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Miele@home: Intranet fürs Housekeeping-Management

Ein heißer Sommernachmittag, ein heiß ersehntes, eiskaltes Bier – auf zum Kühlschrank! Jedoch, der Weg war umsonst: Zwischen verderbenden Lebensmitteln nur lauwarme Brühe im braunen Halbliterglas. Klarer Fall: Der Letzte am Kühlschrank hat die Tür nicht ordentlich zugemacht, und schon ist das Malheur passiert. Spätestens dann fragt man sich, warum teure Geräte in solchen Fällen nicht „Hier!“ schreien, in einer Welt, in der doch sonst ständig irgend etwas piepst, pfeift oder blinkt. Doch die intelligenten Geräte stehen bereits in den Startlöchern – per Datenaustausch über die Steckdose.
Bilder: Miele & Cie. KG
Mit der Datenübertragung über das Stromnetz haben Haushaltsgerätehersteller eine Technik für sich entdeckt, die in den letzten Jahren ein eher trauriges Dasein fristete. Haushaltsgeräte sollen intelligenter werden und miteinander kommunizieren. Und dabei ist erst ein Bruchteil der Möglichkeiten technisch umgesetzt und für die Konsumenten verfügbar.

Alles was man dazu braucht, sind…

…230V Wechselstrom und mindestens so viele Steckdosen, wie Geräte angeschlossen werden sollen. Dann eine Basisstation, genannt Miele@home InfoControl XIC 2000. Diese wird einfach in die Steckdose gestöpselt, worüber sie nicht nur den Strom für ihren Betrieb bezieht, sondern auch alle Daten, die ihr die Haushaltsgeräte via Powerline Communication (PLC) zusenden. Zur Basisstation gehört nun noch ein Mobilteil. Das ist ein kleines Display. Es bekommt über Funk die Infos, welche die Basisstation gesammelt hat. Das Display kann per Clip am Gürtel getragen werden oder auch an jedem beliebigen Ort im und um das Haus platziert werden. Die Reichweite genügt übrigens auch weitläufigen Herrensitzen mit wirklich großem Garten. Zuletzt müssen natürlich alle Geräte, die in das System einbezogen werden sollen, aus- oder zumindest vorgerüstet sein. In diesen Geräten steckt ein kleines Kommunikationsmodul, das Daten über die Steckdose in den Stromkreis einspeist. Die Basisstation kann Daten von bis zu acht verschiedenen Geräten verarbeiten. Diese melden sich dann auf dem Display zu verschiedenen Themen: die Waschmaschine, wenn sie fertig, oder der Wasserhahn, wenn er noch geschlossen ist. Der Backofen, wenn der Braten den gewünschten Garzustand zu überschreiten droht. Und der Kühlschrank, wenn seine Innentemperatur aufgrund einer offenen Kühlschranktür drastisch sinkt. Alternativ zum portablen Display übernimmt auch der Backofen die Funktion einer Kontrollstation, die bis zu sechs weitere Geräte am Display anzeigen kann. Komfortable Zusatzfunktion am Rande: Die Digitaluhr am Backofen fungiert als Mutteruhr für alle angeschlossenen Geräte und synchronisiert ständig deren Anzeige.

Potenziale und Perspektiven

Kernstück des Systems ist die Powerline Communication (PLC) – also Datenübertragung via Stromleitung. Über sie wird quasi ein Intranet für den eigenen Haushalt erstellt. Bisher sind die Grundfunktionen von Backofen, Kombidämpfer, Spülmaschine, Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschmaschine und Wäschetrockner implementiert. Das Potenzial des Systems ist aber weitaus größer, vor allem in Verbindung mit anderen Methoden der Datenübertragung. Die Firma Miele verspricht für die nahe Zukunft eine „Browserorientierte Lösung“. Das bedeutet, dass über das Internet per DSL, Kabel oder Funk auf das „Intranet“ der Haushaltsgeräte zuhause zugegriffen werden kann. In absehbarer Zukunft werden also besorgte Haus- oder Wohnungsbesitzer vom Internetcafé in La Palma aus überprüfen können, ob vor der Fahrt in den Urlaub das Licht im Flur abgedreht und die Alarmanlage aktiviert wurde, ob das elektrische Garagentor offen oder geschlossen ist und ob Minka ihren Weg ins Haus durch die (elektronische) Katzenklappe findet oder sich doch für einige Wochen bei den Nachbarn verpflegen muss. Ein weiteres Thema beim „Tele-Housekeeping“ wird die Datensicherheit und die Regelung der Zugriffsrechte von außerhalb sein. Dass vierzehnjährige Hacker ins Home-Intranet eindringen und in des Users Abwesenheit das Badewasser andrehen oder das elektrische Gartentor öffnen, ist eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung. Etwas einfacher in der Anwendung ist dabei eine alternative Lösung: die Steuerung über das Mobiltelefon. Um Haushaltsgeräte zu aktivieren, genügt eine SMS. Diese Methode wird schon seit einigen Jahren erfolgreich bei Autos mit Standheizung eingesetzt und bietet beim vernetzten Haushalt einen Vorteil gegenüber der browserorientierten Lösung: Der PC muss nicht ständig mit dem Internet verbunden sein, um Befehle von außen weiterzuleiten.

