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Nur übernachten war gestern:
Heute ist Wohlfühlen Trumpf

Dem Trend der Zeit folgend hat das im niedersächsischen Bad Sachsa gelegene Hotel ‚Romantischer Winkel‘ seinen Wellness-Bereich einer grundlegenden Erweiterung und Modernisierung unterzogen. Die technische Realisierung – insbesondere die Steuerung von Saunaräumen, Erlebnisduschen und verschiedene Licht- und Klangarrangements für Ruhezonen und Treatment-Räume – war eine Herausforderung für die beteiligten Firmen Invatronic und Hesch Schröder.
Im Jahr 1978 wurde das Hotel ‚Romantischer Winkel‘ als Gasthof mit 60 Betten in Bad Sachsa im Südharz nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gegründet. Das Hotel erweitert seit 1988 stetig seine Bettenkapazität und Fläche. Um die Attraktivität weiter zu steigern, wurde im Jahr 2002 im Rahmen einer großangelegten Umbaumaßnahme der heutige Wellnessflügel mit der Saunalandschaft, einem Palmengarten sowie 17 Wellness-Behandlungsräumen errichtet. Mit dem jetzt fertig gestellten Außenpool, der ganzjährig benutzt werden kann, bietet das Hotel seinen Gästen eine Wellness-Erlebniswelt, die kaum einen Wunsch unerfüllt lässt.

Gesteuertes Ambiente

Mit dem großzügigen Ausbau der Wellness-Landschaft kamen auch die ersten Steuerungen zum Einsatz, um die unterschiedlichen Saunaräume, Ruhebereiche und Behandlungsräume unabhängig voneinander zu steuern und mit entsprechenden Licht- und Klangerlebnissen ein erholsames Umfeld zu schaffen. Entwickelt wurde die Steuerung von dem in Garbsen bei Hannover ansässigen Unternehmen Invatronic, spezialisiert auf die Ausrüstung und Gestaltung von Sauna- und Badelandschaften. Auf der Suche nach einem geeigneten Produzenten für die einzelnen Steuerungskomponenten wurde man sich schnell mit dem Industrieelektronik-Experten Hesch Schröder aus Neustadt am Rübenberge einig. Schon bei der Herstellung der ersten Steuerung flossen neben den Vorstellungen und Ideen der Hotel­leitung auch die Expertise und Erfahrung der Hesch-Entwickler in Bezug auf Anwendungsmöglichkeiten und Verdrahtungen mit ein. Schon bald stellte man fest, dass die eingesetzten Steuerungen sehr zeit- und personalintensiv waren. Auch boten sie nicht die Flexibilität und die Konfigurationsmöglichkeiten, die zur Erstellung eines tageszeit- und stimmungsabhängigen Ambientes wünschenswert sind. Die Steuerung des gesamten Wellness-Komplexes sollte wenn möglich auch zentral von einer Stelle aus erfolgen. So entschloss man sich, im Frühjahr 2008 die vorhandenen separaten Steuerungen durch eine zentrale Lösung zu ersetzen.

Bedienerfreundlich und einfach

Die Vorgaben von Invatronic für die neue Steuerung waren hoch angesetzt: So sollte die gesamte Wellness-Anlage mit allen Räumen und Zonen zentral von der Rezeption aus steuerbar sein, allerdings auch von einzelnen dezentral angeordneten Touchscreen-Panels. Der tägliche Ablauf der einzelnen Programme sollte zeitgesteuert immer gleich sein, um den Gäs­ten einen hohen Wiedererkennungswert zu bieten. Ferner war eine Fernüberwachung gewünscht, um den Wellness-Bereich auch von einem PC aus kontrollieren zu können. Besonderer Wert wurde auf einfache Bedienung und ein hohes Maß an Konfigurationsmöglichkeiten vor Ort gelegt, um im Bedarfsfalle ohne Vorkenntnisse eigene Abläufe einstellen zu können. Basierend auf den Erfahrungen aus der ersten Produktlinie übernahmen die Neustädter die Entwicklung der neuen Steuerung. Zur Festlegung der Betriebsarten oder verschiedenen Wellnessvarianten wurden nicht nur die Ideen der Entwickler bei Invatronic und Hesch berücksichtigt, sondern auch die der Hotelleitung. Das Ergebnis spiegelt sich in den Konfigurationsmöglichkeiten sowie in der Kontinuität im Programm wieder. So haben die unterschiedlichen Saunen z.B. zehn verschiedene Aufgussarten, die jeweils mit entsprechenden Düften, einer Begleitmusik und der gewünschten Stimmung mit angepasster Beleuchtung ablaufen. Der Ablauf und die Startzeitpunkte sind reproduzierbar, was zu einem Wiedererkennungswert führt. Auch sind die Erlebnisduschen mit unterschiedlichen Programmen ausgestattet, die dem Gast je nach Stimmung die entsprechende Duschform ermöglichen – auf Tastendruck. Die Flexibilität der Wellness-Anlage lässt sich am Beispiel der Saunasteuerung bestens darstellen. Diese läuft vollautomatisch, kann aber auch vom Bediener jederzeit im manuellen Betrieb an Wünsche der Gäste angepasst werden. Die Touch­screens und die logische Menüstruktur gestatten es, binnen kürzester Zeit mit wenigen Tippvorgängen die Anlagen gemäß der eigenen Vorstellungen oder auch des gewünschten Ambientes einzustellen und somit das Programm abwechslungsreich zu gestalten. Ein weiteres Highlight ist ein allabendlich stattfindendes Schauspiel am Swimming-Pool: Ein Feuerwerk aus Wasser, Licht und Musik, wie es die Betreiber des Hotels nennen, soll die Gäste in seinen Bann ziehen. Ein in unterschiedlichen Farben beleuchteter Brunnen zaubert mit Wasserstrahlen unterschiedlicher Intensität Figuren in den Abendhimmel, während aus unsichtbaren Lautsprechern klassische Opernarien ertönen. Die Musik kommt übrigens – wie in den anderen mit Klangerlebnissen ausgestatteten Räumen – von MP3-Playern, die in den zentralen Steuerschrank integriert sind. Doch auch hier kann der Bediener jederzeit eigene Musik von einer CD einspielen.

