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‚Investitionssicherheit durch einheitliche Standards‘

Gastkommentar von Peter Kellendonk, Gründer und Geschäftsführer von Kellendonk Elektronik und Mitgründer der ‚Allianz für Smart Energy Solutions‘:
Es ist Konsens in Deutschland, dass die Energiewende nur gelingt, wenn Energieerzeugung und Energieverbrauch harmonisiert werden. Große Bedeutung kommt daher dem Ausbau der Smart Home-Technik und einer stärkeren Vernetzung aller Beteiligten zu. Nur so können die Verbrauchsspitzen gekappt werden. Doch so interessant die möglichen Anwendungen für Privathaushalte auch sind: der Durchbruch wird nur gelingen, wenn es einen einheitlichen Smart Home-Standard gibt. Daran müssen sich alle Beteiligten Entwickler, Produzenten, Händler, Gebäudetechniker und Handwerker orientieren können! Smart Home wäre ansonsten nicht das erste vielversprechende Konzept, das wegen fehlendem Markt-Konsens zu technischen Fragen ein Nischen-Dasein fristen muss. Alle Firmen, die sich in diesem Bereich betätigen, brauchen daher jetzt dringend Investitions- und Entwicklungssicherheit und zwar über Länder-, Technologie-, und Branchengrenzen hinweg. Erreichbar ist dies mit dem EEBus, der eine herstellerübergreifende Vernetzung von Geräten sowie eine Kommunikation zwischen Energieunternehmen und Stromverbrauchern im Privathaushalt ermöglicht. Vereinbart werden müssen dazu dann:
– eine einheitliche Kommunikations-Technologie für eine weltweite Vernetzung und Interoperabilität
– eine standardisierte Plattform für Mehrwert-Applikationen
– Vorgaben für die Entwicklung von Geräten und Elektronik im Haushalt.

Sind diese Bedingungen erfüllt, werden eine Vielfalt technischer Anwendungen und damit verbundene Business Modelle möglich. Wirtschaft und Verbraucher warten sehnsüchtig auf ein einheitliches technologisches Konzept. Bleibt das aus, wird sich die Branche in einem Kampf der Systeme verzetteln. Dabei verlieren am Ende alle. In Deutschland setzt sich diese Erkenntnis bereits durch und sorgt für immer stärkere Akzeptanz des EEBus-Ansatzes. Genauso wichtig wie die technische Standardisierung ist für den Erfolg von Smart Home die Frage der Sicherheit. So muss der Austausch von Informationen zwischen Energieversorgern und privaten Haushalten (Energy Management Gateways) entsprechenden Anforderungen genügen. Ansonsten könnten die Gateways zum Einfallstor für Angriffe auf die Energiewirtschaft werden. Um die Anforderungen zu definieren, haben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) einen Arbeitskreis gegründet. Als dessen Vorsitzender weiß ich, wie wichtig es ist, den Mittelweg zwischen notwendigen Sicherheitsanforderungen und kreativer Freiheit zu finden. Dazu gehört die Einsicht, dass Energy Management Gateways nicht das Sicherheitsprofil der Systeme erfüllen müssen, über die ableserelevanten Daten laufen. Dann wären die Hürden einer Entwicklung für den breiten Markt zu hoch. Bis zum Herbst dieses Jahres sollten die technischen Grundlagen für die Sicherheitsbeurteilung geschaffen sein. Anschließend kann die Politik die konkreten gesetzlichen Anforderungen formulieren.

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