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Im Interview mit: Maria Hasselman, Leiterin Light+Building

Am 11. April 2010 startet die 6. Light+Building der Messe Frankfurt – die wichtigste Branchenmesse für Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation. Wir haben uns mit der Messeleiterin Maria Hasselman zum Gespräch getroffen, um Ihnen schon vorab einen Einblick zu verschaffen.
Gebäudedigital: Die Light+Building geht dieses Jahr in die 6. Runde – sie gehört also noch zur jüngeren Generation von Messen. Was würden Sie sagen, konnte am Konzept mit den Jahren perfektioniert werden?

Hasselman: Wir feiern dieses Jahr zehn Jahre Light+Building und damit verbunden eine einzigartige Erfolgsgeschichte in der Messewirtschaft. Fast aus dem Stand heraus hat sie sich gleich zur Premiere 2000 als internationale Leitmesse der Branchen Licht, Elektrotechnik und Haus- und Gebäudeautomation etabliert. Und diese Zusammenkunft der Bereiche auf einer Messe findet sich eben nur auf unserer Light+Building. An diesem bewährten systemübergreifenden Verbundkonzept der Messe halten wir auch weiterhin fest, da es gerade für unser Leitthema Energieeffizienz die notwendigen Synergien schafft, um das Einsparpotenzial bestmöglich auszuschöpfen.

Gebäudedigital: Das macht also diesen großen Erfolg der Messe aus?

Hasselman: Ja, ganz genau, denn das systemübergreifende Verbundkonzept der drei Branchen ist die Basis für die Light+Building-Erfolgsgeschichte. Das heißt der Markt, Aussteller und Besucher, haben danach verlangt – wir haben die Notwendigkeit gesehen und sind auf große Resonanz gestoßen. Die Idee der Light+Building ist, alle am Bau beteiligten Branchen zusammenzubringen und die integrative Zusammenarbeit zu fördern. Für die an der Planung, dem Bau und Betrieb von Gebäuden beteiligten Fachleute wird eine stärkere Vernetzung zunehmend wichtiger. Investoren, Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Verarbeiter aus dem Handwerk und Immobilienbetreiber müssen in Zukunft stärker Hand in Hand arbeiten, um Gebäude wirtschaftlich und umweltfreundlich zu bauen und zu betreiben. Darüber hinaus hat sich die Light+Building als international erfolgreiche Messemarke etabliert und erfährt große Unterstützung von Verbands- und Industrieseite.

Gebäudedigital: Erfolg ist ja auch immer messbar. Vielleicht können Sie ein paar Zahlen nennen?

Hasselman: Wir haben bisher seit der Premiere wachsende Besucherzahlen vorweisen können: von rund 100.000 Messegästen seit 2000 haben wir es auf mehr als 167.000 in 2008 geschafft. Allein zur letzten Light+Building lag der Zuwachs verglichen zur Vorveranstaltung bei 23%. Die Aussteller sind von anfänglichen 1.800 auf über 2.100 gestiegen – dabei haben wir die Präsenz aller Marktführer. Das Besondere ist sowohl auf Aussteller- als auch auf Besucherseite der hohe bzw. gewachsene Internationalitätsgrad: Zur letzten Messe kamen über die Hälfte der Aussteller aus dem Ausland und 42% der Besucher ebenfalls. Nicht nur prozentual, sondern auch absolut ist das ein enormer Anstieg.

Gebäudedigital: Und die Prognosen für dieses Jahr?

Hasselman: Wir gehen ungefähr von einer Größenordnung aus, die wir auch bei der vorherigen Veranstaltung erfüllt haben, was – glaube ich – vor dem heutigen Hintergrund eine wirklich positive Entwicklung darstellt. Bei den Ausstellern kann ich präzisere Vorhersagen machen: Wir gehen von den rund 2.200 Ausstellern der Vorveranstaltung aus. Das gesamte Messegelände ist jetzt schon nahezu ausgebucht.

Gebäudedigital: Wie haben Sie bei der Messe Frankfurt angefangen, bzw. wie haben Sie persönlich die Erfolgsgeschichte Light+Building erlebt?

