Anzeige
Anzeige

Rauchabzug von D+H: Individuelle Lösungen für den Hauptbahnhof Berlin

Im neuen Hauptbahnhof Berlin wurden über 1.400 Rauchabzugsgeräte mit RWA-Antrieben des Unternehmens D+H Mechatronic AG ausgestattet. Zum Einsatz kamen Sonderlösungen, die den speziellen Anforderungen der Dachkonstruktion gerecht wurden.
Autor: Tobias Zimmer, D+H Mechatronic AG | Bilder: D+H Mechatronic AG
Der Hauptbahnhof Berlin – ein Objekt der Superlative

Mit dem neuen Hauptbahnhof Berlin entstand der größte Kreuzungsbahnhof Europas. Hier kreuzen sich die Ost-West-Strecke der Berliner Stadtbahn und die neue Nord-Süd-Verbindung der Bahn durch Berlin. Das Mammutprojekt weist eine Objektfläche von 58.000m² auf insgesamt fünf Verkehrsebenen auf. Nach der Eröffnung am 28.05.06, pünktlich vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, sollen täglich 300.000 Fahrgäste 164 Fernzüge und 324 Regionalzüge nutzen. Architektonisches Highlight sind die Dachkonstruktionen. Das Ost-/Westdach mit einer Länge von 371m und einer Oberfläche von 20.000m² wurde mit Sicherheitsglas (VSG) eingedeckt. Das 220m lange und 42m breite Nord-/Süddach wurde größtenteils mit Isolierscheiben eingedeckt.

Hohe Anforderungen an den Rauchabzug

Bei einem Objekt dieser Größenordnung werden natürlich extrem hohe Anforderungen an den Brandschutz gelegt. Die TÜV Industrie Service GmbH beurteilt im Auftrag der DB das gesamte elektrotechnische Konzept des Hauptbahnhofs Berlin. Da die Rauchabzugsanlage (RWA) Teil dieses Konzepts ist, wurde mit dem TÜV in Anlehnung an die derzeit gültigen Normen ein umfangreiches Prüfprogramm ausgearbeitet, bei dem komplette Systemlösungen der Hersteller, die aus Fenster und Antrieb bestehen, getestet werden. So wurden die Rauchabzugsgeräte beispielsweise einem speziellen Brandversuch beim Materialprüfungsamt (MPA) unterzogen. Auch die Korrosions- und Altersbeständigkeit aller für die RWA-Funktion relevanten Bauteile beurteilte das MPA positiv. Darüber hinaus wurden umfangreiche Funktionstests beim VdS Schadenverhütung (10.000 Öffnungs- und Schließvorgänge des Rauchabzugsgeräts zur Prüfung der Lüftungsfunktion, danach 1.000 RWA-Zyklen), beim ift Rosenheim (Zuhaltekraft-Tests gegen Sogbelastungen) und beim TÜV (Kälteprüfungen mit maximaler Belastung) vorgenommen, die allesamt die geforderten Maximalbelastungen voll erfüllten.

Kraftvoller Antrieb

Der Stahldachhersteller Mero-TSK verarbeitete über 1.400 Rauchabzugsgeräte (NRWG) mit D+H-Antrieben am Berliner Hauptbahnhof. Als besonders knifflig stellte sich die Situation im zweiten Bauabschnitt am 230x40m großen Nord-Süd-Dach dar. Die 436 rautenförmigen NRWGs haben keine Standardgröße, sondern variieren in der Gesamtstärke, in der Winkeligkeit und in der Flügelgröße (zwischen 1,50m und 1,70m). Durch das enorme Gewicht der einzelnen Verglasungselemente von bis zu 85kg und der Lage der Antriebe in der Mitte zwischen Drehbändern und Außenkante mussten pro NRWG jeweils zwei besonders leistungsstarke Zahnstangen-Antriebe eingesetzt werden, die das erforderliche Gewicht sicher heben können. Die Wahl fiel auf den Duplex Drive DXD 150-K von D+H. Er verfügt über eine Druckkraft von 1.500N und gewährleistet einen völligen Synchronlauf mehrerer Antriebe, der für die Sicherheit im Brandfall äußerst wichtig ist. Denn bei unterschiedlicher Öffnungsgeschwindigkeit zweier Antriebe am selben NRWG droht das Glaselement zu verkanten, und das Glas könnte dadurch bersten. Darüber hinaus besitzt der Duplex Drive DXD eine sehr große Öffnungsweite, die eine Öffnung der Glaselemente auf bis zu 75° ermöglicht.

