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Intelligent modernisieren im Denkmal – Neue Lichtsteuerung ohne neue Kabel

Wie modernisiert man eine Elektroinstallation quasi ohne neue Leitungen zu legen? Vor dieser Herausforderung standen Planer und Elektriker in der 300 Jahre alten Kirche in Bergenhusen. Mithilfe der intelligenten Module des Digitalstrom-Systems der Firma Aizo gelang das scheinbar Unmögliche. Und gegenüber einer herkömmlichen Lösung wurde das Projekt deutlich günstiger realisiert. Wir stellen die Anwendung vor.
In dem knapp 700 Einwohner zählenden Storchendorf Bergenhusen in Schleswig-Holstein steht die im Jahre 1712 erbaute und komplett erhaltene Barockkirche. Passend zum 300. Geburtstag in diesem Jahr laufen schon seit einigen Jahren umfassende Sanierungsmaßnahmen. Neben Holz-, Maurer- und Malerarbeiten, die die Jahrhunderte notwendig gemacht hatten, musste die alte Beleuchtung entfernt werden. Bei der anstehenden Neuinstallation war ein großer Wunsch der Kirchengemeinde und des Pastors Martin Baltzer die Dimmbarkeit der Kirchenbeleuchtung. Seither erhellt den eindrucksvollen Kirchenbau eine ganze Reihe neuer unauffälliger Leuchten, die #hinter den Kulissen# an ihre sakrale Aufgabe angepasst worden sind. Eine Lichtsteuerung sorgt dafür, dass für jeden Anlass eine passende Lichtstimmung in der Kirche erzeugt werden kann.

Funktionsweise

Eine der zentralen Bedingungen des Denkmalamtes sowie des Kirchenbauamtes für die Modernisierung der Lichtsteuerung war der weitgehende Verzicht auf das Verlegen neuer Leitungen. Der ortsansässige Elektromeister Volker Lorentzen wählte zur Umsetzung dieser Vorgaben das Aizo Digitalstrom-System. Mit dem modularen System lassen sich individuell abgestufte, preisgünstige Gebäudesteuerungslösungen realisieren, die jederzeit und nachträglich beliebig ausgebaut werden können: von der einfachen Beleuchtungssteuerung bis zum komplett vernetzten Gebäude, das sich über das Internet kontrollieren lässt. Dazu sind keine Extra-Verkabelungen oder Schmutz verursachende Installationsarbeiten notwendig: Alle benötigten Digitalstrom-Komponenten können dank ihrer geringen Abmessungen in die regulären Schaltkästen, Taster und Leerdosen integriert werden und ersetzen bei der Leuchteninstallation die herkömmlichen Lüsterklemmen. Die Versorgungsspannung dient als Übertragungsmedium für die Gerätekommunikation.

Anforderungen und Umsetzung

Im Rahmen der fälligen Sanierung des gesamten Gebäudes musste auch die aus den sechziger Jahren stammende Leuchteninstallation der Kirche erneuert werden. Die Kirchengemeinde wünschte sich im Zuge dessen eine intelligente Lichtsteuerung, die mehrere, speicherbare Lichtszenen zu unterschiedlichen Gottesdienstanlässen ermöglichen sollte. Dabei durften weder Decke noch Wände für neue Kabel beschädigt werden. Diesen Vorteil aus dem Aizo Digitalstrom-System haben sich die Planer und Ausführer in der Kirche in Bergenhusen zu Eigen gemacht: „Wir haben den Altbestand der Leitungen nutzen können und mussten so keine Wände aufstemmen, um z.B. eine neue Busleitung zu verlegen.“ Auch die übrigen Anforderungen waren durchaus komplex: Neben dem Verzicht auf zusätzliche Leitungen war die Einhaltung des Kostenrahmens besonders wichtig. Die gute Nachricht: Die tatsächlichen Kosten lagen mit der Verwendung der Digitalstrom-Komponenten deutlich unter denen einer herkömmlichen Automatisierungslösung. Bei aller Modernisierung musste die neue Anlage unbedingt leicht zu bedienen sein, sodass nicht nur der technikbegeisterte Pfarrer selbst, sondern auch der Küster, Vertretungen und alle ehrenamtlich mitarbeitenden leicht damit arbeiten können. Elektromeister Lorentzen hat dafür verschiedene ‚Nutzlichtprogramme‘, z.B. für Reinigungsarbeiten usw., auf Standard-Schalter gelegt. Pastor Martin Baltzer kann nun von der Kanzel aus mit seinem iPod verschiedene kirchliche Anlässe stimmungsvoll inszenieren: „Licht ist ein wichtiges religiöses Symbol, die Lichtgestaltung macht das Thema Kirche in den Gottesdiensten erlebbar. So eine wunderschöne Kirche wie unsere hier in Bergenhusen mit ihrer Geschichte darf auch sichtbar gemacht werden und von innen strahlen“, erklärt Baltzer. Auch die Umsetzungszeit war mithilfe der Digitalstromkomponenten rekordverdächtig: Die Planung begann im November 2011 und bereits die Adventszeit konnte mit der modernisierten Lichtsteuerung gefeiert werden. In nur rund 40 Tagen wurden die Projektziele erreicht. Dabei betonte der überzeugte Elektriker immer wieder die verblüffende Einfachheit des Digitalstrom-Systems: #Was wir bei der Arbeit festgestellt haben, ist, dass das System gegenüber allem was wir bisher kannten viel einfacher und flexibler ist.#

Ausstattung

In der Kirche befinden sich über 109 Leuchten, die mithilfe eines Digitalstrom-Servers sowie 31 intelligenten Leuchtenklemmen von Digitalstrom geschaltet und gedimmt werden und auf diese Weise verschiedene Lichtstimmungen erzeugen. Mit einzelnen Strahlern lassen sich spezielle Lichtakzente auf den Altar, die Bilder oder auf die Heiligenfiguren setzen. Die Steuerung via iPod wird möglich durch die Anbindung des Digitalstrom-Systems an einen hausinternen WLAN-Router. Die Komponenten dafür sind mit den wenigen zentralen Geräten der Anlage auf dem Dachboden der Kirche untergebracht. Dazu gehört die Steuerung sowie die Leistungszusätze, die immer dann erforderlich sind, wenn vor Ort mehr als 150W benötigt werden. In der Kirche ist dies z.B. der große Kronleuchter mit zwölf Sofittenlampen mit jeweils 60W Einzelleistung. Auch an die Zukunft ist gedacht: Wenn die LED in 230V als PAR50-Leuchtmittel zur Verfügung steht, kann sie ohne Weiteres mit den Digitalstrom-Komponenten verwendet werden. So ist eine energieeffiziente Umstellung ohne Aufwand möglich.

Fazit

Lorentzen fasst die Vorteile von Digitalstrom so zusammen: #Die fünf wichtigsten Argumente bei der Wahl von Digitalstrom sind die kabellose Installation, die einfache Programmierung, die schnelle Umsetzbarkeit, die geringeren Kosten und die einfache Bedienbarkeit.# Alle Beteiligten sind nach wie vor glücklich über die Entscheidung für Digitalstrom: Die Raumwirkung des historischen Kirchenbaus hat eine ganz neue Dimension gewonnen. Das Geburtstagskind zeigt erst jetzt seine Schönheit in passendem Licht. Und das Beste: Die gesamte Anlage lässt sich auch ganz konventionell bedienen, ohne dass komplizierte Programme oder umständliche Anleitungen beherrscht werden müssen. In baulicher Hinsicht lag der größte Vorteil sicher darin, dass das bestehende Leitungsnetz einfach weiter genutzt werden konnte. Denn das ist die Besonderheit des Digitalstrom-Prinzips: Jeder Taster und jede Leuchte verfügt über einen speziellen Steuerungschip, der einzeln angesprochen werden kann. Die Steuerbefehle laufen einfach über das bestehende Stromnetz, ohne große Schaltzentrale oder Neuverlegung von zusätzlichen Kabeln. Elektromeister Lorentzen: #Kein Wunder, dass sich auch der Denkmalschutz und das Kirchenbauamt, dieses faszinierende Digitalstrom-System ganz genau angeschaut haben. Denn das Problem des Substanzerhalts bei der Integration neuer Technik stellt immer eine große Herausforderung bei denkmalgeschützten Gebäuden dar # und das nicht nur bei Kirchenrenovierungen.“ (kbn)

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