Noch Zukunftsmusik oder bald im gut sortierten Fachhandel?

Während derzeit über das Home-Intranet nur die Grundfunktionen abrufbar sind, bieten die Küchengeräte durchaus Potenzial, auf dessen Implementierung wir durchaus gespannt sein dürfen. Besonders interessant sind Geräte wie Kombi-Dampfgarer, die einen sehr großen Funktionsumfang aufweisen, dem wiederum die kleinen Displays mit nur wenigen Anzeigemöglichkeiten in keiner Weise Rechnung tragen. Temperaturen bis 300°C, Garungs-Zeitdauer und Feuchtigkeit im Gerät, von Trockenhitze bis Volldampf, sowie die Kerntemperatur über ein Speisenthermometer – all diese Variablen stehen in einem Gerät zur Verfügung, das nicht größer als ein herkömmlicher Backofen ist. Vorprogrammierte Intervalle können zum Kochen, Backen und Braten verwendet werden. Profis werden selbst definierte Abfolgen bevorzugen. In der Praxis heißt das: Ein Bratenstück kommt ins Rohr, und der Prozess wird gestartet: Zu Beginn scharf anbraten, dann Temperatur senken, schmoren lassen, zwischendurch mit Dampf besprühen, damit die Außenschicht nicht austrocknet, und bei Erreichen der automatisch gemessenen Kerntemperatur schaltet der Ofen auf 50°C herunter zum Warmhalten – alles ohne ein einziges Zutun des Küchenchefs. Ein voll vernetztes Info-Display würde dem Bedarf nach übersichtlicher Darstellung nachkommen, die der Funktionsumfang moderner und vielseitiger Küchengeräte schon seit Längerem verlangt. Mit den immer breiteren Datenhighways, auf denen wir durch die Virtual Reality brausen, ist die Echtzeitübertragung von Bildern und Gerüchen aus dem Backofen auch nur noch wenige Bits entfernt. Und außerdem soll der rein virtuelle Genuss von Schweinshaxe mit Klößen und Kraut ohnehin viel gesünder sein…
(mkf)

Kasten 1:

PLC – Powerline Communication

Die PLC, im Deutschen auch als Träger-Frequenz-Anlage (TFA) bezeichnet, ist eine Technik, die die verbleibende Bandbreite in Stromleitungen nutzt – und zwar zwischen 1 und 30MHz. Gut geeignet ist das System für Kurzstre­cken, wie in einem Haushalt (Babyphon) oder in Stromkreisen von Autos. Der Datentransfer über weitere Strecken ist problematisch, da Stromleitungen gewöhnlich nicht gegen Funk- oder Radiowellen abgeschirmt sind und viele Störgeräusche aufnehmen. Im Gegenzug wirken Stromleitungen auch als Sender, und die Daten können von Dritten leicht abgehört werden. Zugleich werden auch Amateur- und Notfunk gestört, was 2003 zur Klage eines Amateurfunkers und in Folge zu einer strengen Regulierung durch die Bundesnetzagentur führte.

Kasten 2:

Voraussetzungen und Aufwand

Ob die Verkabelung im Haus den Anforderungen des neuen Systems genügt, kann im Voraus überprüft werden. Hierzu stellt Miele ein Testset als kostenlose Leihgabe zur Verfügung. Der Test simuliert den Informationsfluss der Geräte und misst, ob störungsfreie Datenübertragung im Haus möglich ist. Der Test kann vom Interessenten in Eigenregie ohne ­Elektriker durchgeführt werden. Angefordert werden kann das Testset beim entsprechenden Fachhändler oder über die Kundenhotline.

Weiterführende Links
ZVEI – www.intelligenteswohnen.com,
Miele – www.miele-at-home.de,
Siemens – www.serve-home.de

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