Anzeige
Anzeige

Integrierte Sicherheitstechnik:
Gefahrenwarnanlage mit Busanschluss

Nahezu unbemerkt von der Elektrobranche hat sich im Bereich der Sicherheitstechnik vor inzwischen mehr als drei Jahren Entscheidendes geändert: Zum 1. April 2004 hat der Verband der Schadensversicherer (VdS) die neue Sicherheitsklasse VdS-H (Heim) für Gefahrenwarnanlagen (GWA) anerkannt – mit positiven Auswirkungen beispielsweise für Elektrofachbetriebe. Denn im Unterschied zu den Einbruchmeldeanlagen (EMA) der VdS-Klassen A, B und C ist der Bau von GWA nicht ausschließlich zertifizierten Facherrichtern vorbehalten. Nach dem Erwerb gewisser Fachkenntnisse öffnet sich damit für aufgeschlossene Elektrofachbetriebe ein lukratives Geschäftsfeld, das sich im Fall der Hager Gefahrenwarnanlage sogar mit der Gebäudesystemtechnik auf EIB/KNX-Basis verbinden lässt und so deren Funktionsumfang erweitert.
In der vorschriftenkonformen Sicherheitstechnik waren nach den VdS-Richtlinien bis vor rund drei Jahren lediglich Einbruchmelde-Anlagen (EMA) mit angeschlossenen Bewegungs- oder Kontaktmeldern zugelassen. Diese Anlagen dienen ausschließlich der Meldung von Einbrüchen beziehungsweise Einbruchsversuchen und dürfen keine weiteren Funktionen übernehmen. Sie sind nach der VdS-Richtlinie 2311 für EMA objektabhängig unterteilt in die Klassen A, B und C. So ist die Klasse A vorgesehen für nichtgewerbliche Wohn-Objekte, in denen ein einfacher Schutz gegen Überwindungsversuche ausreichend ist. Die Klassen B und C gelten für gewerbliche Objekte mit höheren Sicherheitsanforderungen und erfordern den Einsatz entsprechend aufwändigerer Technik. Generell gilt: Je höher die VdS-Klassifizierung einer EMA, desto höher sind auch die Kosten. Eine attraktive Alternative für den Wohnbereich und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung wie Arzt-Praxen oder Kanzleien stellen Gefahrenwarnanlagen (GWA) dar. Diese basieren auf den VdS-Richtlinien für Einbruchmeldeanlagen der Klasse A und bieten damit ausreichend Schutz vor Bedrohungen mit niedrigem bis mittlerem Risiko. Im Entwurf der VdS 3431 vom Februar 2004 sind die Systemanforderungen an VdS-H zugelassene GWA definiert. Diese beschreiben eine Gefahrenwarnanlage im Wesentlichen als elektrische Einrichtung für die frühzeitige Warnung zur Vermeidung beziehungsweise Reduzierung von Schäden, die durch Einbruch, Bedrohung, Brand, ausströmendes Gas und Wasser sowie technische Defekte entstehen können. Darüber hinaus können GWA auch zum Hilferuf für Personen in Notlagen dienen. Ebenfalls als Systemanforderung beschrieben ist die Einbruchmeldefunktion, die der Erkennung und Meldung von Einbrüchen und Einbruchsversuchen dient. Wenn eine GWA über Einbruchmeldefunktionen verfügt und diese auch scharf-/unscharf geschaltet werden können, müssen diese Teile im Sinne der VdS-Richtlinien für EMA ausgeführt sein. Damit bieten GWA einen deutlich höheren Funktionsumfang als herkömmliche Einbruchmeldeanlagen.

Das Herz der GWA: Die Zentrale

Zur Sicherstellung der Einbruchmeldefunktionen sind im Wesentlichen die vier Grundkomponenten Zentrale, Bewegungs- sowie Kontaktmel-der und ein Scharf-Schalt-Einrichtung (SSE) erforderlich. Das Herz der GWA bildet die Anzeige- und Bedien-Zentrale: Als intelligentes Managementsystem verwaltet sie alle angeschlossen Komponenten und sie stellt zudem die Schnittstelle zwischen Alarmanlage und Benutzer beziehungsweise Errichter dar. Die Zentrale erkennt das Auslösen eines Melders und reagiert entsprechend. Die Bedienung ist in der Regel einfach. So erfolgt bei der funkbasierten Hager-GWA die Anmeldung von Komponenten und die Änderung von Einstellungswerten über ein intuitiv bedienbares Touch-Screen. Die drahtlose Übermittlung der Information vom Melder an die Zentrale erfolgt bei der Hager-GWA aus Sicherheitsgründen im abgesicherten Frequenzbereich von 868MHz über codierte Telegramme. Im Gefahrenfall aktiviert das System beispielsweise eine Funk-Außensirene mit Blitzlicht, eine Funk-Innensirene in Form eines Steckdosenaufsatzes zur internen Alarmierung oder auch einen aufgeschalteten Sicherheitsdienst. Die Funklösung ist im Vergleich zu leitungsgebundenen Systemen generell mit einem deutlich geringeren Montageaufwand verbunden und erweist sich vor allem in der Nachrüstung als überlegene Variante. Und auch bei der Scharf-Schalt-Einrichtung hat Hager eine montagefreundliche Variante entwickelt, die keine baulichen Veränderungen an der Tür erfordert. Die Funkrosette dieses Herstellers gestattet in Verbindung mit einem modifizierten Standard-Schließzylinder an der zu sichernden Tür eine netzunabhängige und drahtlose Kommunikation mit der Zentrale. Die Scharf-/Unscharfschaltung der GWA erfolgt hierbei über die Zahl der Schließvorgänge (Schlüsseldrehungen).

