Anzeige
Anzeige

Leitstelle der Feuerwehr Essen: Sicherheit und Effizienz

Rund 120.000 Rettungsdienst-, Brand- und Hilfeleistungseinsätze im Jahr koordiniert das zentrale Lagezentrum der Berufsfeuerwehr Essen mit Command-and-Control-Software von Siemens. Als eines von vielen Beispielen weltweit steht das Lagezentrum der Ruhrgebietsmetropole damit für energieeffiziente und auch sichere Gebäude und Infrastrukturen. Was das in der Praxis bedeutet, können Sie auf den folgenden Seiten lesen.
Essen ist mit mehr als einer halben Million Einwohner eines der größten Zentren Deutschlands. Die flächendeckende Notfallversorgung des Stadtgebietes unter effektiver Nutzung aller verfügbaren Ressourcen an Einsatzkräften und Einsatzmitteln hat oberste Priorität. Doch im dicht besiedelten Ruhrgebiet kommt auch städteübergreifenden Hilfeleistungen – etwa bei Einsätzen in den Randgebieten der Nachbar-Kommunen – eine ganz besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Essener Feuerwehr aktiv die Möglichkeit zur Vernetzung mehrerer Leitstellen im sogenannten Ruhrverbund. Die Vorbereitungen für die technische Umsetzung auf der Grundlage einer aktuellen Software-Lösung von Siemens sind in vollem Gange. Ziel dieser Kooperation ist die gegenseitige, Stadtgrenzen überschreitende Hilfe bei Einsatzmittelengpässen und die gegenseitige Übernahme von Leitstellenfunktionen im Havariefall. Zur Optimierung der Hilfsfristen werden dabei automatisch die jeweiligen Nachbarressourcen entfernungsabhängig bewertet. Andererseits können bei Großschadenslagen oder in Krisensituationen Leitstellenfunktionen untereinander ergänzt oder verlagert werden. Insgesamt sind in der Ruhrgebietsmetropole über 700 Berufsfeuerwehrfrauen und -männer im feuerwehrtechnischen Dienst sowie zusätzlich rund 550 freiwillige Kräfte für die Erfüllung der Schutzziele verantwortlich.

Neu errichtetes Lage- und Logistikzentrum

Das 2008 neu in Betrieb genommene zentrale Lage- und Logistikzentrum in Essens Stadtmitte koordiniert pro Jahr rund 120.000 Rettungsdienst-, Brand- und Hilfeleistungseinsätze. Hier laufen aus dem gesamten Stadtgebiet die Notrufe 112, die bundeseinheitliche Nummer für den Krankentransport 19222 sowie die Meldungen aus rund 830 Brandmeldeanlagen zur Bearbeitung und Einsatzkoordination auf. Der viergeschossige Neubau beherbergt in den oberen Stockwerken die Technikräume für die Leitstelle, die Leitstelle selbst und die Stabsräume für den Führungs- und den Krisenstab. Der Leitstellenraum erstreckt sich über die gesamte Gebäudelänge und über zwei Etagen. Insgesamt 60 Disponenten leisten in der Leitstelle über drei Wachabteilungen den Dienst rund um die Uhr. In Abhängigkeit von der Tageszeit sind so zwischen drei und acht Mitarbeiter im Leitstellendienst aktiv. Die Dispositionsarbeiten erfolgen an zwölf Leittischen in Cockpit-Form mit getrennt höhenverstellbaren Bedien- und Monitorebenen. Ein Block mit vier Arbeitsplätzen lässt sich für besondere Einsatzlagen komplett räumlich abtrennen. Die Bedien- und Anzeigeelemente, fünf TFT-Monitore, Touchscreen und Sprechgarnituren wurden nach den neuesten Ergonomie-Vorschriften angeordnet. An drei Masterplätzen lassen sich zusätzlich die Mediensteuerungen für die Bildprojektionen bedienen. Große Projektionsflächen sind an der Raumdecke befestigt und elektrisch höhenverstellbar. Für erhöhtes Notrufaufkommen bei Großveranstaltungen oder Unwetterlagen stehen benachbart zum Leitstellenraum acht Notabfrageplätze bereit. Hier werden an Doppel-Bildschirmplätzen Notrufe angenommen und in das Leitsystem eingepflegt. Die Einsatzdisposition erfolgt ausschließlich durch die Mitarbeiter der Einsatzleitstelle. Die Notabfrageplätze stehen alternativ auch für eine Personenauskunftsstelle (PASS) zur Verfügung. Die Rechner- und Kommunikationstechnik ist besonders klimasensitiv und wird wegen der hohen Geräuschentwicklung abgesetzt und separat im Technikraum betrieben. Die auf zwei Räume aufgeteilten, redundanten Systeme haben jeweils separate Einspeisungen sowie Anbindungen in die Leitstelle.

