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Intelligenz, die funkt

Moderne Architektur mit viel Glas und Sichtbeton verbunden mit flexiblem Nutzerverhalten fordert Flexibilität ohne starre und störende Verkabelung. Die Lösung: Auf Funktechnik basierende Komponenten in der Raumautomation. Sie kommen daher gerade bei modernen Büro- und Geschäftsgebäuden mit häufig wechselnden Grundrissen vielfach zum Einsatz.
Im Oktober 2003 bezog Esprit, ein weltweit tätiges Lifestyle-Unternehmen, in Ratingen in der Nähe von Düsseldorf das Global Business Headquarters, die neue globale Firmenzentrale. Durch seine klare Architektur, Offenheit und Transparenz soll das Gebäude nicht nur pure Bürofläche bieten, sondern auch die Philosophie des Konzerns repräsentieren. Zur Straße hin präsentiert sich das von den Architekten Ropertz & Partner entworfene Gebäude mit einem markanten Rundbau. Dahinter liegen fünf Büroblöcke, die sich um eine verglaste Mall gruppieren. Die Bruttogeschossfläche beträgt rund 31.250m². Das Gebäude bietet Platz für rund 600 Beschäftigte aus verschiedenen Unternehmensbereichen.

Nachträgliche Änderungen

Kurz nach Fertigstellung des Gebäudes entschloss sich Esprit, ein bis dahin als Großraumbüro geplantes Geschoss in elf neue Einzelbüros umzubauen. Jedes Büro sollte eine Einzelraumregelung bekommen. Die Trennwände zwischen den Büros sind aus Glas, alle anderen Oberflächen aus Sichtbeton. Das technoLink-Funksystem des Berliner Unternehmens Kieback&Peter war die ideale Lösung, zumal es sich reibungslos in das bereits vorhandene Automationssystem DDC3000, ebenfalls ein Produkt von Kieback&Peter, integrieren ließ.

SolarFunk-Technologie

Die Komponenten des technoLink-Systems basieren auf der SolarFunk-Technologie. Auf dieser Technologie basierend, gewinnen z.B. SolarFunk-Messwertgeber oder SolarFunk-Raumbediengeräte die für den Betrieb notwendige Energie selbst und zwar direkt aus dem Licht der Umgebung. Schon eine Beleuchtungsstärke zwischen 50 und 100 Lux reicht zur Energieversorgung aus. Interne Pufferspeicher garantieren auch während längerer Dunkelphasen einen einwandfreien Betrieb. Für die Kommunikation untereinander nutzen die Komponenten das standardisierte 868MHz Frequenzband. Die Reichweite im Gebäude beträgt bis zu 50 Meter. Über entsprechende Schnittstellen kann die drahtlose Kommunikation direkt in die leitungsgebundene Gebäudeautomation von Kieback&Peter integriert werden, ohne zusätzliche Gateways. Die elektromagnetische Abstrahlung eines technoLink-Gerätes ist im Vergleich mit einem Mobiltelefon so gut wie vernachlässigbar. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch das System sind also nahezu ausgeschlossen. Ohne Einschränkungen durch Kabelanschlüsse ist das technoLink-System überall und jederzeit einsetzbar. Auch nachträgliche Änderungen und Installationen in bestehenden Gebäuden sind problemlos möglich. Man nimmt den entsprechenden Messwertgeber oder das Raumbediengerät einfach ab und bringt es an anderer Stelle wieder an.

Technik und Ästhetik

Beim Umbau des Büros in der Esprit-Firmenzentrale wurden zusammen mit dem Architekten die Montageorte frei gewählt, an denen die funkfähigen Messwertgeber des technoLink-Funksystems angebracht werden konnten. Schlitze in den Sichtbeton zu stemmen oder Leitungen über die Sichtbeton- und Glaswände zu verlegen, war dabei tabu. Die Wahl fiel auf die tragenden Säulen. So wurde eine ästhetisch und technisch gute Lösung realisiert, die sich bis heute bewährt hat.

Tri-Haus, Arnsberg

Das Tri-Haus in Arnsberg-Neheim verdankt seinem auffälligen dreieckigen Grundriss seinen Namen. Das Gebäude wurde auf einem seit der Flächensanierung der 70er Jahre brachliegenden Grundstück errichtet. Die Architektur des von den Bochumer Architekten Banz+Riecks geplanten viergeschossigen Gebäudes ist ein wichtiges raumbildendes Element für das Zentrum von Arnsberg-Neheim. Von außen fällt zunächst nur die moderne Architektur ins Auge. Mindestens genauso wichtig sind aber die Qualitäten hinter der Fassade. Hier bietet das im April 2005 fertig gestellte Geschäfts- und Wohnhaus Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Nicht zuletzt erfüllt es auch hohe Anforderungen an Umweltschutz und Ressourcenschonung. Insgesamt hat das Gebäude eine Nutzfläche von 1.200m². Die Fläche kann sowohl innerhalb der Geschosse als auch zwischen den Geschossen frei aufgeteilt und verknüpft werden. Flexible Flächenzuschnitte jeglicher Art und auch Grundrissänderungen sind möglich. Im Erdgeschoss befindet sich heute eine Apotheke, in den Obergeschossen haben sich Arztpraxen, Physiotherapeuten und ein Beauty- und Wellness-Studio eingerichtet. Das vierte Obergeschoss wurde als Penthousewohnung ausgebaut.

