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Sichere Energieversorgung dank EEBus

Vor einem Jahr wurde die EEBus Initiative gegründet, die einen Datenaustausch zwischen Energieversorgern und Verbrauchern ermöglicht. Der Stromverbrauch kann so effizient an das Angebot angepasst werden. Nicht nur die namhafte Unterstützung des Projekts steigt, auch die Entwicklung konkreter Geräte schreitet voran.

((Dank der EEBus-Technologie können Energieversorger und Verbrauchsstellen miteinander kommunizieren und den Energieverbrauch optimal steuern.)) (Bild: Kellendonk Elektronik GmbH)

((Dank der EEBus-Technologie können Energieversorger und Verbrauchsstellen miteinander kommunizieren und den Energieverbrauch optimal steuern.)) (Bild: Kellendonk Elektronik GmbH)


Die Bundesnetzagentur macht sich Gedanken um die Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland. Jedes Jahr werden die Szenarien angepasst, wie etwa der schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie kompensiert werden kann. Vor allem der Strom aus Sonne und Wind soll die Lücke schließen. Doch die erneuerbaren Energien, deren Anteil an Stromerzeugung sich während der vergangenen zehn Jahre auf mehr als 23% in etwa verdreifacht hat, fließen unstetig – und werden vielfach nicht dort produziert, wo die Verbraucher sitzen. Der Netzausbau, mit dessen Hilfe etwa der Windstrom von der Küste aus in den Rest des Landes verteilt werden könnte, kostet Milliarden. Zudem wehren sich vielerorts Bürger gegen Strom-Autobahnen. Diese Probleme werden größer, wenn wie von der Bundesregierung geplant, dieser Anteil bis 2020 auf 35% und bis 2050 sogar auf 80% steigt. Also sind Szenarien notwendig, wie der Energieverbrauch an die Stromerzeugung angepasst werden kann. Ansonsten drohen großflächige Stromausfälle – sogenannter Blackouts – beispielsweise, wenn zum Zeitpunkt einer Spitzennachfrage zu wenig regenerative Energien produziert werden. Das gleiche droht, wenn an sonnigen Tagen die 1,3Mio. Photovoltaikanlagen in Deutschland Strom auf Hochtouren liefern und gleichzeitig der Wind weht. Bisher müssen dann für die überschüssige Energie kurzfristig Abnehmer gefunden werden – notfalls zu Schleuderpreisen im Ausland. Voraussetzung für ein funktionierendes Smart Grid ist ein umfassender Informationsaustausch. Die Energiewelt – also die Erzeugung, Distribution und der Handel des Stroms – muss mit eindeutigen und schnellen Informationen über die Art und Höhe des Stromverbrauchs versorgt werden.
((Obere Reihe (stehend) v.l.n.r.: Dr. Eduard Sailer (Mitglied der Geschäftsführung, Miele & Cie. KG), Mario Zenker (Geschäftsführer, IEQualize GmbH), Dr. Andreas Goerdeler (Unterabteilungsleiter des Bereichs Informationsgesellschaft; Medien im BMWi); Alex (Bild: Kellendonk Elektronik GmbH)

((Obere Reihe (stehend) v.l.n.r.: Dr. Eduard Sailer (Mitglied der Geschäftsführung, Miele & Cie. KG), Mario Zenker (Geschäftsführer, IEQualize GmbH), Dr. Andreas Goerdeler (Unterabteilungsleiter des Bereichs Informationsgesellschaft; Medien im BMWi); Alex (Bild: Kellendonk Elektronik GmbH)

