Physische- und IT-Sicherheit:

Systeme arbeiten Hand in Hand

Moderne Gebäude müssen heutzutage nicht nur ‚intelligent‘ arbeiten. Sie müssen sich flexibel wechselnden Aufgaben und Nutzungsformen energieeffizient und komfortabel anpassen, ohne dabei die Sicherheit der Liegenschaft außer Acht zu lassen. Es sind Systeme erforderlich, die eine mandantenfähige Zutrittskontrolle, eine anpassungsfähige Gebäudeleittechnik und ein hohes Maß an Informationssicherheit berücksichtigen.
Elektronisch gesteuerte Systeme für Heizung, Lüftung, Klima (HVAC), Beleuchtung und Sonnenschutz sowie Verdunkelung gehören inzwischen zur Standardausstattung von Wohn- und Bürobauten, Fertigungshallen oder auch Einkaufszentren. Insbesondere wenn sich mehrere Mietparteien ein Gebäude teilen oder eine hohe Mieterfluktuation besteht, ist eine effiziente und anpassungsfähige Verwaltung der Liegenschaft schon allein aus Sicherheitsgründen von immanenter Bedeutung. Hinsichtlich der Gebäudesicherheit ist dabei besonders auf den restriktiven Zugang zu Gebäudeteilen zu achten. Nicht weniger wichtig ist die direkte Integration in die Überwachung mittels Videotechnologie welche idealerweise mit der Informationssicherheit Hand in Hand arbeitet. Der hohe Bedarf an sicherheitsrelevanten Informationen – im amerikanischen auch ’situational awareness‘ genannt – verlangt nach intelligent ineinander greifenden Lösungen. Es sind Systeme erforderlich, die eine mandantenfähige Zutrittskontrolle, eine anpassungsfähige Gebäudeleittechnik und – in Zeiten von IT-gestützter Industriespionage – ein hohes Maß an Informationssicherheit berücksichtigen. Dabei gilt es stets die ‚richtige‘ Kombination aus PACS, PSIM, PIM und Co mit der ‚klassischen‘ IT-Security zu finden.

Besser im Einklang: Gebäudetechnik und -sicherheit

Immer häufiger werden unterschiedlichste, technische Systeme der physischen Sicherheit bereits in der Planungsphase des Gebäudes berücksichtigt, um eine kostenoptimale Leitungsführung und wartungsarme Installationen zu ermöglichen. Viel zu selten jedoch wird dabei der Aspekt einer umfassenden Integration mit IT-Sicherheitslösungen beachtet. Der Blick in die Praxis zeigt: Der Einsatz von multifunktionalen ID-Karten für z.B. Kantinenbenutzung sowie Gebäude- und Tiefgaragenzutritt, gehört in modernen Liegenschaften zum technischen Alltag. Er ermöglicht – im Sinne eines ‚Green Buildings‘ – dass die Anzahl der im Zutritts- und Besuchersystem registrierten Mitarbeiter eines Arbeitsbereiches mit der tatsächlich in IT-Systemen im gleichen Bereich angemeldeten Personen verglichen werden kann. Neben einer individuellen Steuerung von Wärme/Klima und Beleuchtung in Einzelbüros wird so auch die automatische Anpassung der Lüftungsleistung in Meetingräumen und Konferenzbereichen möglich. Eine Implementierung lässt sich allerdings nur dann kostengünstig einplanen, wenn die notwendige ‚Ambient Intelligence‘ im Vorfeld berücksichtigt wurde und eine entsprechende Netz- und Sensorinfrastruktur vorhanden ist. Dazu zählen u.a. intelligente Raumreservierungs- und Buchungssysteme, welche direkt mit dem Türpanel die aktuelle Belegung erfassen und durch Integration mit der Gebäudeleittechnik sowohl Raumklima als auch Beleuchtung anpassen. Können Mitarbeiter ihre ID-Card für spontane Reservierungen oder Freigaben nutzen, steigert dies die notwendige Akzeptanz der Karte und vereinfacht zudem die buchhalterische Abrechnung der genutzten Ressourcen.

Zusammenspiel von Anfang an

Bereits in der Planungsphase sollten eine sinnvolle Platzierung der Türpanele, Kartenleser und Self-Service Terminals sowie der Einsatz von Videoüberwachung und Vereinzelungsanlagen Berücksichtigung finden. Werden z.B. strategische Kamerapositionen in Abhängigkeit von sicherheitsrelevanten ‚hotspots‘ geplant, lassen sich massive Einsparpotentiale realisieren. Insbesondere wenn es sich um moderne Video-over-IP Kameras mit Power-over-Ethernet Stromzufuhr handelt. In Absprache mit den Planern für aktive Netzkomponenten und passiv strukturierte Verkabelungen, können hier, im Sinne eines konvergenten Netzes, ebenfalls Einsparpotenziale realisiert werden. Die teilweise hohen Bandbreitenanforderungen und die Anfälligkeit für Latenzprobleme in der Videotechnik erfordern mitunter die Einkalkulierung entsprechender Leistungsreserven. Vor allem, wenn zeitgleich weitere realtime-Anwendungen wie Voice-over-IP dasselbe Netz nutzen. Die Verantwortlichen der Netzwerktechnik sollten hier Wert auf die Quality of Service (QoS)-Funktionen und die Backplane-Leistung ihrer aktiven Komponenten legen, da sonst Ausfälle und Störungen drohen. Sicherheitsexperten wie z.B. die Berater der accessec GmbH sehen in den Architekten und Fachplanern wichtige Schlüsselpersonen für die technische Gebäudeausstattung (TGA) und die zukunftssichere Gestaltung moderner Gebäude. Sie können in der Planungsphase die wichtigen und notwendigen Impulse geben, die zu einer leistungsfähigen, sicheren und gleichzeitig kostengünstigen Gesamtinfrastruktur führen.

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