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Schnell und smart verdrahtet

In der Gebäudetechnik sowie in der industriellen Schaltschrankverdrahtung liegen Federklemmsysteme im Trend. Die Direktstecktechnik mit Schenkelfederanschluss bietet – besonders im Bereich der Gebäudeinstallation – viele Vorteile für einen schnellen und Platz sparenden Aufbau von Unterverteilungen.
Autor: Dipl.-Ing. Gordon Busch, Mitarbeiter im Produktmarketing Industrielle Verbindungstechnik | Bilder: Phoenix Contact GmbH & Co. KG
Die Direktstecktechnik basiert auf dem Druckfedersystem. Im Gegensatz zur „Zugfeder“ wird der Leiter nicht von außen gegen den Strombalken „gezogen“, sondern von innen gegen die stromführenden Bauteile gedrückt. Auf den ersten Blick scheint dies kein gravierender konstruktiver Unterschied – dennoch eröffnen sich dem Anwender im Handling wesentliche Vorteile. Die Kontur der Feder ermöglicht eine werkzeuglose Frontverdrahtung von vorzugsweise starren Leitern. Beim Einführen des Leiters in die Klemmstelle öffnet die Feder selbsttätig. Phoenix Contact nutzt die Vorteile der Schenkelfedertechnologie bereits seit mehr als 25 Jahren. Speziell im Bereich der Leiterplattenanschlusstechnik hat sich diese Technik als Standard etabliert. Durch den begrenzten Verdrahtungsraum in der Installationstechnik und durch die überwiegende Verwendung eindrähtiger Leiter ist die Schenkelfedertechnik neben dem Geräteanschluss für Elektroinstallationen und Gebäudetechnik prädestiniert.

Sichere Handhabung und kurze Verdrahtungszeit

Die Kontur der DTI-Installationsklemmen von Phoenix Contact ist so gestaltet, dass ein nachträgliches Auf- und Abrasten für Erweiterung oder Austausch auch bei montierter Neutralleiter-Sammelschiene erfolgen kann. Abhängig vom Klemmentyp besitzen die Direktanschlussklemmen ein Anschlussvermögen von bis zu 10mm². Die Leitereinführtrichter ermöglichen eine sichere Handhabung sowie kurze Verdrahtungszeiten. Die halogenfreien Kunststoffkomponenten der Klemmen sind im Brandfall selbstverlöschend und erfüllen die höchste Brennbarkeitsklasse gemäß UL94 V0. Für geringe Übergangswiderstände bestehen alle stromführenden Elemente aus hochwertigen Kupfermaterialien. Der Einsatz hochlegierter Federstähle als Kontaktelement ist die Basis für eine dauerhafte mechanische und korrosionsfreie Klemmverbindung. Die Klemmen beinhalten alle Systemeigenschaften des Reihenklemmenprogramms „Clipline Complete“: Großer Anschlussraum, großflächige Beschriftung jeder Klemmstelle sowie das flexible Steckbrückensystem. DTI ist speziell auf die Anforderungen der Elektroinstallation und des Verteilerbaus zugeschnitten. Dreistock-Installationsklemmen haben die Leiteranschlüsse je Stromkreis nicht nebeneinander, sondern ergonomisch übereinander angeordnet. Auf 5mm Baubreite kann so zum Beispiel ein vollständiger Einphasennetzanschluss realisiert werden.

Schnelle und individuelle Potenzialverteilung

Alle Installationsklemmen dieser Baureihe ermöglichen eine schnelle und individuelle Potenzialverteilung aufgrund ihrer zweifachen Brückungsmöglichkeit. Mit Hilfe des patentierten Steckbrückensystems des Reihenklemmenprogramms „Clipline Complete“ lassen sich somit Querverbindungen zum Beispiel von L1/L2/L3-Potenzialen mühelos und beliebig vervielfältigen. Eine Dreiphasenapplikation wird auf diese Weise auf nur 10mm Baubreite gebildet. Eine überspringende Brückung wird durch Ausbrechen einzelner Kontaktpins erreicht. Eine leichte Perforierung der Kontaktoberfläche ermöglicht eine individuelle Brückenkonfektionierung ohne Kraftaufwand mit sauberer Bruchkante. Dem Anwender stehen 2- bis 50-polige Brückenvarianten zur Verfügung. Neben dem Brückenzubehör wird auch bei der Beschriftung und dem Prüfzubehör auf Standardmaterialien aus dem Programm „Clipline Complete“ zurückgegriffen.

