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Schaufenster-Projekte in 2013: Elektromobilität kommt in Fahrt

Auch wenn bei den Zielen der Elektromobilität scheinbar eine gewisse Ernüchterung eingetreten ist – in 2013 werden in Deutschland zahlreiche Ladestationen für E-Fahrzeuge errichtet. Die jetzt anlaufenden ‚Schaufenster-Projekte Elektromobilität‘ sollen helfen, Deutschland als Leitmarkt zu etablieren. Funktionieren kann das Ganze nur mit einer standardisierten Technik – wie beispielsweise einheitliche Ladestecksysteme von Phoenix Contact.

 (Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)

(Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG)


Mobilität in Deutschland soll elektrisch werden – Deutschland soll dabei als Leitmarkt und Leitanbieter international agieren. Bund, Länder, Kommunen, Forschung und Industrie ziehen an einem Strang, um die Elektromobilität hierzulande zu fördern. Die ersten Förderprogramme des Konjunkturpakets II starteten bereits im August 2009 in den acht Modellregionen München, Stuttgart, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Bremen/Oldenburg, Hamburg, Berlin/Potsdam und Sachsen. Bis Ende 2011 steuerte der Bund den 220 beteiligten Projektpartnern insgesamt 130Mio. Euro bei.

Anwender und Technologie zusammenbringen

Im Mai 2010 schlossen sich die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen, um auf Empfehlung der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) unter dem Namen ‚Schaufenster Elektromobilität‘ weitere Projekte ins Leben zu rufen und diese mit 180Mio. Euro zu fördern. Die bundesamtliche Bekanntmachung der Richtlinien vom Oktober 2011 für die drei bis fünf gesuchten Großprojekte lässt verlauten, dass „so schnell wie möglich wenige, große, konzentrierte und aussagekräftige Schaufenster aufzubauen“ sind. Errichtet werden sollen sie in einem regional begrenzten Raum mit einer hohen Dichte und Bandbreite an Elektrofahrzeugen. In den Großprojekten sollen potenzielle Nutzer die Elektromobilität mit neusten Technologien erfahren und erleben können. Um Deutschland möglichst auch international als Leitanbieter zu positionieren, wird viel Wert auf Medienpräsenz gelegt. Zudem ist das Zusammenspiel zwischen E-Fahrzeug, Ladeinfrastruktur, Energieversorger und Verkehrssystem zu untersuchen und zu bewerten. Neben E-PKWs sollen E-Fahrräder und E-Busse zum Einsatz kommen. Bei den E-Bussen gilt China als Vorbild. Eine E-Bus-Flotte im ostchinesischen Quingdao setzt beispielsweise den ‚Battery Change Connector‘ von Phoenix Contact mit einer Stromübertragbarkeit von 400A ein. Die leergefahrenen Batterien werden im Busdepot in wenigen Minuten gegen volle ausgetauscht. Ein zentraler Aspekt der Schaufenster-Projekte ist die Normierung und Standardisierung der Ladeinfrastruktur – die Energieversorgung soll ein einheitliches Ladesteck-System etablieren. Für den europäischen Raum bietet sich das sogenannte Typ-2-System an. Damit ist einerseits das schon in vorangegangenen Projekten erprobte Wechselstrom-Laden (AC-Laden) möglich. Ergänzend hat Phoenix Contact zusammen mit den Partnern Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW das ‚kombinierte AC-/DC-Ladesystem‘ für den Typ 2 entwickelt und standardisiert.

AC- und DC-Laden mit kombiniertem System

Mit dem AC-/DC-Vehicle-Inlet ist nicht nur AC-Laden, sondern auch DC-Laden möglich. Der Vorteil beim DC-Laden ist die hohe Stromübertragung von bis zu 200A. Dadurch verringert sich die Ladedauer auf ca. 20min. Die kompatiblen AC- und DC-Connectoren von Phoenix Contact sind mit ihrem ergonomischen Design einfach zu handhaben. Ab Anfang 2013 wird der DC-Connector von Phoenix Contact von Ladesäulen-Herstellern eingesetzt – etwa von der portugiesischen Efacec-Gruppe, die eine Beteiligung an den Schaufenster-Projekten plant. Neben AC- und DC-Ladesäulen mit kabelgebundenen Connectoren können AC-Ladesäulen auch mit einem Socket-Outlet ausgestattet sein. Mithilfe eines mitgeführten Ladekabels wird das E-Fahrzeug mit dem Socket-Outlet verbunden. Für den privaten Bereich stellen die sogenannten Wallboxen als AC-Ladesäulen mit geringer Stromübertragbarkeit eine kostengünstige Option dar. Auf Basis der Anforderungen an die Schaufenster-Projekte fiel im April 2012 die Entscheidung. Eine 13-köpfige Fachjury aus Wissenschaftlern und Fachverbänden wählte aus 23 Bewerbungen vier Projekte aus, die als ‚Schaufenster Elektromobilität‘ vom Bund bezuschusst werden. Im Herbst 2013 gehen sie an den Start.

