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LED-Technik: Schmuck strahlt in neuem Glanz

Das Licht erfährt als Verkaufs- und Präsentationsförderer eine immer größere Bedeutung. Obwohl Lichtwerbung bereits historisch eingeführt ist, erhält sie durch die LED-Technik immer neue Impulse und Akzente.
Nicht nur in der Lichtwerbung haben die Firmen die Wirkung des Lichtes und die damit verbundenen Vorteile entdeckt. So wird bereits verstärkt mit Licht suggestiv und sogar manipulativ in verschiedenen Branchen gearbeitet. Man denke nur an die Frische des Fleisches in den Theken der Schlachtereien, an das knusprige Brot im Regal beim Bäcker und das knackige Obst beim Gemüsehändler. Alles betont und hervorgerufen durch Speziallampen mit bestimmten Farbspektren, die auf die Waren abgestimmt sind und unsere Begehrlichkeit auf diese Produkte erhöhen sollen. Auch in unserem privaten Bereich spielt das Licht eine wesentliche Rolle, denn wir entspannen am Kamin lieber bei gemütlichem Licht als unter einer bläulich-weißen Leuchtstoffröhre. Die lawinenartige Zunahme von Wellness-Leuchten untermauert die Annahme, dass wir uns für unsere unterschiedlichen Stimmungen angepasste Lichtqualitäten wünschen. Seitdem seit ein paar Jahren die LEDs hinsichtlich Helligkeit, Farbtemperatur und Farbqualität rasante Fortschritte gemacht haben, stürzen sich alle namhafte Leuchtenhersteller auf die­se neue Technik, wie man anlässlich der letzten light+building in Frankfurt auf allen Ausstellerständen beobachten konnte. Seit einiger Zeit hat die LED-Technik auch Einzug in den Laden- und Messebau gehalten. So dass sich immer mehr Geschäftseigentümer vor Renovierungen und Neuausstattungen mit dem Thema LED-Technik auseinander setzen. So auch der Juwelier Pierre-Louis in Malmedy.

Individuelles Lichtkonzept

Zuvor hatte der Juwelier von den wesentlichen Vorzügen der LEDs wie Haltbarkeit, geringe Energiekosten und kleine Abmessungen gegenüber den Halogenleuchten gehört und fand den Gedanken angenehm, nicht unterjährig ständig die defekten Halogenstrahler austauschen zu müssen. Aber wie sollte ein schlüssiges LED-Beleuchtungskonzept für sein Geschäft aussehen und wer sollte es realisieren? Wurde er doch im Vorfeld durch Berichte über Projekte verunsichert, die mit asiatischer Billigware realisiert wurden und weder in der Wirkung noch in der Zuverlässigkeit das hielten, was man eigentlich von der LED-Technik erwartet hatte. Ebenso konnten ihn die LED-Leuchten in den Baumärkten wegen der unzureichenden Lichtqualität nicht überzeugen, auch sah er keine Möglichkeiten, damit ein individuelles Lichtkonzept zu realisieren. Deshalb suchte er ein Unternehmen, das sich in Sachen Lichttechnik in Belgien bereits einen guten Ruf erarbeitet hat, und fand die Firma Digi Tech, die bereits mehrere erfolgreiche Referenzinstallationen im Ladenbau vorweisen konnte. Gemeinsam wurde ein Konzept entwickelt, in dem sowohl Lichtlinien als auch beleuchtete Vouten eingesetzt werden sollten.

Vorführmuster anstatt theoretischer Spezifikationen

Die sich ergebenden Anforderungen hinsichtlich ‚Fit, Form and Function‘ konnten mit Standardelementen nicht gelöst werden. Deshalb wurde die deutsche Firma Profiled in Stolberg bei Aachen beauftragt, die erforderlichen LED-Systemkomponenten nach vorgegebenen Spezifikationen zu entwickeln und herzustellen. Die Anforderungen bezogen sich auf eine bestimmte Farbtemperatur, bei der die Schmuckstücke besonders brillant erscheinen sollten, einen hohen Farbwiedergabeindex, um die Natürlichkeit der Ware zu erhalten, und auf die Einbaubedingungen, bei denen sichergestellt werden musste, dass die Anforderungen an das Wärmemanagement der LED-Technik erfüllt werden. Eine gute Lösung besteht nicht darin, dass man die ausgedachten Wünsche in theoretische Spezifikationen umsetzt, sondern dass der Systemintegrator bereit ist, Vorführmuster zu erstellen, bei denen man die endgültige Wirkung in Echtheit vorführen kann. Es ist inzwischen bekannt, dass sich LED-Technik weder durch Fotos, Videos oder Wörter beschreiben lässt, sondern nur durch den visuellen, auch durchaus subjektiven Eindruck, den der Betrachter beim Anschau­en der Leuchtmuster erhält. Ein gutes Systemhaus wird in der Regel immer bereit sein, Vorführmuster auch kostenlos anzufertigen, wenn sich der Aufwand in überschaubaren Grenzen hält.

