Anzeige
Anzeige

Prelink: Steckersystem erlaubt
vielfältige Gesichter

Der Verkabelungsspezialist Easylan hat zusammen mit Harting den Prelink-Steckeraufbau entwickelt. Das Steckersystem wird Industrieanforderungen gerecht und lässt sich ohne großen Aufwand z.B. für Büroanwendungen anpassen. Der neue Prelink-Steckaufbau ist für die schnelle und einfache Installation konzipiert.
Der Verkabelungsspezialist Easylan hat zusammen mit Harting, einem Anbieter im Bereich Industrieautomation, den Prelink-Steckeraufbau entwickelt. Easylan gehört zur Firmengruppe Zellner, die seit Jahrzehnten Datenkabel konfektioniert, passive Netzwerkkomponenten entwickelt und diese für namhafte OEM-Kunden produziert. Gemeinsam entwickelten sie ein Steckersystem, das Industrieanforderungen gerecht wird und sich zudem ohne großen Aufwand z.B. für Büroanwendungen anpassen lässt. Harting brachte auf dieser Grundlage vor etwa einem Jahr eine Lösung für die Verkabelung von Nutzgebäuden in der Industrie auf den Markt. Easylan spezialisierte sich mit seinen Varianten auf Office-Anwendungen und Rechenzentren. So gibt es mittlerweile Prelink-Module mit M12-Gesicht genauso wie RJ45-Keystone- oder RJ45-Pushpull-Varianten. Selbst zweipaarige RJ45-Varianten für Stern-Vierer-Verkabelungen sind in Prelink-Ausführung erhältlich. Die Palette an verfügbaren Anschlussvarianten wird weiter wachsen. Denn der Markt zeigte bereits reges Interesse daran: Mehrere namhafte Anbieter von Verkabelungslösungen haben die Prelink-Technik in ihre Systeme integriert. Damit wird dieser Zwischenstecker-im-Buchsen-Ansatz breit im Markt eingeführt und erhält viel Unterstützung.

Für die Industrie ausgelegt

Der Prelink-Stecker ist für Industrieanwendungen ausgelegt und eignet sich selbst für Power over Ethernet (PoE) und PoE+. Das ist auch für so manche Anwendung in der Gebäudeautomation interessant. Der Übergang zwischen Ader und Steckverbinder ist gasdicht und eignet sich somit auch für raue Umgebungen. Zudem ist der Stecker mechanisch zuverlässig und nach den Vorgaben für Bahnzulassung erfolgreich getestet worden. Es ist das erste RJ45-Steckersystem, das dies bisher schaffte. Möglich wurde das, weil das Kabel im Stecker praktisch keine Bewegungsfreiheit hat. Zudem reicht der Mantel immer in das Gehäuse hinein. Damit ist ausgeschlossen, dass die Zugentlastung auf den Adern liegt. Vielmehr wurde die Zugentlastung sicher über einen Rastclip am Prelink-Modul realisiert. Ferner haben die Konstrukteure darauf geachtet, dass bei geschirmten Varianten auch die Paarschirmung bis weit in den Stecker hinein reicht. Damit ist sichergestellt, dass Übertragungsraten bis 10GBit pro Sekunde möglich sind. Zudem erleichtert bei den geschirmten Varianten der Metallbügel die Schirmübergabe. Ein Flachkontakt an der 360°-Schirmung ermöglicht die Verbindung mit einem Schutzleiter.

Die verfügbaren Varianten

Wer keine vorkonfektionierten Kabel verwendet, kann die Datenleitungen wie gewohnt einziehen. Für die Steckermontage vor Ort sind pro Stecker weniger als eine Minute zu veranschlagen. Das gilt auch für geschirmte Buchsenvarianten. Die Prelink-Abschlüsse sind in zwei Ausführungen erhältlich: eine für bis zu vierpaarige Installationskabel mit AWG 24 bis AWG 22 und eine für flexible Kabel mit vier Paaren mit AWG 27 bis AWG 26. Über die Wahl des Prelink-Moduls lassen sich IP-Schutzart, Übertragungsgeschwindigkeit, LED-Signalisierung oder auch spezielle Formfaktoren realisieren. Für die Industrieautomation gibt es z.B. spezielle Prelink-Module mit M12-Gesicht, RJ45-Buchsen oder eine RJ45-Push-Pull-Variante. Für Datenleitungen im Office-Bereich sind geschirmte und ungeschirmte RJ45-Varianten erhältlich, die Datenraten von 10/100MBit/s bis 10GBit/s erlauben. Sie sind alle standardkonform und entsprechen z.B. den Anforderungen an Verbindungskomponenten der internationalen Kategorie 6 ISO/IEC 11801 oder der amerikanischen Category 6A EIA/TIA 568 bis hin zur Kategorie 6AISO/IEC 11801 (500MHz). Die Datenleitung ist mit den so konfektionierten RJ45-Anschlüssen ein standardkonformer Permanent Link und hält je nach gewähltem Modultyp die Werte der ISO/IEC11801 bzw. EN50173-1 bis hin zur Klasse EA (500MHz) ein. Das ermittelte die herstellerunabhängige Gesellschaft für Hochfrequenzmesstechnik (GHMT) bei ihren Zertifizierungsmessungen mit Prelink-Komponenten. Selbst Messungen mit Hochfrequenzsignalen bis 800MHz lieferten noch gute Ergebnisse. Die Prelink-Stecker und -Buchsen hat die GHMT als Anschlusskomponenten der Kategorie 6AISO/IEC11801 oder EN50173-1 (500MHz) zertifiziert und sie bis 600MHz ohne Beanstandungen getestet. Somit eignet sich diese Variante für Highspeed-Anwendungen wie 10GBit-Ethernet. Die geschirmten Prelink-Module bestehen aus vernickeltem Zinkdruckguss, die ungeschirmten aus Kunststoff (PA). Diese erlauben dank der kompakten Bauform eine besonders hohe Packungsdichte. Ist das Netzwerk im Betrieb, lässt sich eine Verbindung mit wenigen Handgriffen für einen größeren Datendurchsatz aufrüsten. Der Netzwerkbetreuer muss lediglich die Prelink-Module tauschen. Dazu löst der den Rast-Clip des montierten Prelink-Modul mit einem kleinen Handgriff, zieht es ab und ersetzt es durch ein anderes. Auf die gleiche Weise ist es möglich, auf ein anderes RJ45-Steckgesicht zu wechseln, verschmutzte gegen neue Module zu tauschen oder die LED-Signalisierung zu integrieren.

LED-Signalisierung über den ganzen Link

Die LED-Signalisierung realisiert Easylan über Module mit einem Light-Emitting-Outlet (L.E.O.). Bei diesen Modulen kann sich der Administrator bei Umpatchungen im Verteilerschrank mithilfe des Prelink-Detektors, einer Stromquelle mit Prelink-Stecker, das andere Ende der Verbindung anzeigen lassen. So sieht er auf einen Blick, welche Enden zu einem Link gehören und dies über alle Zwischen-Patchungen hinweg. Bei einer Etagen-Verkabelung kann sich der Administrator die Spannungsquelle auf Dauerversorgung stellen und damit einen gesamten Link von der Wanddose über alle Patch-Stellen hinweg bis zur Buchse im Verteilerschrank anzeigen lassen. Da die Technik allein in den Prelink-L.E.O.-Modulen steckt, ist die Einführung nicht teuer. Denn die Kabelinstallation bleibt davon unberührtund kann mit jedem Installationskabel eines beliebigen Herstellers bewerkstelligt werden.

High Density fürs Rechenzentrum

Im Rechenzentrum ist Platz bares Geld. Deshalb setzen sich hier zunehmend HD-Lösungen (HD: High Density) durch. Easylan beispielsweise bietet für den Abschluss der Datenleitungen im Verteilerschrank neben dem üblichen 24-Port-Verteilerfeld nun auch eine hoch integrierte Variante mit 48 Ports auf einer Höheneinheit an. Die hohe Port-Dichte darf aber nicht dazu führen, dass der Installateur die Kabel kaum noch anschließen und das Service-Personal Anschlüsse nicht mehr warten kann. Aus diesem Grund ist das 48-Port-Verteilerfeld bereits mit Keystone-Modulen vorkonfektioniert. Der Techniker muss die Kabel mit Prelink-Abschluss nur noch einstecken und die Module zuklappen. Damit der Techniker bei diesen dicht gepackten Installationen Patchungen wieder lösen kann, sind außerdem kleine Hebel mit Federmechanismus in die Verriegelung der Ports eingebaut. Easylan entwickelte darüber hinaus für Rechenzentren ein High-Densitiy-Modul mit sechs RJ45-Anschlüssen in einem Modulgehäuse. Mit diesen Modulen kann der Anwender eine bisher unerreichte Packungsdichte von 168 RJ45-Anschlüssen auf drei Höheneinheiten im 19″-Schrank realisieren. Diese Sechsereinheiten sind vorkonfektioniert und mit beliebig langen Kabeln als Schrank-zu-Schrank-Verbindung lieferbar. Bei High-Densitiy-Anwendungen in Rechenzentren bietet es sich grundsätzlich an, vorkonfektionierte RZ-Kabel als Einzel- oder als Mehrfachkabel zu verwenden. Für dieses HD-Modul entwickelte Easynet ein darauf zugeschnittenes Mehrfachdatenkabel, bei dem die Brandlastwerte auf ein Drittel reduziert sind und das deutlich dünner ist als ein herkömmliches RZ-Kabel. Denn die sechs integrierten Einzelkabel besitzen keine Mäntel. Auf die Einzelkabelmäntel konnte verzichtet werden, weil das Multikabel erst im HD-Modul in die vierpaarigen Einzelelemente aufgeteilt wird. Der Durchmesser des Kabels reduzierte sich damit von etwa 26mm auf unter 19mm. Die dünneren Kabel senken auch den Luftwiderstand im Verteilerschrank. Somit braucht der RZ-Betreiber deutlich weniger Energie zur Klimatisierung der Schränke. In einem Rechenzentrum summiert sich das schnell zu erheblichen Energie- und damit Kosteneinsparungen.