Hager-GWA mit Busanschluss

Wie bereits erwähnt, liegt ein entscheidender Vorteil der GWA im größeren Funktionsumfang, der beispielsweise bei der Hager Gefahrenwarnanlage weit über die Möglichkeiten einer EMA hinausgehen kann. Das Besondere an dem neuen Hager System ist ein integrierter Anschluss für das Hager EIB/KNX-System tebis. Mit der Einbindung in eine tebis Anlage kann der Anwender über das Display des Zentralgeräts zahlreiche Steuerfunktionen der Gebäudesystemtechnik nutzen und Gebäudezustände anzeigen. Der Wechsel vom Alarm- in den tebis-Modus erfolgt per Fingerdruck auf dem Bildschirm. Das einfach zu bedienende interaktive Display gewährt dann Zugriff auf alle wichtigen Gebäudefunktionen. Diese vermarktungstechnisch interessante Kombination einer VdS-zugelassenen Anlage mit einem EIB/KNX-Bussystem stellt ein Novum im Bereich der Elektro-Installationstechnik dar. Der Anschluss an das Bussystem erfolgt leitungsgebunden über die Twisted Pair-Busleitung. Die Einbindung der GWA in bestehende tebis TX, tebis Funk KNX und tebis EIB/KNX Anlagen ist damit problemlos möglich. Aber auch optisch weiß die Hager-Gefahrenwarnanlage zu überzeugen: Bei der Präsentation auf der light+building 2006 wurde die neue Hager-Gefahrenwarnanlage mit einer Anerkennung des Innovationspreises für Architektur und Technik ausgezeichnet. Die Jury aus namenhaften Architekten und Journalisten begründete ihre Entscheidung unter anderem mit der guten Produktidee, die eine Technologie aus dem Bereich des Objektbaus benutzerfreundlich für den Wohnbereich umsetzt. Für die Produkt-Gestaltung fand das Gremium ebenfalls anerkennende Worte, indem es das Design als gestalterisch zurückhaltende Lösung für den Wohnbau lobte. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, da diese Art der Sicherheitstechnik vornehmlich im gehobenen Wohnbereich und in repräsentativen Praxen oder Kanzleien zum Einsatz kommt.

Fazit: Alarm- und Bussysteme
zusammengeführt

Die Einführung der neuen VdS-Klasse H verschafft Elektrofachbetrieben Zugang in ein viel versprechendes Marktsegment. Diese Art der Sicherheitstechnik ist für einen versierten Elektrofachmann leicht erlernbar, zumal einige bekannte Hersteller der Elektro-Installationstechnik auch für diesen Bereich handwerkerfreundliche Systeme anbieten. Damit öffnen VdS-H zugelassene GWA engagierten und flexiblen Elektrofachbetrieben ein zusätzliches Geschäftsfeld, das zudem die Gebäudesystemtechnik auf EIB/KNX Basis hervorragend ergänzt. Der erhöhte Funktionsumfang im Vergleich zu einer klassischen EMA bietet zweifelsohne beste Vermarktungschancen. Aber: Auch wenn der Bau einer GWA nicht zwangsläufig durch zertifizierte Facherrichter erfolgen muss, so sollte der ausführende Betrieb trotzdem über fundierte Kenntnisse der Sicherheitstechnik verfügen, die er sich zuvor bei Herstellern oder einschlägigen Institutionen aneignen sollte.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche See ist eines der bekanntesten Vermarktungsunternehmen von Fischen und Meeresfrüchten. Dabei garantiert der Lebensmittelhersteller Produkte in bester Qualität. Um dieses Versprechen halten zu können, muss die Ware vor Verunreinigung geschützt werden. Im Hauptsitz in Bremerhaven wird deshalb über eine Zutrittskontrolle fest geregelt, wer zu welchen Bereichen Zugang hat.‣ weiterlesen

Ein plötzlicher Brand, der das gesamte Hab und Gut zerstört oder im schlimmsten Fall sogar Leib und Leben bedroht - so etwas wünscht sich niemand. Eine entsprechende Absicherung lässt sich durch die fachgerechte Installation von Rauchwarnmeldern vornehmen, die im Falle eines entstehenden Brandes rechtzeitig Alarm schlagen.‣ weiterlesen

Anzeige

Das Junghans Terrassenbau Museum in Schramberg zeigt die Historie der Schwarzwalduhren und der Firma Junghans, bis heute eine der berühmtesten deutschen Uhrenmarken. Den Zutritt ermöglicht ein Einlasssystem von Wanzl Access Solutions.‣ weiterlesen

Regelmäßig brennt in Deutschland ein Rechenzentrum. Zwangsläufig geht damit ein teils verheerender Datenverlust einher. Totalausfälle der IT-Anlagen führen bei Industrieunternehmen sogar innerhalb weniger Tage zum Tod. Zwar minimieren Schutzräume dieses Risiko, Schutzraum ist jedoch nicht gleich Schutzraum. Den wichtigsten Unterschied - und damit das niedrigste Risiko - macht wenig überraschend die Höhe der Widerstandsfähigkeit gegen Feuer.‣ weiterlesen

Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Das liegt nicht zuletzt an immer effektiveren Sicherheitsmaßnahmen, sowohl im privaten Eigenheim als auch bei größeren Projekten. Netzwerkkameras sind nach wie vor ein essenzieller Teil dieser Gefahrenabwehr.‣ weiterlesen

Telenot baut seine Kompetenz im Bereich Brandmeldetechnik weiter aus. Mit dem VdS-anerkannten Brandmeldesystem Hifire 4000 BMT sowie dem ebenfalls VdS-anerkannten Rauchansaugsystem Grizzle stellt das Unternehmen zwei neue Produktgruppen vor, die die Sicherheit von Gewerbe, Industrieobjekten und Gebäuden der öffentlichen Hand erhöhen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige