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Moderne LWL-Netze: Schnell installiert und wartungsfreundlich

Glasfasernetze gelten als die Netze der Zukunft. Sie stehen für höchste Datendurchsätze. Doch Installateure und Wartungstechniker kennen die Kehrseite der Glasfaser: Sie ist empfindlich und störanfällig. Aus diesem Grund sind hier installations- und wartungsfreundliche Komponenten extrem gefragt.
In Ballungsräumen breiten sich Fiber-to-the-Home-Netze als schnelle Datenautobahnen für Multimediaanwendungen aus. Unternehmen setzen für Campus- und Weitverkehrsverbindungen schon lange Lichtwellenleiter ein. Auch Schrank-zu-Schrank-Verbindungen im Rechenzentrum basieren zunehmend auf Glasfaserverbindungen. Doch Glasfasernetze haben ihre Tücken: Vor allem an Verbindungsstellen können hohe Dämpfungsverluste auftreten, die die Datenrate merklich senken. Ursachen sind Steckverbinder mit verschmutzten Stirnflächen, nicht exakt aufeinander stoßende Fasern, Mikrobiegungen an Verbindungsstellen. Thermische Einflüsse verkürzen oder längen die Fasern. Das führt zu Luftspalten oder gestauchten Fasern mit entsprechenden Dämpfungsverlusten. Auch zu kleine Biegeradien stressen die Faser und führen zu Reflexionsverlusten.

Am besten vorkonfektioniert

Vorkonfektionierte Lösungen reduzieren diese Risiken. Die Stecker werden in einer kontrollierten Umgebung im Werk konfektioniert und nicht auf der staubigen Baustelle. Für die Installation ist kein Spezialwerkzeug nötig. Die Leitungen werden einfach eingezogen und angeschlossen. Zudem erhält der Netzbetreiber für jeden gelieferten Link ein Dämpfungsmessprotokoll. Installateure oder Netzwerkverantwortliche können auch nach der Installation jederzeit auf diese Werte zugreifen und sie mit aktuellen Ist-Werten vergleichen. Manche Hersteller bieten dafür einen geschützten Online-Zugriff auf die Messprotokolle an. Das beschleunigt die Dokumentation bei der Installation und erleichtert eine spätere Fehlersuche.

Trunk-Lösungen für FTTH/B

Bei Fiber-to-the-Home- oder besser Fiber-to-the-Building-Netzen (FTTH/B) sind heute für die letzte Meile Trunk-Lösungen üblich. Die hochfaserigen Kabel verbinden die einzelnen Gebäude und Haushalte mit dem Backbone des Netzbetreibers. An den anzuschließenden Gebäuden werden die Kabel in viele dünne Peitschen aufgeteilt. Diese mit Steckverbinder vorkonfektionierten Leitungen für die einzelnen Haushalte schließt der Monteur einfach im Hausverteiler an. In der Regel können diese Trunkkabel mit allen gängigen Faser- und Steckertypen ausgestattet werden und bieten vielfältige Möglichkeiten der Farbkodierung. Für Fiber-to-the-Home-Anwendungen müssen Trunkkabel sowie der Glasfaseraufteiler, der die Fasern in Peitschen aufteilt, für den Außenbereich ausgelegt sein. Geeignet hierfür ist ein Metallverteiler mit einer möglichst hohen Schutzart. Viele Anbieter haben für diese Zwecke Verteiler der Schutzart IP44 im Programm. Sie sind nicht staubdicht und nur gegen Spritzwasser geschützt. Doch oft werden die Kabel in vorhandenen Rohren, manchmal sogar Abwasserrohren verlegt. Somit können Kabel und Verteiler zeitweilig in (Schmutz-)Wasser getaucht werden. Das erfordert die Schutzart IP67. Außerdem treten im Außenbereich hohe Temperaturschwankungen auf. Aus diesem Grund legt EasyLan seine Metallaufteiler für den Temperaturbereich von -30 bis +70°C aus. Das Metallrohr des Verteilerkopfs schützt die Fasern vor mechanischer Belastung. Außerdem liegen sie in diesen Verteilern so flexibel und stressfrei wie in einer Festverbindung. Die Fasern gehen bei Trunkkabeln meist ohne Verbindungsstelle durch den Aufteiler durch. Schon das minimiert die Dämpfungsverluste. Bei der Lösung von EasyLan sind sie zudem entkoppelt von der Füllmasse des Verteilerkopfes und werden somit auch thermisch nicht beeinflusst. Das reduziert die Verluste noch weiter. Ein Trunkkabel für den Außenbereich kann mit 144 Fasern einen Durchmesser von über 20mm besitzen. Ein entsprechendes Trunkkabel von EasyLan liegt bei etwa 15mm. Noch dünner sind Einblaskabel, die in Spezialrohre eingeblasen werden. Für den Anschluss in den Gebäuden ist die maximale Peitschenlänge nicht zu unterschätzen. Viele Hersteller bieten maximale Peitschenlängen von etwa zwei Metern an. Das reicht, wenn der Aufteiler direkt am Hausverteiler platziert ist. EasyLan bietet mit einer maximalen Peitschenlänge von vier Metern hier deutlich mehr Spielraum an.

