Mess-System 2020

Anforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen am Niederspannungsnetz

Zitat VDE/FNN: „Das Ziel ist es, mit den technischen Spezifikationen die bundesweite Standardisierung der intelligenten Messsysteme voranzutreiben. Ausgehend von den in Deutschland etablierten Zähleranschlusstechniken (Stecktechnik und 3-Punkt-Befestigung) ist das intelligente Messsystem der Zukunft modular aufgebaut und besteht aus einem Basiszähler (Elektrizitätsmesseinrichtung) mit Smart-Meter-Gateway (Kommunikationseinrichtung). In diesem Zusammenhang wurde die seit 1.8.2011 gültige VDE Anwendungsregel 4101 ‚Anforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen im Niederspannungsnetz‘ im FNN überarbeitet. Mit dieser Anwendungsregel wird der Zählerplatz u.a. für den Einsatz von Messsystemen nach Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) beschrieben. Anwendungen aus den Bereichen Energieeffizienz, dezentrale Energieerzeugung, Elektromobilität und Energiespeicherung sind berücksichtigt. Diese Anwendungsregel legt die technischen Mindestanforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen mit direkter Messung und Betriebsströmen < = 63A, die an das Niederspannungsnetz der allgemeinen Versorgung angeschlossen werden, deren Anschluss an das Hauptstromversorgungssystem sowie deren Betriebs- und Umgebungsbedingungen fest. Sie gilt für Bezugsanlagen und in Verbindung mit der VDE-AR-N 4105 auch für Erzeugeranlagen."

 (Bild:  Bacho Foto - fotolia.com)

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Die ABN Braun AG hat für das Elektrohandwerk den Inhalt des Entwurfs der neuen AR 4101 als kurze Übersicht zusammengefasst.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • • 1) Die Zählerplätze müssen – je Messeinrichtung – für einen Bemessungsstrom von mindestens 63A ausgelegt sein.
  • • 2) Der untere Anschlussraum muss mit einem 5-poligen Sammelschienensystem ausgestattet sein.
  • • 3) Es sind nur noch Zählerplätze nach DIN43870 mit einem oberen Anschlussraum von 300mm zu verwenden. Die detaillierte Anwendung ist dem Kapitel 4.2 Absatz 10 zu entnehmen. Die maximal zulässige Verlustleistung von 10W für den oberen Anschlussraum darf nicht überschritten werden. Eine Nutzung als Stromkreisverteiler ist nicht zulässig.

a) Daraus ergibt sich eine Sortimentsbereinigung; die Bau- höhen 900 und 1.200mm fallen im Bereich der Zählerplatz- Technik weg.

b) Die Bauhöhen 1.050mm (für eHZ- und 3.HZ-Zähler) und 1.350mm (nur für 3.HZ-Zähler) sind die zukünftigen Stan- dard-Baugrößen am Zählerplatz (siehe Grafiken).

  • • 4) Neue Belastungs- und Bestückungsvarianten nach Kapitel 4.3; für die Dimensionierung der Zählerplätze sind sowohl alle möglichen Energiefluss-Richtungen als auch die maximal möglichen Betriebsströme, unabhängig von der Zählerbefestigungsart, zu berücksichtigen. Wir unterscheiden künftig nach Lastverhalten und Belastungsgrad unter Berücksichtigung des Gleichzeitigkeitsfaktors. Die nachfolgend aufgeführten Anforderungen (Belastungs- und Bestückungsvarianten) gelten für Zählerplätze, unabhängig von der Zählerbefestigungsart, bei Einfach- und Doppelbelegung pro 250mm Feldbreite. Bei den Belastungsvarianten unterscheiden wir künftig zwischen:

a) haushaltsübliche Bezugsanlagen bis 63A, die üblicher weise nach DIN18015 und Standardlastprofil dimensioniert werden

b) Bezugsanlagen und/oder Erzeugeranlagen mit anderem Lastverhalten als a) die aber dauernd keinen größeren Strom führen als 32A. Beispielsweise Anlagen mit Direktheizung, Speicher, Ladestationen für E-Fahrzeuge und Mini-BHKW

c) bei einer Verwendung nach b) aber einem maximalen Betriebsstrom bis 44A ist ein Zählerplatz mit einer inter- nen Verdrahtung von 16mm² und dem Leitungstyp H07V-K sowie ein SH- Schalter 50A zu verwenden

d) bei Doppelbelegung in mehrfeldrigen Schränken ist pro Feldbreite, unabhän- gig von der Zählerbefestigungsart, die Tabelle 1 anzuwenden

e) bei Doppelbelegung im einfeldrigen Schrank ist der Dauerstrom auf 22A begrenzt. Es ist ein SH-Schalter 25A zu verwenden.

  • • 5) Anbindung von Kommunikationseinrichtungen, Kapitel 4.7:

a) Zählerplätze mit BKE-I sind mit einer opto-elektrischen Schnittstelle auszu rüsten.

b) Bei Zählerplätzen mit Dreipunkt-Be festigung ist im Zählerfeld ein Raum für Zusatzanwendungen nach Kapitel 5 erforderlich.

c) Vom Ort des APL ist ein Elektroin stallationsrohr gemäß DIN18015 zum Zählerplatz zu verlegen.

d) Der Abschlusspunkt im/am Zähler platz heißt künftig APZ (RJ45-Buchse); plombierbare Ausführung.

e) Die leitungsgebundene Anbindung der anderen Sparten hat nach DIN VDE0100 und E DIN VDE0603-100 zu erfolgen. Schematische Darstellun gen und Anschlussbeispiele beachten.

f) Die Verwendung der Betriebsmittel, Smart Meter Gateway, Spannungsver sorgung, Steuersicherung usw. wird in Kapitel 5.5 beschrieben.

  • • 6) Der Anschluss von Zählerplätzen an das Hauptversorgungssystem ist gemäß den Darstellungen in Anhang A für das TN- und TT-System auszuführen.

Fazit:

Mit dieser Anwendungsregel sind wir für die Anforderungen der Zukunft im Neubau gut gerüstet. ABN Braun AG favorisiert den integrierten eHZ-Zählerplatz. Er ist heute schon für das MessSystem 2020 vorbereitet. Desweiteren ist er aus unserer Sicht für alle weiteren Entwicklungen am Zählerplatz die am besten geeignete Variante. Für den Umgang in Bestandsanlagen wird es künftig ebenfalls normative Anforderungen durch den FNN geben.

Mess-System 2020
Bild: Bacho Foto - fotolia.com Bild: Bacho Foto - fotolia.com


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