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ISO50001-Zertifizierung ermöglicht Ausnahme von EEG-Umlage

Intelligentes Energiemanagement

Verbrauchsanalysen und Kostenaufstellungen sind vor dem Hintergrund stetig steigender Energiepreise zur Prozessoptimierung und Ressourcenschonung für viele Betriebe unerlässlich. Je nach Komplexität des Unternehmens lassen sich die nötigen Werte jedoch nur schwer ermitteln – ein Problem, dem die Südwestdeutsche Salzwerke AG, einer der größten deutschen Salzhersteller, jetzt mit der Einführung eines umfassenden Energiemanagementsystems begegnet. Die verwendete Software EMSControl ist auf größtmögliche Flexibilität ausgelegt, um Daten aus allen Quellen, von manueller Eingabe über analoge und digitale Zähler bis hin zu verschiedenen Bus- und Steuerungssystemen, erfassen zu können. Die Informationen lassen sich Verbrauchern und Kostenstellen zuordnen, anhand von Grenzwerten überwachen oder zu Reports zusammenstellen, auch ein intelligentes Lastmanagement wäre möglich. Die Energiemanagement-Lösung erfüllt zudem die Anforderungen zur ISO50001-Zertifizierung.

 Vom

Vom „Bad Reichenhaller“ Speisesalz bis zum Auftausalz für den Winterdienst reicht die Produktpalette der Südwestdeutschen Salzwerke AG. (Bild: Südwestdeutsche Salzwerke AG)

Mit dem Steinsalzbergwerk Heilbronn, aus dessen Schächten jährlich rund 5Mio.t gefördert werden, dem Salzbergwerk Berchtesgaden sowie zwei Salinen in Bad Friedrichshall und Bad Reichenhall mit einer gemeinsamen Kapazität von 480.000t pro Jahr zählt die Südwestdeutsche Salzwerke AG zu den bedeutendsten Salzproduzenten Europas. Erzeugnisse des Konzerns finden nicht nur im Lebensmittelbereich Einsatz, sondern auch im Winterdienst und in der Industrie. Die Größe des Betriebs mit den verschiedenen Standorten und Prozessen, insbesondere dem komplexen Abbau des Salzes untertage, machen die einheitliche Energieverwaltung allerdings zu einer Mammutaufgabe. „Bisher basierte unser Energiemanagement auf manuellen Zählerablesungen und deren Aufbereitung in Excel. Nur ganz vereinzelt waren Zähler auf ein Prozessleitsystem geschaltet“, berichtet Herbert Schiefer, Fachbereichsleiter ‚Technische IT‘ bei der Südsalz GmbH, der Vertriebstochter der Salzwerke.

Bedingung waren Anschlussmöglichkeiten für unterschiedlichste Zähler. Die Wahl fiel daher auf EMSControl von evon, das mit manuell eingegebenen Daten ebenso arbeiten kann wie mit Standard-Impulszählern, allen Arten von Bussystemen oder Zählern in SPS-Systemen. (Bild: evon GmbH)

Bedingung waren Anschlussmöglichkeiten für unterschiedlichste Zähler. Die Wahl fiel daher auf EMSControl von evon, das mit manuell eingegebenen Daten ebenso arbeiten kann wie mit Standard-Impulszählern, allen Arten von Bussystemen oder Zählern in SPS-Systemen. (Bild: evon GmbH)

Umfangreiche Anschlussbedingungen und wechselnde Zähler

Um hier die Effizienz zu steigern und die Überwachung sowie die Auswertung der Zählstellen zu vereinfachen, entschied sich der Konzern daher 2013, ein spezialisiertes Managementsystem einzuführen. „Voraussetzung war jedoch, dass alle Energieformen flexibel und über unterschiedliche Zählertypen eingebunden werden können“, so Schiefer. „Es mussten Anschlussmöglichkeiten zu analogen und digitalen I/O-Systemen, zu Feldbussen und SPS-Systemen gegeben sein sowie, wegen der Ausdehnung unseres Betriebsgeländes untertage, auch zu Ethernet, Profibus und anderen seriellen Bussystemen. Außerdem sollte auch die Eingabe von Hand weiter möglich sein.“ Die so erfassten Daten sollten standortübergreifend für Berichte und Auswertungen über andere Tools genutzt werden können und dabei auch spezielle Zählersignale wie Oberwellen oder die Phasenverschiebung (cos ) berücksichtigen. Auch müssen sie selbst bei sich ändernden Zählern dem jeweiligen Verbraucher und der direkten Kostenstelle zugeordnet werden können, da beim Vortrieb des Untertagebaus regelmäßig auch die Einspeisepunkte wechseln. Nachdem hardwareorientierte Lösungen eine solche Flexibilität systembedingt meist nicht bieten können, fiel die Wahl schließlich auf die Energiemanagement-Software EMSControl der evon GmbH.

Bei Bedarf ist auch eine 3D-Visualisierung der verschiedenen Zählstellen anhand der Gebäudepläne möglich, etwa um Verbräuche einfacher verorten zu können. (Bild: evon GmbH)

Bei Bedarf ist auch eine 3D-Visualisierung der verschiedenen Zählstellen anhand der Gebäudepläne möglich, etwa um Verbräuche einfacher verorten zu können. (Bild: evon GmbH)

Flexible Anbindung

Diese Plattform basiert auf dem Prozessleitsystem XAMControl, das zur Regelung von Produktionsanlagen oder Gebäudetechnik entwickelt wurde, und verfügt daher über eine große Bandbreite an Anbindungs- und Steuerungsoptionen. „Die Konnektivität des Systems umfasst alle Standard-Impulszähler, M-Bus, Modbus und ähnliches bis hin zu in Steuerungen verbauten Zählern“, erklärt Andreas Leitner, einer der Geschäftsführer von evon. An jedem Zähler werden in definierten Intervallen die Verbräuche berechnet und diese den Verbrauchern oder Verbrauchergruppen sowie den entsprechenden Kostenstellen zugeordnet. Zudem können auch virtuelle Zählstellen gebildet und verwaltet werden, etwa aus dem Summenwert zweier Zähler. Bei den Südwestdeutschen Salzwerken lassen sich so nicht nur Strom und Gas, sondern auch Wasser, Treibstoff und sogar die Sprengstoffe für den Abbau erfassen. Das System selbst arbeitet mit standardisierten Technologien, wie MS-SQL-Datenbanken oder dem MS-SQL-Reportdesigner, was die Einarbeitung und Bedienung erleichtert und gleichzeitig Schnittstellen zur Vernetzung mit anderen Programmen, wie ERP-Lösungen, eröffnet. Wo kein Zähler verwendet wird, können so z.B. manuelle Eingaben aus Excel übernommen werden. „Dies erlaubt es auch, die Zählertopologie trotz der sehr volatilen Energiestruktur des Unternehmens ohne großen Aufwand aktuell zu halten“, so Leitner. „Dazu muss nur die Zuordnung in der dafür vorgesehenen Excel-Tabelle geändert werden, die Darstellung passt sich automatisch an.“ Darüber hinaus ist EMSControl vollständig virtualisierbar, das heißt, es kann auf virtuellen Clustern laufen, die sich unabhängig von der Hardware entsprechend konfigurieren lassen, wodurch sich das Programm leicht in nahezu jede IT-Infrastruktur einfügt.

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