230V-RWA spart Kosten

Ein weiteres Argument für den DXD-Antrieb von D+H war, dass er auch als 230V-Version verfügbar ist. Herkömmliche RWA-Antriebe weisen eine Spannung von 24V auf. Würden solche 24V-Antriebe allerdings in einem Objekt in der Größe des Hauptbahnhofs Berlin eingesetzt, müssten enorme Kabelquerschnitte für die Versorgungsleitungen eingesetzt werden. Dies würde zum einen hohe Kosten verursachen, zum anderen die großen Durchmesser der Kabelstränge dem optischen Gesamtkonzept einer größtmöglichen Lichtdurchflutung nicht gerecht werden. Der DXD-Antrieb hingegen lässt sich ohne Netzteil direkt an die externe 230V-RWA-Steuerung anschließen.

Zusammenfassung

Dass sich der Bauträger für die leistungsstarken Antriebslösungen von D+H entschied, hat mehrere gute Gründe. Die Antriebe erfüllen nicht nur alle gültigen Normen und bauseitigen Anforderungen, sondern entsprechen dem höchsten Stand moderner RWA-Technik. Zusätzlich verzeichnete der Bauherr durch die 230V-Antriebe wesentlich geringere Systemkosten. Fazit: D+H ist derzeit einer der wenigen Anbieter von Lösungen für Rauch- und Wärmeabzug, der so hohe Ansprüche an RWA-Anlagen erfüllen kann, wie sie beim Objekt Hauptbahnhof Berlin gefordert waren.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

In jeder Sekunde erzeugen Aktoren, Sensoren, Zähler, Geräte, Anlagen und Systeme der Gebäudetechnik riesige Mengen an Daten. Bisher wurde nur ein kleiner Teil davon für Optimierungen im Gebäudebetrieb genutzt. Mit der zunehmenden Digitalisierung ist es möglich, Gebäude mit Hilfe dieser Daten zum Sprechen zu bringen. Für Betreiber und Facility-Manager ergeben sich damit enorme Optimierungschancen. Voraussetzung ist, dass sie verstehen, was das Gebäude mitzuteilen hat. Hier bieten digitale Services wie technisches Monitoring die notwendige Unterstützung.‣ weiterlesen

Anzeige

Dovit bietet Architekten und Bauunternehmen eine flexible Hausautomation. Stationäre Schnittstellen mit Touch-Funktion und mobile App sind auf Usability designt, die Screens dazu für die moderne Innenarchitektur gestaltet. Ein hybrider Integrationsserver bindet Geräte unabhängig von Übertragungsprotokoll oder Hersteller in die Gebäudetechnik ein. So entsteht eine interoperable und skalierbare Connectivity-Lösung.‣ weiterlesen

Anzeige

Studien belegen einen jährlichen Anstieg des Energieverbrauchs in privaten Haushalten. Gut ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs eines Landes entfällt damit auf Wohnhäuser. Und mehr als zwei Drittel dieser verwendeten Energie wird benötigt, um Räume zu heizen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf - unserer Umwelt, unseren Kindern und unserer Geldbörse zuliebe.‣ weiterlesen

Smart Home Systeme hatten einen schweren Start. Das Thema war in aller Munde und Aufhänger unzähliger Messestände - aber von einem echten Durchbruch konnte lange nicht gesprochen werden. Zu viele verschiedene Standards waren am Markt und die meisten Hersteller versuchten eigene proprietäre Systeme zu entwickeln.‣ weiterlesen

Rund 40 Prozent der Energie werden für Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung von Wohn- und Zweckgebäuden verbraucht. Ein automatisch gesteuerter Sonnenschutz unterstützt alle Gewerke und erhöht zugleich den Wohlfühlfaktor für die Gebäudenutzer.‣ weiterlesen

Embedded Systems sind nicht nur Hidden Champions der elektrotechnischen Automation. Sie sind ein enormer Marktplatz für Investitionen und Innovationen - und die hören nicht bei der Prozessorarchitektur auf. Auch im Gebäudebereich sind Embedded Systems in nahezu allen Branchen unverzichtbare Teilsysteme der elektrotechnischen Automation.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige