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Praxistest Heimkinoprojektoren: 3D fürs Wohnzimmer

Spätestens seit der IFA 2011 gehören Heimkinoprojektoren mit 3D-Funktionalität zum Portfolio aller großen Hersteller. Zwei 3D-Full-HD-Projektoren haben wir herausgegriffen und einem direkten Vergleich unterzogen: den 3LCD-RGB-Projektor EH-TW 6000W von Epson und den Single-Chip-DLP-Projektor HC7800D von Mitsubishi.
Beide Projektoren befinden sich mit derzeit ca. 1.799Euro (Epson) und 1.979Euro (Mitsubishi) etwa in derselben Preisklasse. Unterschiede bestehen vor allem aufgrund der Projektionstechnologien. Bei der ‚Digital Light Processing‘ (DLP)-Technologie muss man mit störenden ‚Regenbogeneffekten‘ und Farbsäumen rechnen, wenn man für solche Effekte empfänglich ist, denn diese kann durchaus nicht jeder wahrnehmen. Der ‚Liquid Crystal Display‘ (LCD)-Technologie hingegen sagt man einen niedrigen Kontrast, ein matteres Schwarz sowie störende Effekte wie ‚Shading‘ und das ‚Fliegengitter‘ nach. Dies galt es im Test ausführlich abzuprüfen. Abgesehen davon sind auch bekannte Probleme der 3D-Technik im Praxistest zu berücksichtigen. Beide Hersteller verwenden eine aktive 3D-Shuttertechnik. Die Nachteile dieser Technik liegen u.a. im Helligkeitsverlust gegenüber der 2D-Projektion und im ‚Ghosting‘-Effekt (Doppelkonturen). Da bei der Shuttertechnik jedoch die Auflösung nicht leidet, setzen fast alle Hersteller für Full-HD-3D-Projektoren diese Technik ein. Wir wollten im Test sehen, ob und wie auffällig die Nachteile sind.

Technische Daten & Zubehör

Beide Projektoren bieten alle notwendigen Anschlüsse für das Heimkino. Darüber hinaus bietet der EH-TW6000W einen USB-Eingang und einen RS232C-Steuerungseingang. Beide Geräte sind LAN-kompatibel, wobei Epson mit einer 3D-HD-Drahtlos-Funktion aufwartet. Zudem verspricht der EH-TW6000W mit 2.200 ANSI-Lumen eine größere Helligkeit bei der 3D-Projektion als sein Kontrahent HC7800D mit 1.500 ANSI-Lumen. Uns sind beim EH-TW6000W außerdem positiv die integrierten Lautsprecher aufgefallen, die bei mobilen Anwendungen sowie zur Orientierung bei der Inbetriebnahme hilfreich sind. Im Zubehör liefert Epson eine aktive Shutterbrille mit – hier müssen Anwender auf jeden fall nachinvestieren – denn wer geht schon gerne allein ins (Heim-)Kino. Dem Mitsubishi-Testgerät lag überhaupt keine Brille bei. Die zugehörigen Brillen (EY-3DGS-78U) von Mitsubishi finden wir für Brillenträger gewöhnungsbedürftig. Beide Hersteller liefern eine hinterleuchtete Fernbedienung, wobei Epson die Hintergrundbeleuchtung nur auf speziellem Knopfdruck einschaltet, der im Dunkeln auch erst einmal gefunden werden möchte.

Inbetriebnahme & Betrieb

Die Inbetriebnahme gestaltete sich bei beiden Projektoren unkompliziert. Das vorspringende Dach des Mitsubishi-Gehäuses erschwerte allerdings den Zugang zu den Anschlüssen. Beide Projektoren verfügen über Konfigurationshilfen wie Trapezkorrektur oder Testmuster. Sie enttäuschen aber hinsichtlich des Lens Shifts: Der HC7800D bietet nur einen vertikalen Lens Shift, der EH-TW6000W gleich gar keinen. Weiterhin ist uns aufgefallen, dass das Gerät von Mitsubishi langsamer reagiert bzw. längere Umschaltzeiten hat. Am deutlichsten zeigt sich diese Schwäche beim Umschalten in den 3D-Modus: Der Bildschirm wird für ca. 10s schwarz. Negativ festgestellt haben wir zudem, dass im 3D-Betrieb des Geräts die Trapezkorrektur nicht zur Verfügung steht. Der HC7800D ist hörbar, aber nicht so sehr wie die Auto-Iris des EH-TW6000W – wir finden die Lautheit der Projektoren aber noch in Ordnung. Bis das erste Bild in seiner vollen Helligkeit angezeigt wird, vergehen beim Epson 1min15s, beim Mitsubishi lediglich 50s. Beim Ausschalten lässt sich der Mitsubishi mit 1min30s geradezu Zeit, während der Epson in weniger als 5s komplett heruntergefahren ist.

Bedienbarkeit

Auffällig war für uns das Handling des HC7800D, an das wir uns erst gewöhnen mussten. Beispielsweise lassen sich Einstellungen auf der Fernbedienung nicht über die Tasten ‚oben/unten‘ vornehmen, sondern nur über ‚rechts/links‘. Im Menü lassen sich die Untermenüs nicht ‚durchscrollen‘, das heißt, wenn man am letzten Punkt des Untermenüs angekommen ist, muss man erst alle anderen Menüpunkte nach oben durchgehen, bis man wieder am ersten Menüpunkt angelangt ist. Umgekehrt gelangt man auch nicht zum untersten Menüpunkt, wenn man über den ersten Punkt des Untermenüs hinausgeht, sondern stattdessen zum Obermenü, was zur Folge hat, dass sich das Untermenü einklappt. Davon abgesehen sind die Menüs beider Geräte übersichtlich gestaltet und viele Funktionen lassen sich direkt von den Fernbedienungen abrufen.

Farbabstimmung

Die voreingestellten Modi beider Projektoren sind gut abgestimmt. Der HC7800D weckt mit nur drei Presets den Wunsch nach mehr Modi, wobei Epson zeigt, dass mehr Quantität nicht gleich mehr Qualität bedeuten muss, denn die hier fünf gebotenen Presets unterscheiden sich nur im Detail: Der Modus ‚Wohnzimmer‘ ähnelt sehr ‚Dynamisch‘, und die Modi ‚Automatisch‘, ‚Natürlich‘ und ‚Kino‘ unterscheiden sich kaum. Zudem sind die Bezeichnungen der Presets nicht sonderlich prägnant. Immerhin kann man die Presets als Vorlage für eigene Einstellungen verwenden – das ist bei Mitsubishi nicht möglich. Hier muss man seinen eigenen Modus kreieren und auf einen der drei Memory-Slots ablegen. Diese kann man dann direkt von der Fernbedienung auswählen und von dort weiter bearbeiten. Von den Farbabstimmungen und sonstigen Einstellungen her sind beide Projektoren von Werk aus gut und stimmig eingestellt. Allein das Schwarz wirkt beim Mitsubishi manchmal matt bis leicht ins Grünliche gehend (z.B. bei ‚I am Legend‘). Hier kann es hilfreich sein, die Auto-Iris einfach auszustellen. Ansonsten überzeugt gerade der HC7800D bei dem sehr dunklen und kontrastreichen Film ‚Sieben‘. Der Mitsubishi verfügt über eine Zwischenbildberechnung, hier genannt ‚Frame Rate Creator‘ (FRC), die sehr gut arbeitet und den Film-Look bewahrt.

3D-Modus

Beide Projektoren überzeugen auch im 3D-Modus, wobei wir beide als etwa gleich hell empfanden. Beide Geräte können 3D- in 2D-Signale umwandeln, der HC7800D wandelt zudem 2D- in 3D-Signale um. Diese Funktion lohnt sich unserer Ansicht nach aber nicht. Wir haben bei beiden Projektoren leichtes, aber kaum störendes Ghosting feststellen können. Der Regenbogeneffekt verschwindet im 3D-Modus fast vollständig. Negativ ist uns aufgefallen, dass beim HC7800D die Zwischenbildberechnung im 3D-Modus nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Auffällig war ferner, dass der EH-TW6000W im 3D-Betrieb sehr warm wird.

Bewertung und Fazit

Beide Projektoren machen im 2D- als auch 3D-Betrieb richtig Spaß. Was heute für unter 2.000,- Euro zu haben ist, reicht auf für das ambitionierte Heimkino. Insgesamt ist die Leistung beider Geräte so hoch, dass man die Kritik durchaus als ‚Meckern auf hohem Niveau‘ bezeichnen könnte. Defizite haben wir vor allem beim Epson mit seinem fehlenden Lens Shift und einer unschönen Zwischenbildberechnung festgestellt. Zudem ist der Epson im Vergleich lauter und wird deutlich wärmer, weswegen dem Mitsubishi-Projektor letztlich der Vorzug zu geben ist. Hat man allerdings ein Problem mit dem berüchtigten Regenbogen-Effekt, ist der EH-TW6000W die bessere Wahl. Anschauen sollte man sich unbedingt beide!

INFORMATION

Epson EH-TW6000W

Mitsubishi HC7800D
Typ:

3LCD-RGB-Projektionssystem mit Flüssigkristallen
Single-Chip-DLP-Projektor
Auflösung:

1.080p (1.920×1.080), Full-HD-3D

1.920×1.080 Pixel
Helligkeit:

2.200 ANSI-Lumen

1.500 ANSI-Lumen
Lampe:

230W UHE (E-TORL)

240W
Max. Lebensdauer 4.000h im Standardmodus

5.000h
Lampe:
5.000h im Energiesparmodus
Projektionsgröße 30 bis 300“ (76,2 bis 762cm)

1,27 bis 7,62m
(Diagonale):
Anschlussmöglichkeiten:

Epson:
Videoeingang: 1x Cinch (gelb), 1x RJ45 (3D-Management)
Component-Video: 3x Cinch
Computereingang: 1x D-Sub, 15-polig (RGB)
Eingang: USB-Speichergerät, 1x USB 2.0 Typ A
Digitaleingang: 1x HDMI
Audioeingang: 2x Cinch (rot/weiß), 1x HDMI
HDMI-Eingang: 2x HDMI (3D und CEC)
Steuerungseingang: 1x RS232C (D-Sub, 9-polig)
Lautsprecherleistung: 2× 10W (Stereo) 3D-HD-Drahtlosfunktion

Mitsubishi:
1x Video RGB analog-Mini-D-Sub 15-polig, 2x Video RGB digital, HDMI 1.3 (3D, Deep Color), 1x Video Composite RCA, 1x LAN RJ45, 1x Video Component RCA, 1x D-Sub 9-polig, 2x Trigger-Out

Größe (BxHxT):

365×137,3x420mm

396x328x142mm (ohne Vorsprünge)
Gewicht:

ca. 7kg

5,6kg

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