Steuerung für Energiemanagement

In die Steuerung können auch Fremd­gewerke eingebunden werden: Wird etwa der Saunaofen für die Nacht heruntergefahren, wird gleichzeitig das Licht ausgeschaltet. Über die Steuerung können auch die verschiedenen Räume und Sektionen des Wellness-Bereiches mit ihren entsprechenden Beleuchtungs-, Klang- und Dufteffekten gesteuert werden, und zwar unabhängig voneinander. Angesichts stetig steigender Energiepreise ist ein immer wichtiger werdender Aspekt das Energiemanagement, welches in die Steuerung integriert wurde. Kontakte an den Türen zu den Saunakabinen und anderen Räumen mit intensivem Energieverbrauch melden, wann die Türen zuletzt geöffnet wurden. So können beispielsweise die Saunaöfen nach voreingestellten Zeiten entweder ganz ausgeschaltet oder in einen sparsameren Modus heruntergefahren werden, wenn der letzte Gast die Sauna verlassen hat. Auch lassen sich automatische Standby-Zeiten definieren, in denen die einzelnen Komponenten der Anlage im energiesparenden Modus betrieben werden. Dadurch lassen sich gerade bei verbrauchsintensiven Einrichtungen wie Wellness-Oasen enorme Sparpotenziale erschließen, sodass sich die Steuerung innerhalb kurzer Zeit bereits amortisiert.

Gelungene Umsetzung

Die gesamte Steuerungsanlage ist zukunftsorientiert aufgebaut. Durch den Einsatz CAN-Bus-vernetzter Module konnten lange Leitungswege eingespart werden. Eine Zweidraht-Leitung verbindet alle Module und Steuerungen miteinander. Die Module selber werden am Einbauort mit der dort vorhandenen Spannungsversorgung gespeist. Sensoren und Aktoren werden entsprechend mit kurzen Leitungswegen an das System angeschlossen. Dabei werden keine Verluste in der Leistung oder im Bedienkomfort in Kauf genommen. Die Steuerung ist jederzeit ohne großen Aufwand ausbaufähig. Neue Komponenten können einfach hinzugefügt werden, ohne dass Kapazitätsengpässe entstehen. Um die Steuerung auch vom Schreibtisch aus zu ermöglichen, kann das gesamte System in das im Haus vorhandene Netzwerk integriert werden. Über eine IP-Adresse kann vom PC aus direkt auf die Steuerung zugegriffen werden. Jens Meyer, Geschäftsführer des Hotels, merkt hierzu an: “Ich kann die ganze Anlage wenn nötig von zu Hause oder sogar vom Urlaubsort aus überwachen und steuern. Bei Bedarf kann ich so entweder selber Störungen beseitigen oder einen Mitarbeiter zeitnah informieren. Dies bedeutet für mich und mein Team eine enorme Entlastung im täglichen Geschäft.“ Dezentrale Displays im Technikraum, an der Rezeption und an weiteren Punkten der Hotelanlage erleichtern dem Personal die Arbeit und ermöglichen ein Eingreifen ohne Zeitverzögerung im Falle einer Fehlfunktion. Auch ist ein Fehlermanagement integriert, sodass aufgetretene Störungen zurückverfolgt und Ursachen schneller entdeckt und beseitigt werden können.