Anforderungen werden unterschätzt

Die Anforderungen an die LED-Technik werden heute noch von vielen Anwendern unterschätzt, da sie sich über die Auswirkungen der kritischen Parameter der LEDs nicht bewusst sind. Es werden immer noch Datenblätter veröffentlicht, bei denen sich die Leistungsdaten der LEDs sowie deren Lebensdauer auf eine Chiptemperatur von 25°C beziehen. Der Eingeweihte weiß jedoch, dass die Chiptemperatur schon wenige Minuten nach dem Einschalten 50 bis 65°C betragen kann und noch weiter steigt, wenn man keine Vorkehrungen für ein gutes Wärmemanagement getroffen hat. Die Folge: Der gepriesene ho­he Wirkungsgrad, als Lichtausbeute mit Lumen pro Watt angegeben, sinkt dann von ursprünglich 120lm/W je nach Hersteller bis auf die Hälfte dieses Wertes (zum Vergleich: 12V Halogenleuchten liefern etwa 25-30 lm/W, 230V Halogenleuchten nur 15lm/W und normale Glühbirnen 8-10lm/W). Da wäre es doch schön, wenn man sich die 120lm/W erhalten könnte, denn das würde sich am Jahresende bei der Stromendabrechnung positiv auswirken. Es geistern immer noch Angaben über die Lebensdauer von LEDs in Höhe von 100.000h durch die Gazetten. Das mag für bestimmte rote LEDs gelten, jedoch nicht für weiße und blaue. Wenn der LED-Spezialist alles richtig macht und auf Spitzenausbeutung an Helligkeit verzichtet, mögen seine LEDs maximal 50.000h halten, das heißt sie strahlen danach nur noch mit einer Helligkeit von 50 bis 70%. Diese Angabe zeigt, dass es noch keine einheitlichen Normen zu diesem Thema gibt. Die ersten zaghaften Vorschläge werden von den LED-Herstellern noch nicht konsequent umgesetzt.

Warmweißes Licht für Vitrinen

Mit diesem grundlegenden Wissen wurden in die Vitrinen des belgischen Juweliers, die in Deutschland hergestellt worden sind, warmweiße Profiled-Streifen mit 0,3W Leistung pro LED eingebaut. Aus wärmetechnischen Gründen wurde auf den Einsatz von High-Power-LEDs verzichtet, da diese mit Kühlköpern hätten betrieben werden müssen, für die jedoch kein ausreichender Platz zur Verfügung stand. Außerdem lässt sich der gewünschte ‚Light-Line-Effect‘ durch viele LEDs mit geringer Leistung besser umsetzen als mit High-Power-LEDs, deren Abstrahlcharakteristik auf Grund ihrer Helligkeit zu punktuell ist. In der indirekten Deckenvoute sorgen kaltweiße LED Streifen mit lediglich 0,1W je LED für eine gehobene Lichtinszenierung, die mit den Gold- und Silberschmuckstücken in der Weißfarbtemperatur korrespondiert. Die pixeligen Glitzereffekte in den Vitrinen sind gewollt und lassen die Schmuckstücke besonders zur Geltung kommen. Die LED- Allgemein-Beleuchtung wird dabei in angenehmer Weise noch mit herkömmlichen Temperaturstrahlern kombiniert (Downlight-Spots), die in der nächsten Stufe ebenfalls durch die neuen von Profiled entwickelten LED-Downlights ersetzt werden sollen. Die LED-Komponenten und die individuell angefertigten neuen Ladenbauelemente wurden gestalterisch aufeinander abgestimmt. Hier werden dem Kunden die Schmuckstücke unaufdringlich präsentiert, sodass er sich nicht zum Kauf gezwungen fühlt, sondern aus einer Wohlfühlstimmung heraus bereit ist, sich für den Kauf eines Wertstückes zu entscheiden.

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