Designfähige Anschlussdosen

Eine ähnliche Entwicklung wird es auch bei den Datendosen geben. Derzeit sind die Prelink-Anschlussdosen als leere Datendosen erhältlich, in die der Installateur die verfügbaren Keystone-Module einclipt. Noch in diesem Jahr wird Easylan aber designfähige Datendosen auf den Markt bringen, bei denen ein genormter Träger mit Prelink-Kompakt-Modulen bestückt ist. Der Anwender kann darauf dann eine Abdeckung nach Wahl montieren. Diese Lösung wird alle gängigen Hersteller wie Busch-Jaeger, Berker, Merten, Jung, Siedle, Siemens und viele mehr unterstützen.

Fazit

Installateure und Netzbetreiber erhalten mit Prelink-Komponenten mehr Flexibilität. Die Verkabelung lässt sich durchgängig mit Prelink-Abschlüssen installieren. Der Netzwerkverantwortliche kann dann entscheiden, welche Anschlussmodule wo montiert werden und diese bei Bedarf auch wechseln. Für die Installation ist das unerheblich. Diesen großen Vorzug haben bereits einige renommierte Verkabelungsanbieter erkannt und bieten die Prelink-Technik auch für ihre Systeme an. Das sind gute Voraussetzungen, dass sich diese Technik schnell im Markt durchsetzen wird. Vielleicht ersetzt sie in den nächsten Jahren sogar den herkömmlichen RJ45-Steckverbinder. Dieser lässt sich nicht zerstörungsfrei austauschen. Mit dem Prelink-Ansatz spielt die Wahl des Steckgesichts auf jeden Fall eine deutlich kleinere Rolle als bisher. Denn ein Modul kostet nicht viel und ist schnell ausgetauscht. Übrigens: Eine Prelink-Verkabelung liegt in derselben Preiskategorie wie eine übertragungstechnisch vergleichbare Verkabelung mit herkömmlicher RJ45-Technik.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Auf dem Gebiet des Blitz- und Überspannungsschutzes hat Citel die neue DACN10-Reihe herausgebracht, die die bisherige Serie DS98 ersetzt. Die Veränderungen liegen in den verbesserten Schraubkäfigklemmen für eine Leiteraufnahme von bis zu 10mm², der einfacheren Installation durch selbsterklärende Kennzeichnung auf den Produkten sowie der Steigerung des Laststromes von 16 auf 25A. ‣ weiterlesen

Anzeige

Datenanalysen gewinnen zunehmend an Bedeutung, wenn es darum geht, Nutzungsmuster von Gebäuden zu erkennen, Kosten zu senken und Gebäude zu besseren Arbeitsplätzen zu machen. Drahtlose, batterielose Sensoren gewinnen die benötigten Daten hierfür. Vernetzt mit der IT-Infrastruktur eines Gebäudes ergeben sich so neue Erkenntnisse und Handlungsfelder. ‣ weiterlesen

Anzeige

Unter dem Motto ‚100 Jahre Building Automation‘ feiert die Theben AG in diesem Jahr ihr 100-jähriges Firmenbestehen. 1921 von Paul Schwenk unter dem Namen ‚Spezialfabrikation elektr. Schaltapparate‘ gegründet, hat sich das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte zu einem der führenden Hersteller in den Bereichen Zeit- und Lichtsteuerung, Klimaregelung, KNX-Gebäudesystemtechnik, Smart Home und Lösungen zur Digitalisierung der Energiewende entwickelt. Zeit also, sich die bewegte Firmengeschichte einmal genauer anzuschauen. ‣ weiterlesen

Anzeige

Mit wenigen Klicks zur passenden Lösung – das ist der Anspruch der neuen App von Schnabl Stecktechnik. Die App für iOS und Android soll es Nutzern erleichtern, aus über 200 Produkten genau die richtigen für den gewünschten Arbeitsbereich zu finden. ‣ weiterlesen

Anzeige

Wenn es um Gebäudeautomation geht, gilt die Devise: Am besten gleich ganze Sache machen. Denn eine nachträgliche Implementierung der verschiedenen Gewerke in die Gebäudeleittechnik kann mit einem höheren Aufwand verbunden sein. Deshalb haben Trilux als Experte für smarte Beleuchtung und Johnson Controls als Spezialist für smarte Gebäudeautomationslösungen Anfang August eine weitreichende Kooperation vereinbart. ‣ weiterlesen

Zentrale Lüftungslösungen haben ein Problem: Die eingesaugte Außenluft muss einen langen Weg durch verzweigte Kanäle und Schächte zurücklegen. Diese sind teuer in der Anschaffung und treiben die Betriebskosten in die Höhe. Denn trotz Filter können sich Partikel ansammeln, die den Luftwiderstand im Lüftungskanal erhöhen. Dann bleibt nur die Motorleistung zu erhöhen. Anders bei dezentralen, direkt in die Wand gesetzten Lüftungsgeräten, die komplett ohne Leitungssystem auskommen. Die Luft kann ohne signifikanten Widerstand direkt in den Zielraum gelangen. ‣ weiterlesen