Reduzierter Energiebedarf

Bei der Energieversorgung wurde auf regenerative Energien gesetzt. Sieben Erdsonden bis zu einer Tiefe von 100m versorgen das Tri-Haus umweltschonend und kostengünstig mit Wärme und Kälte. Eine Wärmepumpe pumpt eine Wasser-Glykol-Sole durch das Rohrsystem. Ein Wärmetauscher überträgt die Heizenergie zur Fußbodenheizung. Im Sommer wird über das gleiche System die Raumwärme abgeführt und das Gebäude gekühlt. Der Strom für die Wärmepumpen wird zum größten Teil über eine 100m² große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugt. Auch die Verschattung der Räume und die Abluftanlage sind so konzipiert, dass der Energiebedarf reduziert wird. Mit einem Heizenergiebedarf von ca. 36kWh pro m² und Jahr werden die Anforderungen der alten ENeV (2002) um 50% unterschritten. Die energetische Optimierung des Gebäudes wird durch Mess-, Steuer- und Regelungstechnik von Kieback&Peter unterstützt. Installiert wurde diese von der Firma Vollmer. Im Tri-Haus ist das Automationssystem DDC3000 mit einer Automationsstation DDC3550-L und mehreren busfähigen Ein-Ausgabe-Modulen vom Typ SBM und FBM installiert. Die beiden Wärmepumpen sind über die LON-Schnittstelle der Automationsstation DDC3500-L direkt im System integriert. Außerdem steuert DDC3000 das Abluftsystem, die kombinierte Fußbodenheizung und -kühlung sowie die Jalousien.

Hohe Flexibilität bei Veränderungen

Das flexible Grundrisssystem des Gebäudes stellt an die Überwachung und Regelung der Raumtemperatur besondere Anforderungen. Umfangreiche Neuverkabelungen bei Veränderungen im Zuschnitt und der Nutzung sollten vermieden werden. Deshalb wurde auch hier das Kieback&Peter Funksystem technoLink installiert. Passend für jede Raumsituation können die Messwertgeber und Raumbediengeräte beliebig platziert und auch ohne großen Aufwand abgenommen und an anderer Stelle mit einer schonenden Klebebefestigung wieder angebracht werden. Zur Überwachung, Bedienung und Optimierung ist eine Gebäudeleittechnik Neutrino-GLT von Kieback&Peter installiert. Die Neutrino-GLT bietet umfangreiche Funktionen wie Trendkurven, mit denen zum Beispiel Temperaturverläufe analysiert und die Anlagensteuerung immer weiter verbessert werden kann. Auch eine Fernüberwachung und Fernbedienung ist möglich. Per Internet haben auch die Anlagenbauer und Planer Zugriff auf das System. Die Bedienoberfläche PHWEB bietet ihnen die gleichen Anlagenbilder und Grafiken wie die GLT vor Ort.

Museum Schnütgen

Das Kölner Museum Schnütgen präsentiert eine der wichtigsten Mittelaltersammlungen der Welt. Dazu gehören Holz- und Steinskulpturen und Schätze aus Bronze, Silber, Gold und Elfenbein. Ausstellungsraum ist die romanische Cäcilienkirche, eine dreischiffige Pfeiler-Basilika aus dem neunten Jahrhundert. Um die empfindlichen Exponate zu erhalten, ist es notwendig, Temperatur und Raumfeuchte in dem über tausend Jahre alten Gebäude genau zu kontrollieren und zu regeln. Eingriffe in die Bausubstanz waren in dem denkmalgeschützten Gebäude allerdings nicht möglich. Deshalb wurden von Kieback&Peter Messwertgeber mit Solarfunk-Technologie installiert. Selbst bei den schwierigen Lichtverhältnissen im Museum arbeiten die vier solarbetriebenen Messwertgeber zuverlässig. Der Funkumsetzer MFC empfängt die Funksig­nale und gibt die Daten an die Automationsstation DDC3002 weiter. „Obwohl unsere Heizungsanlage noch aus den sechziger Jahren stammt, funktioniert die Regelung zuverlässig“, bestätigt Ralf Hofenbitzer, Verwaltungsleiter des Museums.

Vorteile für Neu und Alt

Drahtlose Kommunikation bietet sowohl im Neubau als auch bei der Modernisierung und Sanierung Vorteile. technoLink ermöglicht ‚maßgeschneiderte‘ Lösungen und auch die Umsetzung unkonventioneller Konzepte. Besonders hervorzuheben sind der geringe Installationsaufwand, geringe Systemkosten, reduzierte Brandlasten, Wartungsfreiheit und die Flexibilität bei Anlagenerweiterungen. Durch den Beitritt zur so genannten ‚Enocean Alliance‘ konnte Kieback&Peter die Funktionalität des Systems jetzt noch ausbauen. Die Enocean Alliance ist ein Pool von Firmen, die Produkte auf Basis der Enocean-Technologie anbieten. Produkte, die mit dieser herstellerübergreifenden Technologie arbeiten, sind untereinander kompatibel. So kann technoLink in der Raumautomation jetzt problemlos mit anderen Enocean-Produkten zusammenarbeiten.

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