DTI-Programm-Vielfalt

Gemäß den verschiedenen Errichtungs­bestimmungen für Starkstromanlagen in Gebäuden sowie deren Sonderbestimmungen stehen Durchgangsklemmen von 2,5mm² bis 6mm² Nennquerschnitt zur Verfügung. Außerdem gibt es Dreistockklemmen von der Grundausführung „Außenleiter Durchgang – DTI 2,5 L“ bis hin zur klassischen „Einphasen-Netzan-schlussklemme DTI 2,5 PE/L/NT“. Für Standardverdrahtungen von drei Wechselstromkreisen oder kompletten Drehstromsystemen stehen vorkonfektionierte Klemmenblöcke zur Verfügung. Alle Dreistockklemmen aus dem DTI-Programm mit Neutralleiterfunktion sind mit einem schraubenlosen Trennschieber ausgerüstet. Durch einfaches Einschwenken mit einem Standard-Schraubendreher gleitet die Kontaktgabel auf die 10x3mm-Sammelschiene. Eine Zwangsführung des Kontaktelements in einem separatem Minigehäuse sorgt für eine Stabilisierung der Sammelschiene im Verbund. Einen zusätzlichen Schutz gegen unbeabsichtigte Kontaktierung bietet die Verrastung des Schiebers in den Endlagen. Erstmalig stehen auch Twin-Neutralleitertrenn­klemmen – also mit Doppelabgriff – zur Verfügung. Werden zum Beispiel EIB-Spannungsversorgungen von einer Sicherung versorgt, kann die N-Trennung in einer Klemme erfolgen. Der Doppelanschluss der DTI-Twin-Neutralleitertrennklemme löst dieses Problem. Besondere Schaltungsaufgaben erfüllen DTI-Funktionsklemmen. In Kombination mit so genannten Funktionsbausteinen aus dem Programm „Clipline Complete“ erfolgen verschiedenste Schaltungsaufgaben einfach und schnell. Die Funktionsstecker lassen sich mit Bauelementen wie Dioden, Widerständen oder Feinsicherungen bestücken, und Messertrennklemmen dienen zur Auftrennung von Einzelstromkreisen.

Hohe Kompatibilität

Alle Installationsklemmenprogramme sind untereinander kompatibel – unabhängig von Typ oder Anschlusstechnik. Die N-Trennschieber befinden sich bei allen Installationsklemmen an der gleichen Position. Somit können bei Erweiterung oder Austausch bestehender Anlagen Klemmen unterschiedlicher Anschlusstechniken und -querschnitte komfortabel kombiniert werden.

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Aus der Praxis:

Infineon goes Campeon – hinter dieser Wortschöpfung aus Campus und Infineon verbirgt sich ein neues Konzept für die Arbeitswelt von morgen. Es basiert auf einer offenen, funktionalen Arbeitsumgebung im Campus-Charakter, einem Konzept für den schnellen Austausch von Wissen, Stärkung der Kommunikation sowie Förderung von Team- und Projektstrukturen. Die nach diesem Konzept errichtete neue Konzernzentrale der Infineon AG wurde mit DTI-Installationstechnik von Phoenix Contact ausgestattet. Die ein- bis dreigeschossigen Gebäude umfassen etwa 150.000m² oberirdische Geschossfläche. Ein Projekt dieser Größenordung stellt hohe Anforderungen an die Elektro- und Gebäudetechnik. Bei der Ausrüstung dieses Projekts hat sich die Passauer SAB Schaltan­lagenbau GmbH wegen des werkzeuglosen Leiteranschlusses für die In­stallationsklemmen DTI mit Direktstecktechnik entschieden und nutzt diese für unterschiedliche Schaltungsaufgaben: Standard-Beleuchtungsanlagen, Sicherheits- und Notlichtsysteme, Tür- und Torsteuerungsanlagen. Insgesamt umfasst die Installation etwa 700 Standverteiler mit rund 180.000 Installationsklemmen.

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