Hasselman: Ich war schon von Beginn an bei der Premiere im Jahr 2000 dabei, aber natürlich nicht in meiner jetztigen Position als Leiterin der Messe. Damals habe ich den Lichtbereich geplant. Es ist natürlich ein Riesenvorteil, dass man die Historie kennt und weiß, wie die Veranstaltung entstanden ist und vor allem, wie sie sich weiterentwickelt hat. Seit 2003 bin ich nun Leiterin der Light+Building, und bei der Messe Frankfurt bin ich schon seit 1994.

Gebäudedigital: Was wird die diesjährige Light+Building so besonders machen?

Hasselman: Von den rund 2.200 Ausstellern werden rund 600 zukunftsfähige Lösungen allein für Elektrotechnik und Haus- und Gebäudeautomation vorstellen. Generell besitzt die Haus- und Gebäudeautomation eine Schlüsselfunktion. Neben dem breitem Produktspektrum gibt es auch ein interessantes Rahmenprogramm, z.B. den Building Performance Congress mit Vorträgen und Symposien zu Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie Licht, so z.B. das Building Forum in Halle 9.0. Der Preis Design Plus ist für alle Produktbereiche gedacht und hat 2010 ein neues Konzept bekommen. Sowohl die technische Innovation und das Thema Energieeffizienz wurden stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Gebäudedigital: Was gibt es sonst noch für Änderungen?

Hasselman: Es gibt ein neues Hallenbelegungskonzept für den Bereich Gebäudetechnik. Durch den Umzug des zur Vorveranstaltung in 9.1 angesiedelten Bereichs in die Hallenebene 9.0 sind der Elektrotechnikbereich in den Hallen 8 und 11 und die Haus- und Gebäudeautomation jetzt noch näher zusammengerückt und daher besser und schneller zu erreichen. Aber auch im Elektrotechnik-Bereich hat sich einiges getan. Mit der Integration der neuen Halle 11 wird das breite Spektrum der Elektrotechnik für die Besucher übersichtlich in drei Bereiche gegliedert: Energieeffiziente Gebäudesystemlösungen/Elektroinstallation/Gebäudeinfrastruktur in Halle 8.0, Elektrische Installations- und Netzwerktechnik in Halle 11.0 sowie Designorientierte Elektroinstallation und Gebäudesystemtechnik in Halle 11.1. Da finden Sie Unternehmen wie die Schneider-Gruppe oder Berker. Wir versuchen eben immer, die Messe für die Besucher zu planen und das bedeutet, die Produkte so zusammenzufassen und zu strukturieren, dass man auf dem Gelände nicht über Umwege zu seinem Ziel gelangt.

Gebäudedigital: Wie würden Sie an dieser Stelle noch unentschlossene Besucher oder Aussteller von Ihrer Messe überzeugen wollen?

Hasselman: Die Messe hält für alle relevanten Besuchergruppen ein umfangreiches Angebot bereit: für Architekten, Ingenieure, Planer, Innenarchitekten, Designer sowie für Handwerker, Handel und Industrie. Als Weltleitmesse ist sie die Plattform, um Kontakte zu knüpfen und den künftigen Geschäftserfolg zu sichern. Kurzum: Die Light+Building ist ein Muss und weltweit der Branchentreffpunkt. Wir hoffen und gehen davon aus, dass sich der Markt wieder erholen wird, und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es für Aussteller wichtig, auf eine stabile internationale Leitmesse zu setzen, wo sie sich einem internationalen Publikum präsentieren, auf dem alle wichtigen Besuchergruppen, speziell für die Elektroinstallation und Gebäudetechnik, vertreten sind. Mit den Ausstellern kommen die Besucher und umgekehrt!

Gebäudedigital: Welchen Stellenwert hat das Stichwort Energieeffizienz für die Messe?

