OLED (organische LED): Die Zukunft der Beleuchtung

Das Tempo, mit dem sich die Beleuchtungstechnologie zurzeit weiterentwickelt, ist atemberaubend. Das Potenzial der Leuchtdiode (LED), die seit einigen Jahren die Lichtwelt revolutioniert, ist zwar noch lange nicht ausgeschöpft, da kündigt sich mit der OLED (organische LED) bereits die nächste Umwälzung an. Die mit dieser Technik verbundenen Veränderungen im Hinblick auf den Einsatz und das Erleben von Licht dürften noch tiefgreifender sein. Denn mit der OLED hält etwas bahnbrechend Neues Einzug in den Beleuchtungsmarkt.
Ob LEDs oder herkömmliche Lampen – Beleuchtung findet bisher grundsätzlich in Form einzelner Lichtpunkte statt. Verteilt im Raum geben diese ihr Licht direkt oder indirekt ab. Die Form und die Charakteristik der Lichtquellen werden im Wesentlichen durch die eingesetzten Leuchtmittel bestimmt. So sind LEDs aufgrund der physikalischen Eigenschaften punktförmige, kleine Lichtquellen, die ihr Licht gerichtet abgeben. Im Gegensatz dazu sind OLEDs flächige, homogene Lichtquellen, die ihr weiches, diffuses Licht über die gesamte Fläche abstrahlen. Wegen der unterschiedlichen Abstrahlcharakteristik stehen beide Lichtquellen nicht in Konkurrenz zu einander, sondern ergänzen sich ideal. Es ist die Kombination beider Technologien, die Lichtgestaltern eine völlig neue Dimension des Beleuchtungsdesigns eröffnet. Was sich zunächst lediglich nach einer anderen äußeren Form von Leuchtkörpern anhört, ist tatsächlich eine Umwälzung, die völlig neuen Leuchtenformen und Möglichkeiten der Lichtgestaltung in sich birgt. Beispielsweise Decken, die farbig schimmern. Glaswände, die beim Betätigen eines Schalters aufleuchten oder Fenster, die nach Einbruch der Dunkelheit ein subtiles Licht erzeugen. Bislang mussten Lichtdesigner und Anwender bei der Kombination von Lampe und Leuchte als Mittel der Lichtgestaltung stets Kompromisse eingehen. Zukünftig wird mit OLEDs die Lichtquelle selbst zur Designkomponente oder einem Element der Inneneinrichtung, das gleichzeitig auch zur Beleuchtung dient.

Ein reales Konzept

Um die Entwicklung der OLED-Technologie voranzutreiben, hat Philips in den Räumen der ehemaligen Bildröhrenfabrik in Aachen auf 350m² das Lumiblade Creative Lab eingerichtet. Es ist ein Kompetenzzentrum, in dem sich Fachleute verschiedener Disziplinen begegnen: Wissenschaftler und Kreative, Leuchtenhersteller und -designer sowie Raumgestalter. Neben Ausstellungsbereichen, in denen die bisherigen Entwicklungen zu sehen sind, stehen Werkstätten, eine kuratierte Materialbibliothek und ein Loungebereich für Forumsgespräche zur Verfügung. „Das Lumiblade Creative Lab von Philips ist kein abstraktes Konzept, sondern eine echte Werkstatt. Hier stehen Experten aus den Bereichen Beleuchtung, Elektronik und Materialien bereit, um Designer bei der Anwendungsentwicklung für OLED-basierte Produkte zu unterstützen“, sagt Kristin Knappstein, Leiterin Business Creation Philips Lumiblade. „Das Team des Creative Lab bietet Inspiration, Beratung und praktische Hilfestellung. So lassen sich Projekte über die Designstufe hinaus zu Prototypen entwickeln oder sogar Kleinserien auflegen.“

Lumiblade als Grundlage

Auf dem Weg zu neuen Anwendungen setzt Philips bewusst auf die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlichster Gruppen. Unterstützt durch Experten können sie in Aachen in ein neues Denken hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten mit Licht eintauchen und konkret an völlig neuen Anwendungen arbeiten. Die Grundlage können dabei entweder Lumiblade OLEDs – also gewissermaßen die nackten OLEDs – oder Lumiblade-Module sein. Gerade mit der kommerziellen Einführung der Module hat Philips seine führende Position auch bei der Entwicklung marktreifer Lösungen auf OLED-Basis deutlich macht. Die Lumiblade-Module bestehen aus der OLED samt der benötigten Elektronik und Verbindungsstücken und fordern vom Anwender nur minimale technische Kenntnisse. Die Module lassen sich einfach zu größeren Einheiten zusammenfügen und dann für unterschiedliche Anwendungen – z.B. in Einzelhandel, Büros und Privathaushalten – nutzen. Sie können daher in unzählige neue Konzepte eingebettet werden und bilden eine attraktive Ergänzung zu den bereits vorhandenen Lichttechnologien.

