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Mut zur DSL-Lücke

Das Nachhilfeinstitut Studienkreis GmbH wollte den Verwaltungsaufwand zwischen seiner Zentrale und den 650 bundesweiten Filialen mittels Vernetzung der IT optimieren. Problem: Nicht in allen Gebieten, in denen Schüler qualifizierten Nachhilfeunterricht bekommen, steht ein Breitbandanschluss zur Verfügung. Nach Angabe des Bundesverbandes Informationswirtschaft (BITKOM) gibt es in Deutschland rund 800 Kommunen, die mit DSL unterversorgt sind. Dank der mobilen VPN-Lösung der Marcant GmbH aus Bielefeld hat der Studienkreis nun die Versorgungslücke an den einzelnen Standorten geschlossen.

Helge Eiers erinnert sich noch gut an den einstigen Verwaltungsaufwand. “Einmal pro Woche kam ein kompletter Lieferwagen voll mit Post“, erzählt der Leiter der System-Administration und IT-Services bei der Studienkreis GmbH. Als Anbieter von professionellem Nachhilfeunterricht betreibt das Unternehmen bundesweit mehr als 650 eigene Niederlassungen. Diese schickten sämtliche Honorarabrechnungen, Vertrags- und Stammdaten postalisch in die Zentrale nach Bochum. Jährlich wurden allein rund 70.000 Verträge angeliefert. “Die einzelnen Dokumente mussten anschließend mit großem Aufwand verarbeitet und per Hand abgetippt werden“, sagt Eiers. Das konventionelle Verfahren führte zu längeren Verarbeitungszeiten, einem höheren Fehlerpotenzial bei der Eingabe und einem Mehraufwand durch Rückfragen bei den Niederlassungen. 2007 war damit Schluss. Die Studienkreis GmbH startete ein IT-Projekt zur Anbindung der Niederlassungen an die Zentrale. Die Daten sollten vor Ort erfasst und an die EDV in der Zentrale weitergeleitet werden. Hierfür war neben einem Breitband-Internetanschluss eine VPN-Verbindung zu dem Unternehmensnetzwerk in der Zentrale notwendig. Hier gab es jedoch ein Problem. “An 13 unserer Standorte war kein DSL verfügbar. Die Geschwindigkeit von ISDN war jedoch für unsere Zwecke zu gering“, erklärt Eiers. Deswegen habe man mit der Marcant GmbH, dem Spezialanbieter für mobile Applikationen und VPN-Lösungen mit Hauptsitz in Bielefeld, eine Alternative zum DSL-Anschluss entwickelt. Kern der Innovation von Marcant ist das selbst entwickelte Produkt IP-mobile, welches die feste Koppelung einer IP-Adresse mit den jeweiligen mobilen Endgeräten ermöglicht. Diese können dann die Daten sicher über das Vodafonenetz mittels GPRS- oder UMTS an das Rechenzentrum von Marcant senden. Die Marcant-Server sind wiederum über einen VPN-Tunnel mit dem Rechenzentrum des Studienkreises verbunden, so dass eine direkte Kommunikation zwischen Zentrale und Filiale ermöglicht wird.

DSL-Versorgung nicht selbstverständlich

Die Studienkreis GmbH stand mit ihrem Problem nicht allein. Der Bitkom geht von 800 DSL-unterversorgten Städten und Gemeinden in Deutschland aus, die unter diesem Wettbewerbsnachteil leiden. “Für Kommunen ist ein schneller Internetzugang inzwischen wichtiger als ein Autobahnanschluss“, sagt Johannes Singhammer, Beiratsmitglied der Bundesnetzagentur. Insbesondere Unternehmen stehen vor Problemen, wenn sie ihre Standorte nicht mit schnellen Anschlüssen vernetzen können. Andere Technologien können DSL nicht vollständig ersetzen. Satellitengestützte Zugänge verfügen beispielsweise nicht über die nötigen Upload-Geschwindigkeiten. Thorsten Hojas, Geschäftsführer und Gründer der Marcant GmbH, kennt diese Problematik: “Mit unserem aktuellen Projekt haben wir gezeigt, dass wir eine vollwertige Alternative zu DSL bieten können, die auch den Sicherheitsansprüchen der Firmen gerecht wird.“ Neben den Sicherheitsaspekten dürfen aber die Kosten nicht vernachlässigt werden. In diesem Zusammenhang schlägt zusätzlich zu Bereitstellung und dem Betrieb des Systems die Nutzung des UMTS-Netzes zu Buche. Hier sind die Preise in der letzten Zeit deutlich gesunken und werden weiter abnehmen. “Trotzdem kann man nicht ausschließen, dass durch Defekte oder unwissentlichen Missbrauch unnötige Kosten entstehen“, berichtet Hojas. Mit dem internetbasierten Marcant Cost Control Portal (MCCP) kann der Datenstrom überwacht werden. Der Administrator besitzt die Möglichkeit, pro User bzw. Endgerät Schwellwerte für die Datenströme festzulegen. Bei einer Überschreitung wird der Datenfluss automatisch getrennt, wobei individuell einstellbare Alarmfunktionen (per SMS oder E-Mail) den Nutzer automatisch bei bestimmten Stufen warnen. Grundsätzlich ist laut Hojas die Kombination mehrerer Technologien und die Verbindung mit MCCP möglich, um einen größtmöglichen Nutzen zu erreichen. Bei der Studienkreis GmbH hat sich die Nutzung von IP mobile nach Ansicht von Eiers mehr als bewährt. “Unser neues IT-Konzept macht nur dann Sinn, wenn alle Filialen an die Zentrale angeschlossen sind“, erklärt Eiers. Inzwischen habe sich der administrative Aufwand in der Zentrale deutlich verringert und die Kommunikation mit den Filialen verbessert. Nicht nur Vertrags- und Honorardaten werden erfasst, sondern beispielsweise auch Arbeitsunterlagen online gestellt oder Ideen zwischen den Nachhilfeschulen ausgetauscht. Die Studienkreis GmbH hat nach den guten Erfahrungen mit Marcant laut Eiers bereits ein Folgeprojekt geplant: “Künftig wollen wir die Notebooks unserer Bereichs- und Gebietsleiter, die ja permanent unterwegs sind, mit Marcant-Technik vernetzen.“

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