Attraktive Anreize für Verbraucher

In der Vergangenheit wurde diese Kommunikation erschwert, weil es keine Lösung für das babylonische Sprachwirrwarr gab, das zwischen den Geräten bzw. Maschinen auf Verbraucherseite herrschte. Doch seitdem das Kölner Unternehmen Kellendonk die Vernetzungstechnologie EEBus entwickelt hat, ist die Lösung da. Mit dieser Middleware erfolgt der Datenaustausch herstellerunabhängig nicht nur zwischen den einzelnen elektrischen Geräten bzw. Maschinen, sondern auch mit den Energieversorgern. Abhängig vom momentan verfügbaren Energieangebot werden mithilfe von EEBus-Anreize an den Verbraucher übermittelt, die ihn zu einer Verschiebung seines Verbrauchsverhaltens bewegen. Um das Potenzial der neuen Technologie auszunutzen, hat Firmenchef Peter Kellendonk von Beginn an Mitstreiter für das Projekt gesucht. Die Liste namhafter Mitglieder der vor einem Jahr gegründete ‚EEBus Initiative e. V.‘ ist immer länger geworden. Sie reicht von ABB über Bosch-Siemens Hausgeräte, EnBW, E.ON, Miele, Solarworld und bis hin zu T-Systems und Vaillant (siehe Kasten oben). Insgesamt gehören dazu fast 30, überwiegend weltweit agierende Unternehmen und der VDE. Diese wollen als Sprachrohr der Wirtschaft das Schnittstellen-Konzept durchsetzen, und zwar weltweit. Deshalb arbeitet die Initiative international bei den relevanten Normungsverfahren mit (siehe Kasten nächste Seite). Wie groß das Lastverschiebungs-Potenzial ist, dass mithilfe der Initiative EEBus realisiert werden kann, zeigt eine Studie des Verbandes der Elektrotechnik (VDE). Danach ist eine maximale Verringerung der Energienachfrage um 8,5GW pro Tag möglich. Das entspricht dem Bedarf von rund 4Mio. Haushalten. Damit wäre das schrittweise Abschalten der Atommeiler leichter zu kompensieren, zusätzliche Kraftwerke müssten gar nicht gebaut werden. Verbraucher, die den Strom effizient entsprechend des Angebots nutzen, bekommen diese Flexibilität über unterschiedliche Stromkosten vergütet. Normalerweise ist eine solche lastabhängige Spreizung der Tarife rechtlich bereits vorgeschrieben, doch die Versorger machen die Preisunterschiede bisher nicht attraktiv genug. Oder die Versorger verstecken die Angebote noch in der Schublade. Doch Peter Kellendonk ist überzeugt: „Je höher also der Leidensdruck durch den Ausbau der Erneuerbaren wird, desto schneller werden flexible Tarife oder andere attraktive Anreizmodelle kommen.“ Denn das Netz kann durch diese kommunikative Vernetzung zu geringen Kosten stabiler werden. Kellendonk: „Das ist die kostengünstigste Methode, neue Stromleitungen einzusparen und Schwankungen bei der Energieproduktion auszugleichen.“ Die Geräte sind zudem nicht teurer als die herkömmlichen.

((Smart Energy-Konzepte erstrecken sich nicht nur auf private Haushalte, Lastmanagement durch EEBus muss auch in der Industrie sowie in Büro- und Verwaltungsbauten Anwendung finden.)) (Bild: Kellendonk Elektronik GmbH)

((Smart Energy-Konzepte erstrecken sich nicht nur auf private Haushalte, Lastmanagement durch EEBus muss auch in der Industrie sowie in Büro- und Verwaltungsbauten Anwendung finden.)) (Bild: Kellendonk Elektronik GmbH)

Effiziente Nutzung des selbst produzierten Stroms

Zu der intelligenten Energiesteuerung gehört in solchen Situationen auch eine möglichst effiziente Nutzung des selbst produzierten Stroms, etwa mit Solaranlagen. So kann dank der EEBus-Steuerung automatisch der Trockner pausieren, wenn gerade in der Küche gekocht wird oder der Backofen läuft. Durch diese Abstimmung wird erreicht, dass Haushalte möglichst lange mit dem günstigen, selbst produzierten Strom auskommen. Je mehr Geräte im Haus miteinander kommunizieren, desto mehr Eigenstrom kann verbraucht werden. Kellendonk: „Ich weiß aus zahlreichen Rückmeldungen von Stromversorgern und Industrieunternehmen sowie aus der Arbeit unserer Initiative: Die Firmen sehen es als gesetzt an, dass Geräte, die auf das Stromangebot im Netz reagieren können – wie z.B. Waschmaschinen – den Markt bestimmen werden. Die Geräte kommen dieses Jahr in die Geschäfte und sind technisch so ausgestattet, dass sie am Smart Grid teilnehmen können.“

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