LWL im LAN

LWL-Verbindungen in Unternehmens- oder Behördennetzen bestehen heute ebenfalls häufig aus installationsfreundlichen vorkonfektionierten Trunk-Lösungen. Man findet sie vor allem im Rechenzentrum oder zur Anbindung von Arbeitsbereichen mit hohem Bandbreitenbedarf und natürlich als Backbone zwischen den Gebäuden. Da hier die Kabel meist inhouse und direkt am Verteilerschrank aufgeteilt werden, reicht ein preiswerter Kunststoffverteiler mit der Schutzart IP20.

Trunk-Lösungen fürs Rechenzentrum

Für Schrank-zu-Schrank-Verbindungen setzen sich Trunk-Lösungen durch, bei denen gleichzeitig mehrere Verbindungen mit einem Stecker angeschlossen werden. Das High-Density-Verkabelungssystem H.D.S. von EasyLan beispielsweise besteht aus Kupfer- und LWL-Trunkkabeln für das Rechenzentrum. Die Kabel sind jeweils beidseitig mit kompakten sechs-Port-Modulen bestückt, die einfach in einen H.D.S.-Einbaurahmen geschraubt werden. Der Anwender kann dabei Kupfer- und LWL-Module mischen und erreicht immer die maximale Packungsdichte von bis zu 28 Modulen oder 168 Ports auf drei Höheneinheiten. Die Lösung ist äußerst kompakt, installations- und wartungsfreundlich. Die LWL-Module sind mit sechs LC-Duplex-Anschlüssen bestückt. Wie beim Glasfaseraufteiler im FTTH-Bereich werden die Fasern ohne zusätzliche Verbindung im Modulgehäuse aufgeteilt und werkseitig direkt in den LC-Duplex-Modulen angeschlossen. Das Trunkkabel kann je nach bestehender Infrastruktur und benötigter Link-Länge mit Singlemode- sowie OM3- und OM4-Multimodefasern enthalten. Die Lösung eignet sich für schnelle Verbindungen im Rechenzentrum oder z.B. zur Anbindung von Consolidation Points. Es gibt passende Einbaurahmen in 19“-Technik sowie für den Unterflureinbau. Dort sind dann Packungsdichten von bis zu 18 Ports in einem GB3-Träger von Ackermann möglich. Damit lässt sich ein Büro mit mehreren Arbeitsplätzen von einem Bodentank aus anschließen. Bei älteren Gebäuden kann das durchaus hilfreich sein.

