Kabelverlegesystem – schnell, belastbar und sicher

Wer denkt, dass es nach fast 20 Jahren mit der Norm DIN4102 Teil 12 für den Funktionserhalt elektrischer Kabelanlagen im Brandfall zu diesem Thema nichts Neues mehr gäbe, der hat weit gefehlt. Selbst nach so langer Zeit fanden die Entwickler bei Obo Bettermann neue, zusätzliche Verlegemöglichkeiten für Kabel mit integriertem Funktionserhalt. Wesentliche Vereinfachungen sorgen hier für eine schnellere Handhabung.
An erster Stelle ist die Verbindungsfunktion der Kabelrinne RKS-Magic zu nennen. Die Kabelrinnen lassen sich schneller und leichter miteinander verbinden. Einfach Kabelrinnen zusammenstecken, einrasten, fertig. Im Vergleich mit anderen Kabelrinnen-Systemen wurde der Zeitaufwand für die Montage um die Hälfte reduziert. Zubehörteile wie Verbinder, Stoßstellenleisten oder Schrauben sind nun überflüssig, da die erforderlichen Komponenten vormontiert und im Lieferumfang enthalten sind. Was die Sicherheit betrifft, hat die Stoßstellenverbindung die VDE-Prüfung nach der neuen Norm EN61537 für Kabeltrag-Systeme bestanden. Die RKS-Magic als Ganzes entspricht der DIN4102 Teil 12. Eine zusätzliche Eigenschaften des Verlegesystems ist, dass dabei keine weitere Gewindestangensicherung erforderlich ist. Das reduziert den Montageaufwand und das Einlegen der Kabel in die Kabelrinne ist jederzeit ohne Behinderung möglich. In Verbindung mit den entsprechenden Auslegern und Hängestielen ist eine Kabelbelegung von 20kg/m für Kabelrinnen in den Breiten 100, 200 und 300mm zulässig. Für die Breite 400mm ist neuerdings sogar eine Kabelbelegung von 30kg/m zulässig. Erstmalig kann so das größere Volumen der Kabelrinne auch mit mehr Gewicht belastet und somit effektiv genutzt werden. Auch den zulässigen max. Montageabstand der Ausleger bei der Wandmontage und der Hängestiele bei der Deckenmontage konnte man erweitern. Er beträgt nun ganze 1,5m. Trotz dieser Montageparameter ist für das Verbinden der Rinnen an den Stoßstellen lediglich das Umbiegen der im Boden vorgeprägten Verbindungslaschen notwendig – ganz ohne weiteres Zubehörmaterial. Das Verlegesystem mit der Kabelrinne RKS-Magic ist einsetzbar für die Funktionserhaltsklassen E30 und E90. Vom Materialprüfungsamt NRW liegt ein entsprechendes Prüfzeugnis mit den führenden Kabelherstellern vor. Kurzum: Die Kabelrinne vereint mit ihrer Verbindungstechnologie Schnelligkeit, Belastbarkeit und Sicherheit, auch für den Funktionserhalt gemäß der DIN4102 Teil 12. Doch nicht an jeder Stelle ist das Produkt die optimale Lösung. Ist der Platz für die Installation von Funktionserhaltkabeln knapp bemessen, kann die Verwendung von geprüften Sammelhalterungen eine Alternative darstellen. Bei dieser kabelspezifischen Verlegevariante gemäß der DIN4102 Teil 12 dürfen jedoch nur die mit der jeweiligen Sammelhalterung gemeinsam geprüften Kabel eingesetzt werden. Dies führt dazu, dass im Extremfall nur die Kabel eines einzigen Herstellers verwendet werden dürfen. Obo Bettermann hat in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Prüfungen gemäß der DIN4102 Teil 12 mit seinen Sammelhalterungen GRIP-M durchgeführt und damit die bereits vorhandene Anzahl von zugelassenen Kabeln für GRIP-M weiter erhöht. Eine Ergänzung zu den bekannten Verlegevarianten zum Funktionserhalt stellen die Kabelklammern Typ 2033M und Typ 2034M aus einem federnden rostfreien Stahl dar. Die Klammern bieten sich speziell dann an, wenn viele kleine Kabel mit einem Funktionserhalt von 30min installiert werden sollen, wie beispielsweise bei Notbeleuchtungen, Brandmeldeanlagen oder Lautsprecheranlagen. Die DIN4102 Teil 12 fordert, dass die Kabel durch die sie umgebenden Bauteile im Brandfall nicht negativ beeinflusst werden dürfen. Genau dies ist durch die direkte Montage der Klammern unter der Decke ausgeschlossen, da sich die installierten Kabel in einem geschützten Bereich befinden. Zudem ist die Kabelinstallation einfach. Die Kabel werden von der Seite unter die Klammern gesteckt. Ein Öffnen und Schließen, wie bei Schellen, entfällt. Das Untenehmen hat zudem einen neuen Brandschutzkatalog veröffentlicht. Dieser stellt neben den Verlegesystemen auch Abschottungs- und Fluchtweg-Installations-Systeme vor. Denn in der Elektroinstallation sind gewerkeübergreifende Lösungen zum Brandschutz gefragt. Alle Brandschutz-Systeme werden auf den rund 400 Seiten detailliert dargestellt und ihre Montage erklärt.

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