Offen für alles

Die von Hesch nach Vorgaben und Vorstellungen von Invatronic entwickelten Steuerungssysteme sind indes keine Insellösung, sondern offen für alle namhaften Zulieferer der Wellnessbranche. Die einzelnen Komponenten (Ofen, Verdampfer, Pumpen, Ventile und mehr) sind dabei nicht an den CAN-Bus angeschlossen, sondern werden klassisch über Relais und analoge bzw. digitale Eingänge angebunden. Dadurch wird die Anlage insgesamt offen für nahezu alle bekannten Geräte der Wellnessbranche. Und dies nicht nur im Hotel ‚Romantischer Winkel‘, denn im Juli dieses Jahres wurde im Kurfürstenbad in Amberg eine Wellness-Anlage mit einer von der Ausstattung her vergleichbaren Steuerung in Betrieb genommen. Zentrales Element in der Anlage ist das Bedienterminal WBT. Das Touchscreen-Panel gestattet den schnellen und sicheren Zugriff auf alle Funktionen der Wellness-Bereiche, von der automatischen oder manuellen Ofensteuerung über die Lichteinstellungen bis hin zur Lautstärke der Musik. Um eine dezentrale Steuerung zu ermöglichen, sind mehrere Terminals parallel zueinander geschaltet, beispielsweise an der Rezeption und im Schaltschrank der Sauna-Landschaft. Innerhalb der Steuerung sind alle Terminals gleichberechtigt. Durch die Anbindung an das Netzwerk können alle Funktionen auch von einem normalen PC aus überwacht und gesteuert werden.

Musik pur – z.B. unter der Dusche

Speziell für den Einsatz im Schaltschrank wurde der MP3-Player W-MP3 entwickelt. Er ist mit einem Kartenslot für SD-Speicherkarten mit einer Kapazität von 1GB versehen. Je nach Komprimierung entspricht dies in etwa einer Musiklaufzeit von bis zu zehn Stunden. So kann der Betreiber ohne großen Aufwand jederzeit das Musikangebot verändern, ohne komplizierte Programmierungen vor­zunehmen. Es muss lediglich die Karte getauscht werden und im MP3-Menü die jeweiligen Musikstücke ausgesucht werden, die zu voreingestellten Zeiten oder Ereignissen – wie das Donnergrollen in der Erlebnisdusche im Programm ‚Gewitterregen‘ – automatisch abgespielt werden. So lassen sich auch alle anderen Wellness-Räume mit Musik gemäß beabsichtigter Stimmung beschallen – wie beispielsweise die musikalische Untermalung im Licht- und Klangraum. Das Signal des MP3-Players wird auf einen ebenfalls im Schaltschrank untergebrachten Audio-Verstärker geleitet, der dann die in den einzelnen Räumen und Kabinen angebrachten Lautsprecher ansteuert. Mit einer Ausgangsleistung von 2x20W steht ausreichend Kapazität für einen angenehmen Klanggenuss zur Verfügung. Die Steckkarte ist mit einer Kantenlänge von 112x40mm sehr kompakt ausgeführt. Da die Lautstärkeregelung über den Pegel des MP3-Player-Ausgangssig­als erfolgt, ist eine Anbindung des Audioverstärkers an den Can-Bus nicht notwendig.

Die I/O-Baugruppen

Herzstücke der Anlage sind I/O-Baugruppen in unterschiedlichen Größen. Sie verfügen über Eingänge für digitale und analoge Signale, wie sie beispielsweise von Temperatursensoren kommen. Diese Sig­nale werden in der Baugruppe verwertet und dann die Relais-Ausgänge entsprechend der Programmierung geschaltet. So kann beispielsweise die Temperatur in der Sauna automatisch geregelt werden. Sinkt sie unter einen voreingestellten Wert, schaltet sich der Ofen ein. Überschreitet sie den oberen Grenzwert, wird der Ofen abgeschaltet. Signale von Feuchtesensoren oder Temperaturfühlern werden in so genannten Messwandlerkarten in für die Steuerkarte verwendbare Signale umgeformt. Die Baugruppen sind in zwei Größen im Einsatz. Die WIO-2.0 mit den Kantenmaßen von 112x216mm verfügt über je acht digitale und analoge Eingänge sowie zwölf Relais-Ausgänge. Die kompaktere Baugruppe WIO-MiniD-1.0 bietet vier Digitaleingänge, einen Analogeingang für Temperatur, Feuchte oder Strom sowie vier Relais-Ausgänge. Der Platzbedarf ist bei Einbaumaßen von 112x112mm gering. Durch die dezentrale Anordnung können lange und vor allem kostenintensive Leitungswege eingespart werden. Einzig eine Verbindungsleitung für den Can-Bus sowie die Versorgungsspannung müssen vorhanden sein. So können alle für den Betrieb notwendigen Peripheriegeräte wie Relais oder Motorschalter ortsnah eingebaut und gesteuert werden. Die einzelnen I/O-Baugruppen kommunizieren über den CAN-Bus mit den Bedienterminals und können an nahezu beliebigen Orten eingebaut sein.

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