LEDs zeigen das andere Ende

Doch mit zunehmender Packungsdichte wird die korrekte Zuordnung von Ports immer schwieriger. Das ist gerade bei den wartungsintensiven Glasfaserverbindungen ein Problem. Denn die Stecker sollten in regelmäßigen Intervallen gereinigt werden. Hinzu kommen Umpatchungen oder gar Netzwerkfehler. Doch bei den dichten Leitungsbündeln kann der Techniker heute noch nicht einmal bei Patchkabeln durch Ziehen am Kabel erkennen, wo das andere Ende angeschlossen ist. Und ein Netz verändert sich laufend. Die Dokumentation hinkt meist hinterher. Das kann dazu führen, dass die Beschriftung nicht mehr mit dem zugeordneten Port übereinstimmt. Und selbst wenn die Kabel korrekt beschriftet und Stecker sowie Mantel für bestimmte Dienste oder Abteilungen farblich gekennzeichnet sind, wird es im Laufe der Zeit schwierig, die beiden Enden eines Kabels schnell und sicher zu identifizieren: Die Kabel liegen im Bündel so eng zusammen, dass die Beschriftung verdeckt ist. Damit erhöht sich das Risiko von Fehl-Patchungen. Deshalb setzt sich insbesondere im sensiblen und dicht bestückten Rechenzentrumsbereich die LED-Signalisierung durch, um die Prozesssicherheit zu erhöhen. Das gilt für Patchkabel genauso wie für die Trunkkabel von Schrank-zu-Schrank-Verbindungen. Beim H.D.S.-System von EasyLan etwa zeigen integrierte LEDs das zugehörige entfernte Ende der Leitung an. Die LED-Funktion basiert auf der patentierten Lösung ’saCon‘ (save connectivity) von EasyLan. Diese Technik entwickelte der Hersteller ursprünglich für Patchkabel. Nun kann der Anwender auch bei einer H.D.S.-Verbindung an der einen Seite des Links das Modul mit einem speziellen Detektor kontaktieren und sieht dann das zugehörige Modul an der entfernten Seite aufleuchten. Das erleichtert Umpatchungen und Wartungsmaßnahmen erheblich. Der Detektor lässt sich auf Dauerlicht stellen, damit das Wartungspersonal problemlos und in Ruhe das andere Ende in einem entfernten Verteiler identifizieren kann – sei es in einem anderen Raum oder gar in einem Nachbargebäude. Das erleichtert insbesondere Wartungsmaßnahmen während des Betriebs erheblich. Ein unbeabsichtigtes Ziehen von Leitungen ist damit nahezu ausgeschlossen. Außerdem kann der Installateur mehrere Kabel mit saCon-Funktion als komplettes Bündel verlegen und sie später dank der LED-Signalisierung sicher und vor allem schnell anschließen.

Die saCon-Technik im Detail

Die saCon-Technik basiert auf ein bis zwei zusätzlichen Check-Wires im Patchkabel oder H.D.S.-Trunkkabel. Bei LWL-Patchkabeln münden diese Check-Wires an beiden Enden in Perlen etwa 15cm vor den LWL-Steckverbindern. Die H.D.S-Module verfügen über spezielle Kontakte, an denen die Check-Wires enden und der Anwender den Detektor anschließen kann. Darüber hinaus sind die Module sowie die Perlen mit einer LED ausgestattet. Steckt der Anwender einen saCon-Detektor in die Zusatzkontakte, so leuchten die LEDs an beiden Enden des Patchkabels oder der H.D.S.-Verbindung rot auf. Durch mehrmaliges Drücken sind verschiedene Leuchtmodi von Dauerlicht über langsames und schnelles Blinklicht bis hin zu Licht Aus möglich. Das funktioniert bei Glasfaserverbindungen für Distanzen bis 200m. Die LWL-Ausführung der LED-Patchkabel ist heute mit allen gängigen Steckertypen und Faservarianten erhältlich. Meist sind es Patchkabel mit OM3- und OM4-Fasern. Für lange Distanzen zwischen Serverschränken sind manchmal Patchkabel mit Singlemodefasern die bessere Wahl. Sowohl Mäntel als auch Stecker sind in zahlreichen Farben erhältlich. Auch spezifische Lösungen sind möglich.

Fazit

Moderne Glasfasernetze lassen sich heute mit Trunkkabeln schnell und einfach installieren. Da Glasfasernetze deutlich wartungsintensiver sind als Kupfernetze, sollte ein Betreiber auf jeden Fall darauf achten, dass die Links mit möglichst wenig Verbindungspunkten konzipiert sind und dass Wartungsarbeiten wie die Steckerreinigung oder die Lokalisierung und Behebung von Störungen schnell, einfach und sicher durchführbar sind. Hier bietet sich z.B. die saCon-Technik von EasyLan an, die die Enden einer Verbindung rot aufleuchten lässt.

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