Hasselman: Das Thema Energieeffizienz war schon 2008 dominant und ist in diesem Jahr eindeutig unser Leitthema. Der Grund ist einfach, dass in allen drei Bereichen – Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation und Licht – große Energieeinsparpotenziale liegen. Mit welchen Systemlösungen dies möglich ist, präsentieren die Marktführer auf der Weltleitmesse. Hier liegt die große Chance der Gebäudesystemtechnik, nämlich dynamisch und intelligent Energie zu nutzen. Wir bieten den Besuchern den Zugang zu Green Building Technologies, d.h. zu umweltfreundlicher Gebäudetechnik – keine Visionen, sondern sofort nutzbare Technologien und Lösungen. Die ausgestellten Produkte zeichnen sich vor allem durch eines aus: Sie verbinden Design mit energieeffizienter Technik und erhöhen für den Gebäudenutzer zugleich Komfort, Sicherheit und dessen Wohlbefinden. Dazu zählen neben energiesparenden Beleuchtungs- und Steuerungssystemen u.a. Photovoltaiksysteme oder Elektrowärmepumpen.

Gebäudedigital: Sehen Sie auch dahingehend die Zukunft der drei Branchen, die Energieeffizienz zu Ihrem Leitthema machen, oder wird das in zwei Jahren schon wieder einen anderen Stellenwert haben?

Hasselman: Energieeffizienz bzw. umweltfreundliche Gebäudetechnik wird angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen und vor allem aufgrund der Ressourcenknappheit in punkto Energie auch in zwei Jahren das beherrschende Thema sein. Es wird auch 2012 weiter wichtig bleiben, weil weitere Lösungen hinzu kommen werden.

Gebäudedigital: Inwiefern denken Sie, wird sich das vergangene Krisenjahr auf die diesjährige Messe auswirken?

Hasselman: Alle nationalen und internationalen Marktführer haben ihre Teilnahme zur Light+Building bereits zugesagt – sie verzichten lieber auf andere Maßnahmen, als dass sie auf ihre Teilnahme bei der Weltleitmesse für Architektur und Technik verzichten. Die 240.000m² Ausstellungsfläche ist ausgebucht. Gerade von der Light+Building gehen weitere wichtige Impulse aus für Wachstum und internationale Geschäfte.

Gebäudedigital: Kommt Ihnen da auch der Zwei-Jahres-Turnus der Messe zugute?

Hasselman: Mit ihrem Zwei-Jahres-Rhythmus entspricht die Light+Building einzig dem Innovationszyklus der Industrie. Und dass die Branche hier in Frankfurt so stark vertreten ist unterstreicht die Stellung der Light+Building als Weltleitmesse, das heißt als Plattform für erfolgreiche Geschäfte und neue Kundenkreise.

Gebäudedigital: Ich weiß, die diesjährige Light+Building ist noch nicht mal über die Bühne gegangen, aber können Sie sagen, in welche Richtung Sie sie weiterentwickeln wollen?

Hasselman: Wir überprüfen, hinterfragen und entwickeln die Light+Building natürlich ständig weiter. Dabei orientieren wir uns stark an den Bedürfnissen des Marktes. In diesem Zusammenhang ist die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Branchenverbänden natürlich sehr wertvoll.

Haben Sie vielen Dank für das Gespräch.
(cnk)

Kasten: Light+Building 11. – 16. April 2010

Öffnungszeiten:
11. bis 15. April: 9 bis 18h
16 April: 9 bis 17h

Eintrittspreise

Tageskarte:
14Euro Vorverkauf
16Euro Kassenverkauf
9Euro ermäßigt im Kassenverkauf z.B. für Studenten

Dauerkarte:
30Euro Dauerkarte im Vorverkauf
35Euro Dauerkarte Kassenverkauf

Online Ticket
14Euro Tageskarte Vorverkauf
30Euro Dauerkarte im Vorverkauf

Light+Building und RMV

Mit der Eintrittskarte zur Light+Building ist jeder Besucher berechtigt, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zu nutzen. Das Online Ticket erwerben Sie vor Ihrem Messebesuch und profitieren von der kostenlosen Anreise im RMV. Das gilt für alle vorab gekauften oder per Gutschein erworbenen Eintrittskarten.

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