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Sichere Daten auch bei Gewitter:
Überspannungsschutz im neuen SAP-Gebäude

Im März 2007 wurde ‚Campus II‘ im Rahmen einer Feierstunde den über 2000 dort jetzt ansässigen Mitarbeitern übergeben. Der architektonisch anspruchsvolle neue Gebäudekomplex repräsentiert die Erfolgsgeschichte des Software-Herstellers SAP AG. Ein zukunftsweisendes Überspannungsschutz-Konzept von Phoenix Contact sorgt für die erforderliche Sicherheit.
Autoren: Bernd Fritzemeier, Bernd Hamm, Phoenix Contact l Bilder: Phoenix Contact, SAP
Die Identität eines Unternehmens drückt sich am sichtbarsten in seinen Gebäuden aus. Die einprägsame Architektur des neuen SAP-Gebäudes symbolisiert den Erfolg des Unternehmens nach außen. Nach innen fördert sie die Innovationslust der Mitarbeiter, denn sie ist anregend und ermutigend, offen und kommunikativ.

Richtig planen und konsequent ausführen

SAP gehört zu den drei weltweit größten unabhängigen Software-Häusern. Rund 11.000 der bundesweit 14.300 und weltweit 40.500 SAP-Mitarbeiter sitzen in Walldorf bei Heidelberg. Der neue Komplex Campus II besteht aus zwei sternförmig angeordneten Gebäuden, jeder Stern hat sechs Gebäudeteile. Auf einer Bürofläche von 66.000 m² kümmern sich die Mitarbeiter um den Vertrieb, das Marketing und die Beratung für die deutschen Kunden. Mit einem Planungsbüro wurde ein Überspannungsschutz-Konzept für die geforderte hohe Verfügbarkeit der elektrischen Anlagen besprochen. Die aktuelle Blitzschutznorm DIN EN62305 [1] geht in der Umgebung von Walldorf von einem erhöhten Risiko durch Gewitter aus – die Blitzdichte pro Quadratmeter ist hier höher als im Bundesdurchschnitt. Daher hat SAP in diesem Projekt besonderen Wert auf Erdungs- und Potenzialausgleichs-Maßnahmen gelegt. Die Einspeisung aller Gebäude erfolgt auf der 20kV-Ebene. Acht Trafostationen sorgen für eine sichere Niederspannungsebene in den neuen Gebäuden. Durch redundante Einspeisungen sowie durch den umfassenden Überspannungsschutz von Phoenix Contact werden die Anlagen geschützt. „Ein Ausfall der Systeme, sei es auch nur die Telefon- oder Lüftungsanlage würde den Arbeitsablauf erheblich beeinträchtigen“, erläutert Lutz Thissen (Bild 2) vom SAP-Facility Management. „Ein Ausfall der IT-Infrastruktur hätte katastrophale Folgen.“

Höhere Anforderungen an die EDV

Die elektrischen Anlagen wurden nach aktuellen EMV (elektromagnetische Verträglichkeit)-Gesichtspunkten geplant und installiert. Bei den hohen Anforderungen an die EDV müssen mehr Aspekte beachtet werden als in einem ’normalen‘ Verwaltungsgebäude. Im Campus II hängen weit über 2.000 PCs und Notebooks sowie Kopierer und Drucker am Stromnetz. Bei den Stromversorgungssystemen handelt es sich ab den Hauptverteilungen um durchgängige 5-Leiter-Systeme. Damit Überspannungen durch Gewitter oder Schalthandlungen die Verfügbarkeit der Systeme nicht beeinträchtigen, wurden in allen Hauptverteilungen durchgängig Blitzstrom- und Überspannungsableiter-Kombinationen vom Typ FLT-CP-3S-350 installiert (Bild 3). Diese Ableiter vom Typ I+II bieten ein hohes Ableitvermögen und einen niedrigen Schutzpegel. „Darauf haben wir großen Wert gelegt“, so Thissen, „da auch schon in den Hauptverteilungen elektronische Systeme der Gebäudetechnik installiert sind.“