Attraktive Lichtinstallationen in wenigen Minuten

Lumiblade Living Shapes ist ein Baukastensystem. Statt hunderte OLEDs einzeln miteinander zu verbinden zu müssen, können Anwender stattdessen integrierte OLED-Panels nutzen. Jedes ist mit 16 Lumiblade OLEDs in der Größe 5×5,5cm bestückt. Als Plug&Play-System ausgelegt, lassen sich beliebig viele Panels neben- und übereinander anordnen. Eine Installation von mehreren Quadratmetern Leuchtfläche ist so schnell realisiert. Das hochwertige Licht der nur 1,8mm dünnen Lumiblade OLEDs hat eine ganz eigene Charakteristik, die alles bisher Gesehene vergessen lässt. Unverzüglich nach dem Einschalten geben sie über die gesamte Fläche der OLED angenehmes und blendfreies Licht ab. Und dies in einer Qualität, wie es mit anderen Leuchtmitteln und Systemen nicht zu erzielen ist.

Lichtträume werden wahr

Der Phantasie beim Leuchten- und Lichtdesign sind kaum Grenzen gesetzt, denn durch ihre flache Form und die geringe Betriebsspannung lassen sich OLED-Elemente problemlos und sicher in Oberflächen integrieren. „Damit kann Licht zu einem sehr realen Bestandteil des Designs werden“, erklärt Kristin Knappstein. „Mit jeder Weiterentwicklung der Technologie vergrößert sich auch die Bandbreite unserer Ideen. Und die Umsetzung vieler dieser Konzepte ist näher, als es sich vielleicht anhört.“ Dass dies keine Phantasien sind, zeigt auch die Arbeit im Creative Lab. Einige Ergebnisse – wie beispielsweise ‚O’Leaf‘ vom belgischen Leuchtenhersteller Modular Lighting Instruments oder ‚Edge‘ von Established & Sons – sind bereits auf dem Markt erhältlich. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit führenden Designern wie dem britischen Stardesigner Tom Dixon, den Künstlern von Random International in London oder dem renommierten Designerstudio Jason Bruges, ebenfalls London. Die Ergebnisse zeigen, welche kreativen Dimensionen sich durch die Lumiblade OLEDs öffnen. Sie haben in ihrer Verschiedenartigkeit bereits einen ersten Eindruck von der Fülle von Möglichkeiten gegeben, die in der neuen Technologie stecken und die das Denken in Sachen Lichtanwendungen schon bald in neue Richtungen führen werden. Die Zukunft der Beleuchtung, die vielen heute noch als ferne Vision erscheint – in Aachen, im Lumiblade Creative Lab, hat sie bereits begonnen.

Erweiterte Produktionskapazität

Erst kürzlich hat Philips bekanntgegeben, 40Mio. Euro in die Erweiterung der Produktionskapazität für OLED-basierte Beleuchtung an seinem Standort in Aachen fleißen zu lassen. Die Investition wird das rasche Wachstum des OLED-Geschäftes von Philips fördern, da sie die Verfügbarkeit von OLED-Lösungen für hochwertige Design-Beleuchtungsanwendungen, für Dekorationszwecke und zur atmosphärischen Gestaltung erweitert. Die zusätzliche Kapazität für die Produktionsstätte von Philips in Aachen wird voraussichtlich 2012 die ersten Großserien für einen breiten Markt verfügbar machen. Mit dieser zusätzlichen Investition in die Aachener OLED-Produktionsanlage will Philips die führende Position bei der Markteinführung von Beleuchtungsinnovationen erweitern und stärken, um individuell angepasste und innovative OLED-Beleuchtungsanwendungen anbieten zu können.

Kostenlose OLED-Workshops

Um interessierte Designer, Architekten und Leuchtenhersteller noch besser an diese neue Technologie heranzuführen, bietet Philips einmal pro Monat kostenlose OLED-Workshops im Lumiblade Creative Lab Aachen an. Während der gut dreistündigen Workshops bekommen die Teilnehmer einen tiefen Einblick in diese neue Technologie und die Möglichkeiten, die sie bereits bietet. In diesem Jahr findet noch einer dieser Workshops statt: am Dienstag, den 22. November, die ersten für das Jahr 2012 finden am 24. Januar und 14. Februar statt.

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