Baden-Württemberg: Living Lab E-Mobil

Hinter ‚Living Lab E-Mobil‘ steckt die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg als ‚e-mobil BW GmbH‘. Mit einem Gesamt-Projektvolumen von 153Mio. Euro agieren 120 Partner in 41 Einzelprojekten, um den Technologiewandel hin zur Elektromobilität in den fokussierten Regionen um Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Ulm voran zu treiben. Über 100 Forschungsinstitute und 400.000 Beschäftigte bedeutsamer Unternehmen arbeiten hier zusammen – bis 2015 wollen sie bis zu 3.100 E-Fahrzeuge in der Region bewegen. Die e-mobil BW GmbH verspricht sich hier bis zu 10.000 neue Arbeitsplätze im Bereich elektrischer Antriebskomponenten.

INFORMATION
Ladestecker und Ladebuchsen
Bei Ladesteckern und -buchsen haben sich inzwischen folgende Begriffe etabliert:

– Vehicle-Inlet: Ladebuchse im Fahrzeug
– Connector: Ladestecker, der in das Fahrzeug gesteckt wird
– Plug: Ladestecker, der in die Ladesäule gesteckt wird
– Socket-Outlet: Ladebuchse in der Ladesäule

Berlin/Brandenburg: Internationales Schaufenster der Elektromobilität

Mit dem ‚Internationalen Schaufenster der Elektromobilität‘ startet die Agentur ‚eMO‘ gemeinsam mit der TSB Technologiestiftung Berlin und der Berlin Partner GmbH ein weiteres Schaufenster-Projekt. Die Agentur stützt sich auf die exponierte Hauptstadtlage der drittgrößten europäischen Touristenstadt sowie auf die deutsche Spitzenreiterrolle mit 220 Ladestationen. Neben weiteren zwölf geplanten Informations-, Bildungs- und Erlebnisorten wird der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof zum Kompetenzzentrum Elektromobilität Tempelhof umgebaut. Bis 2015 sollen 5.200 private und 12.000 Flotten-E-Fahrzeuge rollen. Im geplanten Last-Management kooperieren Brandenburg als Energielieferant und Berlin als Energiespeicher und -verbraucher. Die Energieversorgung soll bis 2015 über 3.700 weitere öffentliche und private Ladepunkte erfolgen.

Niedersachsen: Unsere Pferdestärken werden elektrisch

Als Zusammenschluss von über 50 Kommunen koordiniert die ‚Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH‘ über 120 Unternehmen, 30 Wissenschafts- und 50 Verwaltungsinstitute im Schaufenster-Projekt ‚Unsere Pferdestärken werden elektrisch‘. Die Metropolregion möchte bis 2015 mehr als 5.000 private und gewerbliche Elektrofahrzeuge auf die Straßen bringen und mit Ladestellen versorgen. Außerdem sollen kosteneffiziente Batterielösungen erforscht werden. Elektromobilität soll den 4,5Mio. internationalen Messebesuchern präsentiert und mithilfe einer Hybridbusflotte veranschaulicht werden. 2050 will sich die Metropolregion zu 100% aus regenerativen Energien versorgen.

Bayern/Sachsen: Elektromobilität verbindet

Die bayrische Staatsregierung und der Freistaat Sachsen brachten mithilfe der sächsischen Energieagentur Saena GmbH das Schaufenster-Projekt ‚Elektromobilität verbindet‘ an den Start. Die 150 teilnehmenden Unternehmen und Institute sollen bis 2020 bis zu 250.000 alltagstaugliche E-Fahrzeuge auf bayrische und sächsische Straßen bringen. Dazu werden u.a. DC-Ladesäulen entlang der A9 in einem maximalen Abstand von 90km aufgestellt. Durch Kooperationen mit Österreich und Kanada werden Erfahrungen ausgetauscht und eingebracht.

Fazit

Die in Deutschland geplanten Schaufenster-Projekte bilden eine gute Basis, um das Land als Vorreiter in der Elektromobilität zu präsentieren. Die Herausforderung dabei ist das erfolgreiche Zusammenspiel zwischen E-Fahrzeug auf der einen sowie Energie- und Verkehrssystem auf der anderen Seite. Phoenix Contact als Komplettanbieter für Ladestecksysteme, Ladesteuerungen und elektrische Verbindungstechnik liefert dazu die erforderlichen Lösungen und Komponenten.

INFORMATION
Vier Schaufenster zeigen Elektromobilität
Die folgenden Schaufenster-Projekte Elektromobilität wurden ausgewählt, um Deutschland ab Herbst 2013 als elektromobiles Land präsentieren:

– ‚Living Lab E-Mobil‘ (Baden-Württemberg, www.e-mobilbw.de)
– ‚Internationales Schaufenster der Elektromobilität‘ (Berlin/Brandenburg, www.emo-berlin.de)
– ‚Unsere Pferdestärken werden elektrisch‘ (Niedersachsen, www.metropolregion.de)
– ‚Elektromobilität verbindet‘ (Bayern/Sachsen,www.elektromobilitaet-verbindet.de

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