Ritter GmbH lebt Nachhaltigkeit par excellence

Intelligente Produktionshalle spart Energiekosten

In Schwabmünchen fertigt die Ritter GmbH in einer Produktionshalle, die ihresgleichen sucht: nachhaltig par excellence und intelligent dank modernster Gebäudetechnik. Ralf Ritter und Anton Hieber sind die Köpfe hinter der ausgeklügelten Technik, die u.a. Beleuchtung, Be- und Entlüftung, Heizung und Brandschutz vernetzt und automatisch steuert. Elektro Hieber wurde 2012 für das Projekt mit dem begehrten KNX-Award ausgezeichnet. Durch ein intelligentes Temperaturmanagement und die konsequente Nutzung von Produktionsabwärme kann auf fossile Brennstoffe fast vollständig verzichtet werden. In Summe spart das Unternehmen etwa 50.000 im Jahr im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude.
Etwa 200Mio. bedruckte Kartuschen laufen jährlich bei der Ritter GmbH vom Band. Damit ist das familiengeführte Unternehmen einer der führenden Anbieter für Kunststoffkartuschen-Systeme weltweit. Auf knapp 26.000m² sind am Stammsitz in Schwabmünchen rund 285 Mitarbeiter beschäftigt. Großen Wert legen die Geschäftsführer Frank und Ralf Ritter auf eine nachhaltige Produktion – zu Gunsten der Umwelt, der eigenen Energie- und Betriebskosten und zum Wohle der Mitarbeiter. Um der großen Nachfrage seiner Kunden nachkommen zu können, plante das Unternehmen 2009 den Neubau einer Produktionshalle, die direkt an den alten Firmensitz angedockt ist. Ralf Ritter wusste um das Potenzial intelligent vernetzter Gebäudetechnik und beauftragte den System-Integrator Anton Hieber mit der Planung und Ausführung der Elektroinstallation. „Wichtig war uns ein kontinuierliches Energiemonitoring sowie die dadurch mögliche Optimierung der Energie- und Betriebskosten“, erklärt Ralf Ritter. „Zudem sollte eine Fernüberwachung und -quittierung möglich sein, um Stillstandzeiten zu reduzieren – wir arbeiten schließlich sechs Tage die Woche 24 Stunden. Und da ich in der freiwilligen Feuerwehr aktiv bin, lag es mir besonders am Herzen, im Brandfall durch eine frühzeitige ordnungsgemäße Entrauchung, Mitarbeiter und Feuerwehrleute optimal zu schützen und zu unterstützen.“ Entstanden ist eine moderne Produktionshalle mit einer Gesamtfläche von 5.700m², unterteilt in den Spritzguss-, den Puffer-, den Druckerei- und den Logistikbereich. Das Dach ist bis auf den letzten Quadratmeter mit Photovoltaik-Elementen belegt und deckt an sonnigen Tagen mit 700kWp bis zu einem Drittel des für die Produktion benötigten Stroms ab. Im Inneren hat Anton Hieber sämtliche relevanten elektronischen Komponenten via KNX/EIB-System miteinander vernetzt. Intelligente Steuerzentrale hinter dem System ist ein Gira-FacilityServer.

Beleuchtung – automatisch nur dort wo und so hell wie nötig

„Die Beleuchtung in der Halle haben wir komplett automatisiert“, erklärt Anton Hieber, „sie wird nur aktiviert, wenn Präsenzmelder die Anwesenheit von Personen registrieren. Darüber hinaus haben wir pro Hallenbereich Sollwerte für die Helligkeit definiert. Lichtsensoren messen jeweils den aktuellen Wert und geben die Information an den Gira-FacilityServer weiter, der dann über Dali-Vorschaltgeräte und Gateways die Leuchtmittel im Bereich von 0 bis 100% auf den definierten Soll-Wert dimmt.“ In die Beleuchtungsanlage ist zudem eine vom TÜV zugelassene Notlichtfunktion integriert, die ebenfalls via Dali angesteuert wird. Sie regelt im Falle einer Brandmeldung das Licht im gesamten Gebäude auf 100%. Insgesamt 616 Leuchtstofflampen à 80W sind in das KNX/EIB-System eingebunden und verbrauchen nur etwa 70% der Energie einer nicht geregelten Beleuchtung. „Damit sparen wir pro Jahr etwa 35.000 nur durch die intelligente Beleuchtung“, freut sich Ralf Ritter.

Natürliche Be- und Entlüftung für ein angenehmes Raumklima

Im Hallendach sind Lichtbänder mit Lüftungsklappen integriert, die sowohl zum Abzug der Produktionswärme im Raum dienen als auch zum Rauch-Wärmeabzug im Brandfall. Zusätzlich besitzt die Halle elektrisch betriebene Seitenfenster, damit ein Luftstrom entstehen kann. Pro Hallenbereich messen KNX-Sensoren die Temperatur und der Gira-FacilityServer steuert in Abhängigkeit dazu die Lüftungsklappen. Dabei wird zwischen Sommer- und Winterbetrieb unterschieden: Im Sommer werden beim Erreichen eines vorgegebenen Wertes die Lüftungsklappen im Dach komplett geöffnet sowie die Seitenfenster gekippt. Beginnt es zu regnen, wird dies von der Gira-Wetterstation auf dem Dach registriert und die Außenklappen der Dachfenster werden automatisch geschlossen – die Innenklappen bleiben geöffnet, so dass zwar weiterhin gelüftet wird, der Niederschlag aber nicht in die Halle dringt. In der Nacht wird durch die bewusste und steuerbare Unterkühlung ein Kältepuffer für den bevorstehenden, heißen Tag gebildet. Im Winter wird ausschließlich über die Innenklappen belüftet, um eine zu rasche Auskühlung der Halle zu verhindern und Zugluft für die Mitarbeiter zu vermeiden. Trotzdem profitieren die Mitarbeiter von frischer Luft und angenehmem Arbeitsklima. Am Tag wird durch eine bewusst gesteuerte Übertemperatur ein Wärmepuffer für die bevorstehend kalte Nacht gebildet. In Abstimmung mit der örtlichen Feuerwehr ist die Be- und Entlüftung mit der Brandmeldeanlage gekoppelt, so dass das Gebäude bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits entraucht ist. Nur so kann schnell und effektiv gelöscht und Mitarbeiter evakuiert werden. Bei einem Druckabfall der Druckluftversorgung schließen die Klappen automatisch.

Clever geheizt mit

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