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Mehrfamilienhaus-Sanierung nach Passivhausstandard – Aufzugsschachtentrauchung schließt Lücke in Wärmedämmung

Immer mehr Bauherren wollen bei der Sanierung älterer Gebäude aus Kosten- und Umweltschutzgründen den Passivhaus-Energiestandard berücksichtigen. Um die dafür vorgegebenen Kriterien in punkto Jahresheizwärmebedarf, Heizlast, Luftdichtigkeit und Primärenergiebedarf zu erfüllen, müssen entsprechende bauliche Maßnahmen getroffen werden. Ein Problem stellt dabei allerdings die Aufzugsschachtentrauchung dar, wie das Beispiel der Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Hannover-Linden demonstriert.
Die Erneuerung des Mehrfamilienhauses wurde nach den Ansprüchen modernster Technik und Architektur vorgenommen. Ausgangspunkt war ein leerstehendes, fünfgeschossiges Gebäude aus den fünfziger Jahren, das grundlegend saniert wurde. Darüber hinaus entstand ein neuer Anbau aus Stahlbeton, der an das bestehende Gebäude angehängt und mit dunkelroten Holzrahmen-Fassadenelementen geschlossen wurde. Neben der Verbesserung des Wohnkomforts und der optischen Aufwertung der Gebäudehülle sollte der Komplex auch die Anforderungen des Passivhausstandards erfüllen. U.a. wurden die Hüllflächen mit einem 30cm starken Wärmedämmverbundsystem ausgerüstet und Passivhausfenster eingesetzt. Zudem wurde die gesamte Haustechnik erneuert. Jede der zehn neu entstandenen Wohnungen verfügt über eine gesteuerte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, so dass nicht nur die Energiekosten gesenkt werden konnten, sondern auch ein optimales Raumklima entstanden ist. Der Energieverbrauch liegt deutlich unter den geforderten Werten der Energie-Einsparverordnung (EnEV).

Das Problem: mögliche Energieverluste im Aufzugsschacht

Einen Schwerpunkt bei der Energieeinsparung im Passivhaus bildet die Verminderung von Wärmeverlusten. Ziel ist eine möglichst dichte, wärmegedämmte Gebäudehülle. Gerade bei Öffnungen oder Durchbrüchen ist darauf zu achten, dass keine Wärmebrücken entstehen. Dabei stießen die Planer des Projekts allerdings auf ein Problem in punkto Aufzugsschacht. Aufzugsschächte werden oft mit einer Permanentöffnung versehen, damit im Brandfall der entstehende Rauch abziehen kann. Das bedeutet allerdings eine grobe Lücke im gesamten System der Wärmedämmung, durch die Wärme verloren geht. Mit einer Permanentöffnung in der Gebäudehülle ist es unmöglich, die Standards eines Passivhauses einzuhalten. Es musste also eine Lösung gefunden werden, die Wärmeverluste über den Aufzugsschacht verhindert, gleichzeitig aber im Brandfall für einen zuverlässigen Rauchabzug sorgt.

Die Lösung: ein System zur Aufzugsschachtentrauchung

Hier kommt die Aufzugsschachtentrauchung LSC (Lift Control System) des Herstellers D+H Mechatronic AG ins Spiel. Dieses System überwacht die Luft im Aufzugsschacht und ist in der Lage, Brandrauch zu ermitteln, indem es Luft ansaugt und hinsichtlich ihrer Rauchgaskonzentration untersucht. Stellt das System Rauchgase fest, wird sofort ein Alarm ausgelöst und ein elektrischer Antrieb aktiviert. Dieser öffnet die Rauchabzugsöffnung im Schachtkopf, durch die toxische Gase und Brandrauch schnell und ungehindert entweichen können. Im Normalbetrieb ist diese Öffnung geschlossen, so dass keine Wärme verloren geht. Ergänzt wird das System durch einen Rauchmelder in der Evakuierungsebene. Er gewährleistet, dass Personen, die sich im Aufzug befinden, im Brandfall in eine sichere und rauchfreie Ebene transportiert werden. LSC ermöglicht in dem sanierten Gebäude also zwei wesentliche bauseitige Forderungen: die Gewährleistung des Passivhausstandards sowie die sichere Entrauchung des Aufzugsschachts.

Energetische Sanierung durch intelligente Lösung im Aufzugsschacht

Der Bauherr hat bei dem Sanierungsprojekt in Linden großen Wert darauf gelegt, zukunftsorientiertes Wohnen zu ermöglichen. Barrierefreie Grundrisse sorgen für die problemlose Nutzung des Gebäudes auch durch ältere und behinderte Menschen. Der Passivhausstandard wird der Forderung nach sanfter und sparsamer Nutzung energetischer Ressourcen gerecht. Ein wirksames System zur Aufzugsschachtentrauchung stellt in dieser Hinsicht einen wichtigen Baustein dar. Erleichtert wird der Einsatz derartiger Systeme künftig sicherlich dadurch, dass das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) den Bereich ‚Rauchabzüge in Fahrschächten von Aufzügen‘ neu in die Bauregelliste aufgenommen hat. Planer, Architekten und Bauherren können so Entrauchungsöffnungen entsprechend der EnEV mit Systemen wie LSC von D+H verschließen, ohne weitere baurechtliche Nachweise vorzulegen. Einsparungen von bis zu 1.000Euro pro Jahr ermöglichen eine kurzfristige Amortisation.

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