Dreistufiges Überspannungsschutz-Konzept

In allen Unterverteilungen auf den Etagen sowie in den Steuerschaltschränken – zum Bespiel in der Gebäudeleit- und Klimatechnik – sind Typ II-Überspannungsschutz-Geräte VAL-CP-3S-350 installiert (Bild 4). Je nach System und technischen Anforderungen gibt es neben elektronischen Geräten auch noch Typ III-Ableiter – so genannten Geräteschutz. Damit besitzen die wichtigen Bereiche der Gebäude ein dreistufiges Überspannungsschutz-Konzept gemäß der Norm [2] aus Blitzstromableiter, Netz-Überspannungsschutz sowie Geräteschutz. Die Überspannungsschutz-Geräte müssen energiereiche Überspannungen – insbesondere bei elektronischen Komponenten – in den Anlagen auf verträgliche Werte reduzieren. Weil die Funktionsfähigkeit der Geräte im Laufe der Zeit je nach Beanspruchung nachlassen kann, besitzen sie eine mechanische Statusanzeige sowie einen potenzialfreien Fernmeldekontakt, der auf die Gebäudeleittechnik geschaltet ist. Außerdem können sie mit einem Ableiterprüfgerät nach Bedarf auf zuverlässige Funktion überprüft werden. Die Blitzschutznorm DIN EN62305 (VDE0185-305) [1] verlangt Überprüfungsintervalle für Blitzschutzsysteme – darunter ist der innere und äußere Blitzschutz zu verstehen. Das Ableiter-Prüfgerät Checkmaster dient der qualifizierten Prüfung und Dokumentation der Überspannungsschutz-Geräte von Phoenix Contact.

Sichere Kommunikation innen und nach außen

Für die schnelle Verbindung der zahlreichen Kabel und Drähte wurden in den Verteilungen und Steuerschaltschränken je nach Anwendungsgebiet Klemmen in Zugfedertechnik verwendet (Bild 5), die sich schnell und komfortabel anschließen lassen. Die Klemmen sind Teil des Reihenklemmen-Programms Clipline complete. Einheitliches Zubehör für alle Anschlusstechniken vereinfacht die Installation, und Prüfabgriffe an den Klemmen erleichtern bei der Inbetriebnahme der Systeme sowie später den einfachen Zugang zum ‚Draht‘. Da sich wesentliche Teile der Lüftungs- und Klimatechnik auf dem Dach befinden, müssen auch dort Überspannungsschutz-Maßnahmen in den Steuerschaltschränken berücksichtigt werden. Diese exponierten Anlagen haben für den Komfort im Gebäude und für die EDV-Technik einen hohen Stellenwert. Die gebäudeübergreifenden Telefonkabel sind über Überspannungsableiter geführt, die sich auf LSA-Plus-Trenn- und Schaltleisten stecken lassen. Die Niederlassung Faulhammer des Elektrogroßhandels Sonepar Süd lieferte die Anschlusstechnik und die Überspannungsschutz-Geräte. Die Firma Schweickert Netzwerktechnik sorgte für eine fach- und termingerechte Installation der Systeme (Bild 6). Der Überspannungsschutz für die Signaltechnik ist in IEC61643-21 und -22 [3] beschrieben.

Gelungenes Projekt für alle Beteiligten

Mit dem Gebäudekomplex Campus II schreibt SAP seine Erfolgsgeschichte weiter – als weltweit führender Anbieter von Unternehmens-Software. Für die zuverlässige Funktion der elektrischen und elektronischen Anlagen im neuen Gebäudekomplex spielt das dreistufige Überspannungsschutz-Konzept eine wichtige Rolle. „Verhindern können wir die nächsten Gewitter hier in Walldorf nicht“, so Thissen, „aber mit unserem neunen Überspannungsschutz sind wir auf der sicheren Seite.“

Kasten:

Typ I- und Typ II-Ableiter

Beim Ableiter vom Typ FLT-CP-3S-350 handelt es sich um einen Typ I- und Typ II-Ableiter. In der Praxis werden für diese Begriffe häufig Blitzstromableiter und Netz-Überspannungsschutz verwendet. Der Ableiter FLT-CP-3S-350 besteht aus leistungsfähigen getriggerten Funkenstrecken – Typ I-Ableitern – und gleichzeitig aus steckbaren Typ II-Ableitern. Daher ist dieser Ableiter besonders geeignet, um Blitzströme abzuleiten. Außerdem reduziert er energieärmere Überspannun-gen auf für elektronische Systeme verträgliche Werte, wie sie durch Schalthandlungen oft entstehen. Überspannungen treten sowohl durch Schalten von Schützen oder Leistungsschaltern unter Last auf, wie auch durch Auslösen von Sicherungen bei Kurz- oder Erdschlüssen. Der Ableiter FLT-CP-3S-350 entspricht den Anforderungen der höchsten Blitzschutzklassen nach DIN EN62305 (VDE0185-305) [1]. Beim Typ VAL-CP-3S-350 handelt es sich um einen Typ II-Ableiter in besonders kleiner Bauweise, um Platz in Verteilungen zu sparen. Platz ist oftmals nicht ausreichend vorhanden, besonders wenn es sich um Nachrüstungen handelt.

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