassen werden können, ist eine Sicherheitsbeleuchtung von mindestens einem Lux Beleuchtungsstärke für die Fluchtwege erforderlich. Liegt eine besondere Gefährdung vor, wie in den genannten Beispielen Labor oder Druckerei, muss die Helligkeit mindestens 15lx betragen. Und bei einer zusätzlichen Gefährdung, etwa durch Rauch, muss außer der Sicherheitsbeleuchtung noch ein Leitsystem installiert werden.

Wartung ist ein Muss

Für Unternehmen wie auch für andere Einrichtungen gilt allerdings: Eine Sicherheitsbeleuchtung installieren ist das eine, sie funktionsfähig zu halten ist das andere. Die Wartung sieht unter anderem folgende Punkte vor:
– tägliche Prüfung der zentralen Stromversorgung
– wöchentliche Prüfung der Sicherheitsbeleuchtung unter Einsatz der Ersatzstromquelle
– monatliche Prüfung der Überwachungsanlagen bei Zentralbatterieanlagen
– jährliche Prüfung der Ladeeinrichtung sowie der Batteriekapazität

Zentrale Überwachungssysteme erleichtern die Wartung vor allem bei größeren Gebäuden. Sie lassen sich in der Regel problemlos in die Gebäudeleittechnik integrieren. Ob komplett digital oder per Augenschein: Eine regelmäßige, vollständige Überprüfung aller Komponenten ist unumgänglich. Denn die Sicherheitsbeleuchtung führt oft ein unbemerktes Dasein als Schutzengel im Schlummermodus: Im Alltag tritt sie kaum in Erscheinung, doch im Notfall muss sie hundertprozentig funktionieren.

Kasten: Links zur Not- und Sicherheitsbeleuchtung

Mehr Informationen zur Notbeleuchtung und anderen Lichtthemen finden Sie auf www.licht.de. Dort stehen auch die Broschüren licht.wissen 10 ‚Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung‘ und licht.forum 56 ‚Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsstätten‘ zum Download bereit. Angaben über Normen und Sicherheitsbestimmungen gibt es auf www.din.de und www.dke.de. Die Arbeitsstättenregeln (ASR) können unter www.baua.de heruntergeladen werden.

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