Erweiterung der Leitstellentechnik

Anfang 2008 erhielt Siemens den Auftrag zur Erweiterung der vorhandenen Leitstellentechnik einschließlich des Einsatzleitsystems und der Kommunikationstechnik. Der Vertrag wurde in Form eines Betreibermodells geschlossen. Dieses Modell gewährt dem Auftraggeber bei planbaren, konstanten Ausgaben Service und Verfügbarkeit der technischen Systeme. Das Herzstück der Leitstelle bildet die Einsatzleitsystem-Software von Siemens. Das System ist gekoppelt mit umfangreichen Kommunikations- und Meldesystemen wie Notruf- und Funkabfrageanlage, Funkmeldesystem FMS, mit digitalem Funkalarmsystem, einer öffentlichen Brandmeldeanlage sowie einem GPS-/Navigationssystem für Fahrzeuge. Mobile Einsatzleitrechner (Notebooks) lassen sich per UMTS/ GPRS anbinden und kommunizieren online mit dem Mastersystem. Über ein integriertes Modul zur Berichtserfassung und Abrechnung lassen sich darüber hinaus alle kostenpflichtigen Einsätze für Rettungs- und Hilfeleistungen direkt über die Software mit den Krankenkassen, der Stadtkasse oder privaten Trägern abrechnen. Die Software läuft auf einem verfügbaren Clustersystem mit zwei Knoten als Funktionsserver unter Linux, dazu kommt ein Speichernetzwerk (Storage Area Network, SAN). Die Datenbank Oracle wird als Real Application Cluster (RAC) betrieben. Per Web­technologie werden alle Einsatzdaten zusammen mit weiteren wesentlichen Informationen (Alarmmeldungen, Fahrzeugzustandsanzeigen, Einsatzmittelvorschläge zur Disposition der Fahrzeuge, geografische Karten und Luftbildaufnahmen) auf drei Monitoren angezeigt. Übersichtlich dargestellt, hat der Disponent so jederzeit alle Informationen zuverlässig im Blick.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Die gemeinnützige Welcome Werkstatt ist die erste offene Stadtteilwerkstatt im Hamburger Osten. Die Werkstatt bietet Gästen und Vereinsmitgliedern Räumlichkeiten und Werkzeuge, um sich auch in der Großstadt kreativ und handwerklich auszuleben. Außerdem werden durch regelmäßige Veranstaltungen die Themen Handwerk und Nachhaltigkeit gezielt gefördert. Bei ihrem Zutrittssystem setzt die Werkstatt auf eine Cloud-Lösung von EVVA, die die Nutzer-Verwaltung vereinfacht. ‣ weiterlesen

Anzeige

Neben seiner über 150-jährigen traditionellen Ausrichtung als Kunstgewerbemuseum legt das Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien heute einen weiteren Fokus auf Architektur und funktional zweckgebundene Gegenwartskunst im Rahmen aufmerksamkeitsstarker und regelmäßig wechselnder Ausstellungsformate im öffentlichen Raum. Bei der Modernisierung der Schließanlagen im historischen Hauptstammsitz am Stubenring setzte das MAK auf das eCliq-Schließsystem der Marke Ikon von Assa Abloy. ‣ weiterlesen

Anzeige

Das Universitätsklinikum Utrecht stattet Leuchten mit netzwerkfähigen Chips und Sensoren aus, die alle Geräte überwachen, die in Krankenhäusern verschwinden können. Dieselbe Technologie bietet eine Reihe weiterer Vorteile. ‣ weiterlesen

Das Corona-Virus und die damit verbundenen hygienischen sowie organisatorischen Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion bleiben eine Herausforderung. Bei der Bewältigung helfen videobasierte Lösungen zur Personenerfassung. ‣ weiterlesen

Im Bestreben nach mehr Sicherheit vor unerlaubtem Zutritt sowie der automatisierten Überwachung und Steuerung des Gebäudeverschlusses setzt die Haustechnik des Krankenhaus St. Joseph-Stift in Dresden auf die Technologie des Gebäudeleittechnikherstellers PcVue und des Tür- und Fensterspezialisten Geze. Die ursprünglich angedachte PcVue-Insellösung wird dabei zum Allzweckwerkzeug der Haustechnik.‣ weiterlesen

Die Welle ist heftig und ganz sicher noch nicht vorbei: In den Medien kochte das Thema 'Datenschutz und Datensicherheit im Smart Home' hoch. Zeitungsartikel und verschiedene Fernsehbeiträge erwecken dabei den Eindruck, dass jeder nur halbwegs begabte Hacker ruckzuck ins vernetzte Haus eindringen und dort sein Unwesen treiben kann. Bauherren und Hausbesitzer sind verunsichert. Ihre häufigste Frage: Wie schütze ich mein Heim effektiv? Jeder Elektromeister sollte die Antworten auf diese Fragen kennen. Denn so kann er seine Kunden sicher und souverän beraten und letztlich Vertrauen aufbauen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige