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Planung nach Rezept – Elektroinstallation in der Küche: So planen Sie fachgerecht

Die Küche ist heute nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch das kommunikative Zentrum im Haus: Hier trifft sich die Familie und sie ist auch der Ort, an dem viele gesellige Abende mit Freunden beginnen und nicht selten enden. Im Trend sind derzeit offene Grundrisse, die mit den funktionalen Küchen von früher nichts mehr gemein haben – hier wird gekocht, gegessen, kommuniziert und gefeiert. Deshalb ist es wichtig, dass außer Fragen der Funktionalität und der Ergonomie auch Sicherheits- und Komfortaspekte in die Küchenplanung einfließen. Küchenplanung ist damit immer auch Elektroplanung.

Die Initiative Elektro+ bietet für die Küchenplanung mit ihrem ‚Raumplaner‘ unter www.elektro-plus.com eine praktische Hilfe an. Entscheidend beim Entwurf einer neuen Küche oder einer Küchenrenovierung ist die Elektroinstallation schon früh einzubeziehen. Ein detaillierter Installationsplan stellt z.B. sicher, dass später genügend Anschlüsse für die Haushaltsgeräte zur Verfügung stehen. Für den Betrieb von Kaffeemaschine, Toaster und anderen Kleingeräten sollten ausreichend Steckdosen eingeplant werden. Immerhin gibt es heute in jedem Haushalt durchschnittlich 15 von solchen elektrischen Geräte. Außerdem müssen die Anschlusswerte bekannt sein, um sowohl die Leitungen als auch die Geräte- und Leitungsabsicherung gemäß der elektrischen Leistung in Watt auszulegen. „Einen Festanschluss mit eigenem Stromkreis benötigen lediglich der Elektroherd, der Dampfgarer und Kochmulden in Einbauküchen, die nicht mit dem Backofen in einem Kombigerät integriert sind“, erklärt Hartmut Zander von der Initiative Elektro+. Alle anderen Haushaltsgeräte werden über Steckdosen angeschlossen. „Um die Elektroinstallation nicht zu überlasten, gilt folgende Faustregel: Geräte mit einer Anschlussleistung von mehr als 2.000W benötigen einen eigenen Stromkreis, auch wenn sie über Steckdosen angeschlossen werden.“ Hierzu zählen beispielsweise Geschirrspüler, Backöfen und auch viele Mikrowellengeräte. Alle Steckdosen müssen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen geschützt sein, die spätestens bei einem Fehlerstrom von 30mA auslösen. Sie registrieren, wenn ein Teil des Stromes den Stromkreislauf auf nicht ordnungsgemäßem Weg verlässt, beispielsweise bei defekten Geräten oder Leitungen, und unterbrechen innerhalb von Tausendstel Sekunden den weiteren Stromfluss.

Wertvolle Orientierung: Ausstattungswerte

Informationen zur bedarfsgerechten Anzahl an Steckdosen, Stromkreisen sowie Geräteanschlüssen und -auslässen finden sich in der DIN18015-2 ‚Elektroinstallation in Wohngebäuden – Art und Umfang der Mindestausstattung‘, deren Festlegungen dem Ausstattungswert 1 nach RAL-RG 678 entsprechen. Diese Ausstattung sieht für Kochnischen drei und für Küchen fünf Steckdosen vor. Den aktuellen Standard markiert der Ausstattungswert 2 nach RAL. Er erfordert für Kochnischen sieben und für Küchen zehn Steckdosen. Für gehobene Komfortansprüche legt der Ausstattungswert 3 acht Steckdosen für Kochnischen oder zwölf für Küchen fest. Steckdosen im Bereich von Arbeitsflächen sind grundsätzlich mindestens als Zweifach-Steckdosenkombinationen auszuführen. Gehört zur Küche eine Essecke, sollte eine Steckdose zusätzlich eingeplant werden. Außerdem wird bei den Ausstattungswerten 2 und 3 jeweils eine Telefon-Anschlussdose (TAE) und eine Antennensteckdose für Multimediaanwendungen empfohlen. Weiterer Vorteil: Anders als bei der Mindestausstattung lassen sich Elektroinstallationen dieser Ausstattungswerte jederzeit kostengünstig erweitern, beispielsweise wenn sich die Geräteausstattung in der Küche verändert oder die Ansprüche an den Komfort steigen. Eine Erweiterung ist insbesondere dann schnell durchgeführt, wenn die Elektroinstallation mithilfe von Rohrsystemen ausgeführt ist und ausreichend Leerrohre vorhanden sind.

Licht nach Maß

Eine bestehende Kücheneinrichtung wird 15 Jahre lang oder länger benutzt. Deshalb ist auch die Beleuchtung ein wichtiges Thema bei der Elektroplanung in der Küche. Für einen reibungslosen Ablauf der anfallenden Küchenarbeiten ist es wichtig neben einer guten Allgemeinbeleuchtung die Arbeitsflächen richtig auszuleuchten. Das Licht sollte aus der richtigen Richtung kommen, am besten von unter den Oberschränken und in der Dunstabzugshaube blendfrei installierten Halogen- oder Leuchtstofflampen. An den Regalen oder der Wand angebrachte lichtbündelnde Strahler hingegen behindern das Arbeiten durch harte Schlagschatten und zu große Helligkeitskontraste. Mit Niedervoltsystemen aus Seilen, Stangen oder Stromschienen sowie an der Decke verteilten Downlights lassen sich auch Bereiche wie Esstisch, Esstheke oder auch eine Kochinsel ausleuchten.

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